Dienstag, 9. Oktober 2018 20:29 Uhr

Filmkritik „Smallfoot“: Die Yeti-Legende mal andersrum – sehr geil, aber…

Die Grundidee von „Smallfoot – Ein eisigartiges Abenteuer“ ist originell: Der Trickfilm spielt mit der Angst vor Yetis, Bigfoots und anderen haarigen Monstern, die in entlegenen Wäldern und Bergen hausen – und stellt dieses Bild von der großfüßigen Gefahr völlig auf den Kopf.

Filmkritik "Smallfoot": Die Yeti-Legende mal andersrum - sehr geil, aber...

Foto: Warner Bros.

Denn jetzt sind es animierte Yetis, die sich vor den Kleinfüßigen, den „Smallfoot“-Menschen, fürchten. Der junge, weiß-zottelige Migo, der in einem Dorf voller Yetis hoch über den Wolken auf einer Bergspitze lebt, hält „Smallfoots“ für eine furchterregende Legende. Bis er zufällig einen Kleinfüßigen an einem Fallschirm entdeckt, der nach einem Flugzeugcrash aus dem Himmel im Schnee landete. Weder sein Vater glaubt ihm, noch der Dorfälteste Steinhüter, der die in Stein gehauenen Yeti-Gesetze verwaltet. Das Volk der Riesen lebt abgeschieden nach strengen Regeln, Menschenwesen gilt es um jeden Preis zu vermeiden.

Die Legende von Smallfoot

Nur eine kleine Gruppe zotteliger Artgenossen, darunter das Yeti-Mädchen Meechee, glauben an die Existenz von Smallfoots und machen sich mit Migo auf die Suche. Dabei treffen sie auf den erfolglosen Videofilmer Percy, der vor den Hünen schreckliche Angst hat, aber eine sensationelle Story wittert. Dafür zieht er sogar mit den vermeintlichen Monstern mit.

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Foto: Warner Bros.

Das animierte Action-Abenteuer hat witzige Szenen, etwa wenn die Yetis menschliches Klopapier für eine heilige Schriftrolle halten oder wenn die Stimme der Smallfoots in den Ohren der Yetis wie Mäusequietschen klingt. Doch leider hauen die Macher zu stark auf den Putz.

Der Film aus dem Hause Warner Animation (die auch Trickfilme wie „Störche – Abenteuer im Anflug“ und „The Lego Movie“ machten) ist mit lauter Musik, singenden Yetis, Klischees und Slapstick überfrachtet. Das geht auf Kosten von ausgefeilteren Dialogen und etwas mehr Tiefgang bei den Charakteren.

Filmkritik "Smallfoot": Die Yeti-Legende mal andersrum - sehr geil!

Foto: Warner Bros.

Jede Menge Stars in Synchronrollen

Für die Regie ist der US-Amerikaner Karey Kirkpatrick verantwortlich, der zuvor mit „Ab durch die Hecke“ (2006) ein rasantes Animationsabenteuer mit satirischem Blick auf das Miteinander von Menschen und Tieren lieferte. Die „Smallfoot“-Buchvorlage stammt von dem spanischen Animationsspezialisten Sergio Pablos, der sich auch das Konzept für „Ich – Einfach unverbesserlich“ ausdachte.

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Foto: Warner Bros.

Für die Vertonung konnte Kirkpatrick viele Stars begeistern. Neben Channing Tatum, der im Original den Yeti Migo spricht, sind auch der Komiker James Corden, Sängerin Zendaya, Rapper Common, Basketballstar LeBron James und Schauspieler Danny DeVito an Bord.

Der deutschen Fassung leihen unter anderem Kostja Ullmann, Aylin Tezel und der Komiker Chris Tall ihre Stimmen.

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Foto: Warner Bros.

… und die Lehre von der Geschichte

Am Ende der turbulenten und lauten Action von „Smallfoot – Ein eisigartiges Abenteuer“ entscheiden sich die Macher zu einer Message von Toleranz und Akzeptanz. Nach dem Motto „Fürchtet euch nicht vor dem Unbekannten, sondern umarmt es“ kommt es zu einer bunten Mischung von Big- und Smallfoots. Das zottelige Finale dürfte vor allem Kindern gefallen, aber auch Erwachsene mit einem wohlig warmen Gefühl aus der eisigen Welt der Yetis entlassen. (Barbara Munker, dpa)

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Foto: Warner Bros.

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