19.02.2020 22:15 Uhr

Filmkritik „Lassie“: Neue Verfilmung knapp 80 Jahre nach dem ersten Film

Foto: 2019 TOM TRAMBOW Projekt: „Lassie Come Home“ Produktion: LCH Film UG Producer /Line Producer: Henning Ferber Co-Producer: Warner Bros. Entertainment GmbH Service Producer: Michal Pokorny, Zbynek Pippal Director: Hanno Olderdissen DoP: Martin Schlecht Production Manager: Martin Homer Production Manager CZ: Petr Dilek DT#28 11.07.2019 Motiv: GLASSWORK FACTORY / FIELDS CLOSE BY Special: BTS Scene: 135aA The Count takes Priscilla to the glaswork factory. 20 Andreas on the phone, looking for a place for Lassie to stay. Him and the Count meet. 23 Flo understands there is no other way than leaving Lassie with the Count. Cast: 01. Florian Maurer - Nico Marischka 02. Andreas Maurer - Sebastian Bezzel 04. Priscilla Von Sprengel - Bella Bading 05. Count Von Sprengel - Matthias Habich Lassie 2 Labradore --------- Nicht am Set: 03. Sandra Maurer - Anna Maria Muehe 06. Manfred Gerhardt - Justus von Dohna?nyi 07. Hinz - Christoph Letkowski 08. Sebastian Von Sprengel -Johann von Bu?low 09. Helene Haberl - Sina Reiss 10. Mrs. Moeller - Sarah Camp 11. Tino - Max Angerer 17. Franka - Jana Pallaske 28. Daphne Brandt - Sina Bianca Hentschel 29. Michael Wolf - Henning Harder Lassie 33. Ronny - Milton Welsh 34. Maik - Jo?rg Ru?hl 35. Workman - Gode Benedix 36. Leonie - Luise Minna Richter Features Extras: Jonas - Silvio Poschl Fritz - Maximilian Konigsbauer Double: Flo DBL - Oskar Brune Priscilla DBL - Lotta Svenja Golombek

„Lassie“ kennen heutige Kinder wohl nur aus der Zeichentrickserie. Viele Ältere denken dagegen an die Kultserie, von 1954 bis 1973 in Kalifornien gedreht. Nun kommt die Collie-Hündin ins Kino – auf einer Reise quer durch Deutschland.

Lassie dürfte wohl zu den berühmtesten Hunden der Filmbranche zählen. Sie hat sogar einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood. Kein Wunder, wurde ihre Geschichte doch unzählige Male verfilmt, fürs Kino ebenso wie fürs Fernsehen.

Filmkritik "Lassie": Neue Verfilmung knapp 80 Jahre nach dem ersten Film

Foto: 2019 TOM TRAMBOW

Die „Lassie„-Serie, von 1954 bis 1973 in Kalifornien gedreht, erlangte Kultstatus. 1943 kam der erste Lassie-Film „Lassie Come Home“ (lief in Deutschland unter dem Titel „Heimweh“) mit der zehnjährigen Elizabeth Taylor in die Kinos.

Nun kehrt die Collie-Hündin auf die Leinwand zurück. In „Lassie – Eine abenteuerliche Reise“ durchquert sie Deutschland auf der Suche nach ihrem Herrchen, dem 12 Jahre alten Flo. Die deutsche Produktion von Regisseur Hanno Olderdissen ist prominent besetzt mit Darstellern wie Anna Maria Mühe, Sebastian Bezzel und Justus von Dohnányi.

Darum geht’s

Der Film bietet nette Familienunterhaltung, wenn auch mit einigen Schwächen. Flo lebt mit seinen Eltern im Bayerischen Wald. Doch die Vermieterin will die wilde Collie-Hündin nicht länger im Haus dulden. Lassie muss aufs Schloss umziehen, wo sich Priscilla, die Enkelin des Grafen von Sprengel, um sie kümmert. Als Priscilla und ihr Großvater an die Nordsee reisen, fährt Lassie mit. Eine verhängnisvolle Entscheidung, denn die Hündin reißt im hohen Norden aus und will Hunderte Kilometer zurück nach Bayern, zu Flo. Eine abenteuerliche Reise für Lassie und für die Kinder, die ihre Spur verfolgen.

Sehenswert sind vor allem die Kinder. Nico Marischka, Enkel des österreichischen Darstellers Georg Marischka, zeigt als Flo eine große Bandbreite – mal fröhlich und frech, dann wieder mutlos und traurig. Auch Bella Bading als Priscilla macht ihre Sache gut.

Amüsant Justus von Dohnányi: Als gräflicher Butler legt er großen Wert auf Etikette und feinste Umgangsformen und übertreibt es damit immer wieder – zur Freude der Zuschauer. Star ist jedoch Bandit als Lassie, von der Tiertrainerin Renate Hiltl aus der Nähe von Freising.

Filmkritik "Lassie": Neue Verfilmung knapp 80 Jahre nach dem ersten Film

Foto: 2019 TOM TRAMBOW

Dramaturgische Schwächen

Schade nur, dass das Drehbuch den Fokus stark auf familiäre Probleme legt. Von Sprengels Glasmanufaktur macht dicht und Flos Vater, ein Glasbläser, verliert seine Arbeit. Auch der Graf muss Einschnitte hinnehmen. Die Beziehung zwischen Flo und seinem Hund kommt dadurch viel zu kurz.

Hinzu kommen kleine Ungereimtheiten, über die das Drehbuch einfach so hinweggeht. Seltsam ist vor allem die Geografie. Von der Nordsee aus nimmt Lassie Kurs Richtung Süden und landet kurz darauf in den mächtigen Felsen der baden-württembergischen Region Neckaralb. Von dort aus geht es nach Nordosten, wo die Polizisten Brandenburger Wappen am Revers tragen, bevor es in Bayern zum Finale kommt.

Kinder dürfte dies alles wohl nicht stören. Sie haben ihre Freude an Lassie, seinem frechen Chihuahua-Freund Toots sowie Flo und Priscilla und ihren Abenteuern. Hundefreunde sollten ohnehin Taschentücher mitnehmen. Am Schluss wird es rührselig. Schnief! (Cordula Dieckmann, dpa)