Dienstag, 26. Juni 2018 22:10 Uhr

Filmkritik „Renegades – Mission of Honor“: Unterwasserjagd nach Nazigold

Fünf Buddys auf gefährlicher Mission: Um an einen legendären Nazi-Schatz zu kommen, müssen ein paar verwegene Navy Seals buchstäblich abtauchen. Auf dem Weg dorthin geht vieles zu Bruch – smarte Action und markige Sprüche inklusive.

Filmkritik "Renegades - Mission of Honor": Unterwasserjagd nach Nazigold

Foto: Universum Film

Der französische Filmemacher Luc Besson ist wieder in seinem Element: Wasser! Schon mit seinem Kultfilm „Im Rausch der Tiefe“ (1988) verwandelte der passionierte Taucher seine Leidenschaft in eine ästhetische Kostbarkeit, in seinem neuen Film „Renegades – Mission of Honor“ geht es nun etwas rustikaler zu. Diesmal zeichnet Action-Spezialist Besson („Taxi“, „Transporter“) für das Drehbuch und die Produktion verantwortlich.

Die Regie überließ er dafür dem ebenfalls wassererprobten Steven Quale, der unter anderem bei dem legendären Katastrophenfilm „Titanic“ als Second Unit Director im Einsatz war.

Zwei aquanautische Schwergewichte also, die ihre Helden aber erst einmal auf dem Landweg in etliche Scharmützel führen, bevor es in einer geheimnisvollen Unterwasserwelt auf die Jagd nach einem sagenhaften Schatz gehen wird. „Renegades“ spielt während der Jugoslawienkriege und mittendrin fünf hartgesottene Navy Seals, eine Art Aufräumkommando, das weder Tod noch Teufel fürchtet. Mit großem Knall geht es los: In der spektakulären Eröffnungssequenz, die sich um eine minutiös getimte Entführung dreht, zeigen die von Matt Barnes (Sullivan Stapleton) angeführten Haudegen, dass sie mit Witz und Wumme jeder Gefahr trotzen.

Filmkritik "Renegades - Mission of Honor": Unterwasserjagd nach Nazigold

Foto: Universum Film

Die glorreichen Fünf

Dabei sind sie immer einen Schritt schneller als ihre Gegner: Erster Höhepunkt ist schließlich eine draufgängerische Panzerfahrt, die sich ungeniert an James Bonds Höllenritt durch St. Petersburg anlehnt, „Goldeneye“ aber durchaus toppen kann. An Schauwerten hat „Renegades“ einiges zu bieten – und wenn die Handlung mal stockt, wird einfach mal eine Schlägerei angezettelt. Die eigentliche Story ist hier eher Nebensache, aber Liebe ist auch dabei…

Chef der glorreichen Fünf ist Admiral Jacob Levin, der hart und herzlich zugleich von dem großartigen J.K. Simmons gespielt wird. Als sadistischer Musiklehrer in „Whiplash“ (2014) hatte er einen Oscar als bester Nebendarsteller erhalten. So recht konnte der Schauspieler, der allein mit einem Wimpernschlag unvermittelt von freundlicher Unverbindlichkeit zu drohender Gefahr wechseln kann, seinen Hollywood-Triumph bisher allerdings nicht in große Rollen umsetzen. „Renegades“ ist für ihn sicherlich kein großer Wurf, aber in dem Action-Spektakel punktet er mit schauspielerischem Glanz, auch wenn die deutsche Synchronisierung hier manchmal ein wenig flapsig daherkommt.

Filmkritik "Renegades - Mission of Honor": Unterwasserjagd nach Nazigold

Foto: Universum Film

Nazigold unter Wasser

Die eigentliche Mission des verschworenen Haufens aber steht noch bevor: Die Navy Seals erfahren von einem geheimnisvollen Nazi-Schatz, der rund 300 Millionen Dollar wert sein soll. Kleines Problem: Die Goldbarren befinden sich vermutlich in der schwer gesicherten Bank eines im Zweiten Weltkrieges gefluteten Dorfes. Außerdem sitzt ihnen der skrupellose Bösewicht Petrovic im Nacken, der von Clemens Schick gespielt wird (Foto unten). Und die Vorbereitung läuft auch nicht ganz glatt.

Filmkritik "Renegades - Mission of Honor": Unterwasserjagd nach Nazigold

Foto: Universum Film

Das Dorf unter Wasser – hier schlägt ganz eindeutig das Herz des Action-Films: Einstürzende Wände, Explosionen, erbitterte Kämpfe und Bilder voll anmutiger und morbider Schönheit geben „Renegades“ einen extra Twist. Und was wollen die safeknackenenden Goldjungs nach dem Tauchgang mit dem Schatz? Wenn sie denn überleben sollten. Nun, die smarten Kerle sind schließlich Männer von Ehre – mit einem großem Herzen und auf ganz großer Mission. (Wolfgang Marx, dpa)

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