Montag, 23. Juli 2018 20:15 Uhr

Filmkritik „Papillon“: Charlie Hunnam auf der Flucht

In der härtesten Strafkolonie der Welt steigt Charlie Hunnam ab Donnerstag zwangsweise ab. Das Remake von ‚Papillon‚ wird mit äußerster Spannung erwartet. Wir haben es schon gesehen.

Filmkritik „Papillon“: Charlie Hunnam auf der Flucht

Wenn im Frankreich der 1930er Jahre ein Kapitalverbrechen verübt wurde, war es üblich, dass der Verurteilte nach Südamerika, nach Französich-Guayana in die Strafkolonie St. Laurent verbannt wurde. Henry „Papillon“ Charriére (Charlie Hunnam, 38, „King Arthur: Legend of the Sword“) ist so einer. Eigentlich ist er ein Dieb, was seine Tätowierung, ein Schmetterling (frz. Papillon) anzeigt. Ihm wird ein Mord in die Schuhe geschoben. Seine Strafe heisst lebenslänglich und wie alle Aussätzigen Frankreichs wird er in eben jene Strafkolonie verbannt.

Hinterlistige Gedanken

Auf der Überfahrt lernt Henri den Fälscher und Betrüger Louis Dega (Rami Malek, 37, „Mr Robot“) kennen. Louis ist ganz das Gegenteil von den anderen Männern an Bord, ein Außenseiter, bei dem Geld vermutet wird. Den schmalen jungen Mann auszurauben oder umzubringen oder beides ist ein einfaches Ziel. Der smarte Dieb Papillon hat das auch ziemlich schnell erkannt, nur will er Louis nicht umbringen, sondern sich das Geld mit Beschützung verdienen. Heute nennt man ja sowas Schutzgelderpresser…

Papillon wird schon unter Deck auf See ziemlich schnell beweisen, dass Louis auf ihn angewiesen ist. Aus der reinen Zweckbeziehung wird Freundschaft, denn die Regeln in der Strafkolonie sind außerordentlich hart, dazu kommt das heiße, schwüle Klima, die überfüllten Zellen, die grottenschlechte Verpflegung – und äußerst sadistischen Wärter.

Aber Papillon hat von Anfang an eine Flucht geplant, das Geld von Louis soll ihm dabei helfen, die richtigen Leute zu bestechen und ein Boot zu kaufen. Die Strapazen – und das ist noch gelinde ausgedrückt – im Lager sind alleine nicht länger zu ertragen und so entsteht nach und nach eine echte Freundschaft zwischen Papillon und Louis. Irgendwann ist klar, dass Louis auch mit muss auf die Flucht. Die Hölle St. Laurent überlebt niemand lange. Findig und mit dem Mut der Verzweiflung gehen sie den Fluchtplan an…

Filmkritik „Papillon“: Charlie Hunnam auf der Flucht

Foto: Constantin Film

„Papillon“ basiert auf einer wahren Geschichte. Henri Charriére hat seine Erlebnisse als Zwangsarbeiter in Französich-Guayana als Roman veröffentlicht, woraufhin die Strafkolonie geschlossen wurde.

Nicht besser als das Original

Fazit: Es gibt eine Verfilmung von „Papillon“ von 1973 mit Steve McQueen als Papillon und Dustin Hofman als Louis. Und dieser Streifen ist wunderbar und dem gibt es auch nichts hinzuzufügen. Aber der Filmstoff an sich hat Zugkraft, was wohl der Grund für die Neuverfilmung war. Charlie Hunnam und Rami Malek versuchen dem Drama aus der Strafkolonie Tiefe zu geben, aber das reicht nicht für ein gelungenes Remake. (Katrin Wessel)

Filmkritik „Papillon“: Charlie Hunnam auf der Flucht

Foto: Constantin Film

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