11.03.2020 21:59 Uhr

Filmkritik „Narziss und Goldmund“: Auf der Suche nach den schönen Dingen

© 2019 Jürgen Olczyk / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die zwei Klosterbrüder: Jannis Niewöhner und Sabin Tambrea sind „Narziss und Goldmund“. In der Literaturverfilmung von Hermann Hesse glänzen die beiden Schauspieler als ungleiche Freunde und gehen ab 12. März im Kino der Frage nach, wie man, bitteschön, ein vollkommenes Leben führen soll.

Filmkritik "Narziss und Goldmund": Auf der Suche nach den schönen Dingen

© 2019 Jürgen Olczyk / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Der Roman „Narziss und Goldmund“ ist ein Klassiker, der schon 1930 publiziert wurde. Nun sind wir nicht alle Literaturfans, dafür gibt es ja schließlich Romanverfilmungen. Hermann Hesse fragt sich in „Narziss und Goldmund“ – der Roman spielt im Mittelalter – wie das geht, ein vollkommenes Leben zu führen.

Er hat mit den beiden Charakteren Narziss (Sabin Tambrea, 35, „Ludwig II“ und als Peter Pan im Berliner Ensemble geliebt) und Goldmund (Jannis Niewöhner, 27, „Jugend ohne Gott“) zwei Leben entworfen, die unterschiedlicher nicht sein können.

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© 2019 Jürgen Olczyk / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Beide treffen als Kinder im Kloster Maulbronn aufeinander. Narziss nimmt den kleineren Goldmund erst widerwillig und nur auf ausdrückliche Anweisung des Abtes, unter seine Fittiche. Narziss ist ein strebsamer Mensch, fleißig, pünktlich – die personifizierte Askese. Goldmund ist nicht nur jünger und kindlicher – er ist ein kleiner Wildfang, der aber sehr darunter leidet, von seiner Mutter verlassen worden zu sein. Sein Vater hat ihn wie ein lästiges Überbleibsel im Kloster abgeliefert und weg war er.

Darum geht’s

Goldmund zieht es hinaus in die Welt, weil das Klosterleben nicht zu ihm passt. Er will seine Mutter finden. Narziss bleibt im Kloster und macht dort Karriere. Goldmund zieht von einer Gegend in die nächste. Er macht eine Ausbildung als Holzschnitzer religiöser Figuren, überlebt die Pest, findet eine Frau – aber nichts gelingt so richtig. Er wird schließlich sogar zum Mörder. Seine Mutter aber findet er nicht. Nach der Rückkehr ins Kloster – Narziss ist inzwischen Abt geworden – nähern sich die zwei Freunde wieder an. Aber die zentrale Frage bleibt auch nach dem Tod: Wie soll man ein Leben vollkommen gestalten?

Filmkritik "Narziss und Goldmund": Auf der Suche nach den schönen Dingen

© 2019 Jürgen Olczyk / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Fazit: „Narziss und Goldmund“ ist bemüht, die theologischen Fragen schön zu bebildern. Die beiden Hauptdarsteller Sabin Tambrea und Jannis Niewöhner, der hier auf Charlie-Hunnam-Actionheld getrimmt wurde, sind toll.

Der Film ist zwar mehr als ein Appetitshappen, aber letztendlich wird der geneigte Cineast zum Buch greifen müssen. (Kinotante Katrin)

Filmkritik "Narziss und Goldmund": Auf der Suche nach den schönen Dingen

© 2020 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH / Matthias Nareyek / Getty Images für Sony Pictures