Dienstag, 17. Juli 2018 22:46 Uhr

Filmkritik: „Sicario 2“ mit Benicio Del Toro und Josh Brolin noch brutaler

Der Drogenkrieg an der Grenze zwischen Mexiko und den USA ist brutal – Filme über dieses Thema sind es gewöhnlich auch. Drei Jahre nach „Sicario“ kommt die Fortsetzung mit Benicio Del Toro und Josh Brolin.

Filmkritik: "Sicario 2" mit Benicio Del Toro und Josh Brolin noch brutaler

Foto: Studiocanal GmbH / Richard Foreman, Jr. SMPSP

Das Timing für den Menschenschmuggel- und Drogenthriller „Sicario 2“ ist perfekt: Flüchtlingsdramen an der Grenze von Mexiko und den USA machen seit Monaten Schlagzeilen. Der harsche Umgang der US-Behörden mit illegal eingewanderten Menschen aus Süd- und Mittelamerika ist in den Nachrichten. Donald Trumps zeitweilige Praxis, Zuwanderer einzusperren und sie von ihren Kindern zu trennen, löste einen internationalen Aufschrei der Empörung aus.

Drei Jahre nach dem Originalfilm „Sicario“ ist die gefährliche Grenzwüste auch in der Fortsetzung erneut Hauptschauplatz. Etwa ein texanisches Kaff, ganz nah am Grenzzaun, wo der Teenager Miguel von Schmugglern zum Schlepper herangezogen wird. Der Newcomer Elijah Rodriguez spielt die Rolle des kaltblütigen Jungen ebenso überzeugend wie die junge Neuentdeckung Isabela Moner („Transformers: The Last Knight“) als abgebrühte Tochter eines Kartellbosses, die in Mexiko entführt wird.

Die bewährten Hauptakteure aus „Sicario“ schlagen ebenfalls wieder zu. Josh Brolin als skrupelloser CIA-Agent Matt und Benicio Del Toro als wortkarger Auftragskiller sollen im Auftrag der US-Regierung einen Krieg zwischen den Drogenkartellen anzetteln. Matthew Modine spielt den intriganten US-Verteidigungsminister, dem alle Mittel recht sind, Catherine Keener eine hochrangige Geheimdienstlerin.

Emily Blunt nicht mehr dabei

Doch leider fehlt eine Figur in dem hochkarätigen Ensemble: Emily Blunt verkörperte in „Sicario“ eine toughe FBI-Agentin, die sich leidenschaftlich gegen den Drogenschmuggel einsetzt. In dem düsteren Geflecht aus Intrigen, Morden und einem dubiosen Doppelspiel ihrer Kollegen hatte sie eine komplexe Rolle, die dem Thriller Tiefgang verlieh. Zudem setzte der kanadische Regisseur Denis Villeneuve („Arrival“, „Blade Runner 2049“) die Skriptvorlage von Taylor Sheridan („Wind River“) damals atmosphärisch dicht um.

Filmkritik: "Sicario 2" mit Benicio Del Toro und Josh Brolin noch brutaler

Foto: Studiocanal GmbH / Richard Foreman, Jr. SMPSP

Blunt und die sensible Handschrift von Villeneuve werden in „Sicario 2“ durch brutale Action ersetzt. Regie führt der Italiener Stefano Sollima, der zuvor die knallharte Mafia-Serie „Gomorrha“ inszenierte. Es geht nicht mehr nur um Drogengeschäfte, sondern um den noch lukrativeren Menschenschmuggel. Die Kartelle schleusen Terroristen in die USA, die US-Regierung setzt sie zur Strafe auf die Liste terroristischer Vereinigungen.

„Diesmal gibt es keine Regeln“

„Diesmal gibt es keine Regeln“, tönt CIA-Macho Matt. Das könnte ein schmutziges Geschäft geben, stellt er seinen Auftraggebern zur Aussicht. Das wird es auch, mit Massenschießereien, Hinrichtungen, Folter und Explosionen. Schon in „Sicario“ ging es hart zu, doch nun hat das FSK-Gremium die Altersfreigabe von damals 16 auf jetzt 18 Jahre hochgesetzt.

Filmkritik: "Sicario 2" mit Benicio Del Toro und Josh Brolin noch brutaler

Foto: Studiocanal GmbH / Richard Foreman, Jr. SMPSP

Der Action-lastige Thriller hat dennoch Momente, die nicht nur die Nerven anspannen, sondern auch das Herz berühren. Vor allem dann, wenn die Brutalität in dem hoffnungslosen Kartellkrieg durch den Blickwinkel der Jugendlichen gezeigt wird. Mit 16 Jahren hat die entführte Tochter des mächtigen Drogenbosses Carlos Reyes schon zu viel Gewalt gesehen, während der Teenager Miguel am Rand des Grenzzauns selbst einen Mord begeht.

Dritter Teil in Sicht

Er ist auf dem besten Wege dazu ein Sicario – ein Auftragskiller – zu werden. Vielleicht in „Sicario 3“: Drehbuchautor Taylor Sheridan hat bereits einen dritten Teil in Aussicht gestellt. Da könnte auch wieder Emily Blunt mitmischen. Man würde sie gerne zurückbringen, teilte Produzent Trent Luckinbill kürzlich dem Kinoportal „Cinemablend“ mit. (Barbara Munker, dpa)

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Foto: Studiocanal GmbH / Richard Foreman, Jr. SMPSP

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