Montag, 6. Januar 2020 11:30 Uhr

Filmkritik: „Inside Borussia Dortmund“

Foto: Amazon Inc. or it’s affiliates

Im Sommer des vergangenen Jahres erschien auf dem Streaming Portal von Internetriese Amazon eine vierteilige Dokumentation über den Traditionsverein Borussia Dortmund. In den 60- bis 90-minütigen Folgen erzählt der renommierte Regisseur Aljoscha Pause vom Tagesgeschäft des Bundesligaclubs.

Seine Filmcrew begleitete in Inside Borussia Dortmund die Schwarzgelben während der Rückrunde 2018/19 und zeigt seltene Einblicke hinter die Kulissen des Teams von Trainer Lucien Favre. Zwar werden nur einige Bereiche des Vereinslebens gezeigt, dennoch fühlt sich die Dokumentation „echt“ an und gibt dem Zuschauer einen guten Eindruck über die sonst nicht sichtbaren Abläufe eines Bundesligavereins.

Filmkritik: "Inside Borussia Dortmund"

Foto: Amazon Inc. or it’s affiliates

In der ersten Folge wird zunächst auf wichtige Ereignisse der Vergangenheit eingegangen. Dabei rückt der Bombenanschlag im April 2017 auf den Mannschaftsbus der Borussia in den Fokus. Verschiedene Spieler erinnern sich in Interviews an die schwierigen Stunden des Anschlags zurück. Pause gelingt es sehr gut, die Gefühlswelt der Spieler den Zuschauern näher zu bringen. Besonders die Interviews mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc und der Monolog von Kapitän Marco Reus zeigen, wie schwer es für die Mannschaft war, mit diesem Ereignis umzugehen.

Das passiert in Teil 2

Teil zwei beginnt zwar mit einem zeitlichen Sprung, doch fühlt es sich für den Zuschauer nicht danach an, dass etwas fehlt. Vielmehr nimmt die Doku dadurch Dynamik auf und wirkt noch interessanter. Die Serie zeigt, wie sich der BVB auf das Heimspiel gegen TSG Hoffenheim vorbereitet. Der Zuschauer sieht, wie Trainerstab und Mannschaft mit der Verletzung von Marco Reus und dem kurzfristigen Ausfall von Lucien Favre umgehen. Es ist spannend, zu beobachten, wie alle Beteiligten trotz großer Aufregung abgeklärt und routiniert agieren. Es fühlt sich manchmal fast so an, als würde man mit dem Team in der Kabine sitzen.

Nach kurzen Rückblenden zu vergangenen Erfolgen endet Folge 2 mit einem Tiefpunkt. Die Borussia hatte den großen Vorsprung auf Erzrivalen Bayern München in der Tabelle komplett eingebüßt. Auch dieses Jahr sieht es wieder nach einem engen Kampf im Titelrennen zwischen BVB und FCB aus. Allerdings stehen aktuell mit Leipzig und Mönchengladbach zwei Teams in der Tabelle vor den beiden Rivalen.

Teil 3 beginnt etwas langatmig. Über fast eine Stunde werden fast ausschließlich Monologe von Watzke und Bürki gezeigt. Mit den echten ungekünstelten Kabinenszenen nach dem 3:2-Sieg gegen Hertha BSC nimmt die Dokumentation dann wieder schnell an Fahrt auf. Es ist schön, zu sehen, wie die Spieler sich erleichtert und erfreut zeigen und wieder Hoffnung für die kommenden Aufgaben schöpfen.

Enges Titelrennen

Die letzte Folge beschäftigt sich hauptsächlich mit dem engen Titelrennen. Nach zeitlichen Rückblenden auf das Bombenattentat und Zerwürfnis mit Ex-Trainer Tuchel rücken Ex-Kapitän Schmelzer und Reservist Götze in den Mittelpunkt. Zum Ende der Dokumentation folgt der sportliche Tiefpunkt. Nach bitteren Pleiten gegen FC Bayern und Lokalrivale Schalke 04 verschenkt der BVB durch weitere Punktverluste gegen Bremen und Düsseldorf die Chance, das erste Mal seit Langem wieder Meister zu werden.

Die Dokumentation von Aljoscha Pause ist ein voller Erfolg und zeigt seltene Einblicke in die Abläufe eines Profifußballclubs. Trotz der vielen Monologe wird es nie langweilig. Allerdings wünscht man sich noch mehr ungefilterte Eindrücke von den Spielern. (KTAD)

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