Mittwoch, 6. Juni 2018 22:41 Uhr

Filmkritik „Swimming With Men“: Ein Männerhaufen geht ins Wasser

„Swimming with Men“ kommt am Donnerstag in die Kinos und die Komödie ist typisch britisch: Spleenig, komisch und anrührend!

Filmkritik "Swimming With Men": Ein Männerhaufen geht ins Wasser

Foto: Alamode

In dem Feel-Good-Movie aus Großbritanien befreien sich Stars wie Rupert Graves aus „Sherlock“ und Jim Carter aus „Downton Abbey“ beim Synchronschwimmen vom Stress, den es bedeutet, ein moderner Mann zu sein. Eric (Schauspieler und Comedian Rob Brydon, 53) fühlt sich – gelinde gesagt – bescheiden. Er ist in den 50ern, sein Beruf ist Buchhalter und er wird mit jedem Tag, den er im Büro mit seinen ungeschätzten Kollegen verbringt, deprimierter.

Alles schick eigentlich: eine Frau, deren Karriere als Lokalpolitikerin gerade so richtig an Fahrt aufnimmt, ein Sohn, der noch nicht so biestig in der Pubertät steckt, ein schönes Haus – und ein ausgesprochen gutes Einkommen.

Doch alles ist schal in Erics Augen, kein Schwung, kein Esprit, soweit sein müdes Buchhalterauge blickt. Die Stimmung ist ein einziger tiefer Seufzer, grau in grau sind die Tage. Nichts macht mehr Spaß, es passiert auch nichts Neues in seinem Leben. Nichts als öde Routine in der Midlife Crisis! Wenn – ja, wenn da nicht seine Schwimmnachmittage wären!

Echte Kerle als Unterwasserakrobaten

Abschalten beim Abtauchen. Wenn der schmalbrüstige Engländer ins Becken abtaucht, schaltet er ab. Er könnte ins Schwimmbecken einziehen, so wohl fühlt er sich in Chlorwasser. Immer öfter sieht Eric im Becken eine Gruppe von Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unter Wasser traut er seinen Augen nicht, denn die Männer performen eben dort die merkwürdigsten Kreationen an Akrobatik – oder was die Gruppe dafür hält.

Filmkritik "Swimming With Men": Ein Männerhaufen geht ins Wasser

Foto: Alamode

Die Männer-Sychronschwimmgruppe sind u.a. Kurt (Bafta-Gewinner Adeel Akhtar, 37), Colin (Daniel Mays), Ted (der wunderbare Jim Carter) und Luke (Rupert Graves, der den trotteligen Inspektor in „Sherlock“ gibt). Alles unterschiedliche Typen, gemischte Altersklassen und doch haben sie eine Gemeinsamkeit: sie hatten sich irgendwie verloren im Gestrüpp der Jahre, das Träumen aufgegeben, den Mut verloren. Bis sie die Schwimmgruppe gegründet haben.

Es gibt sogar Regeln, die unbedingt eingehalten werden müssen und die sind 1 : 1 geklaut aus einem anderen Film, in dem Männer den Kanal von der Gesellschaft voll haben und eine Parallelwelt kreieren – dem genialen „Fight Club“. Die Regel Nr. 1 lautet: „Niemand spricht über den Schwimmclub. Was ins Becken geht, bleibt im Becken. Alle sollten sich ernsthaft bemühen, anwesend zu sein.“ Jetzt noch die Herren (mit und ohne Bauch) in Badehose plus Brille plus Badekappe dazu vorgestellt und schon ist eine herrliche Fallhöhe von „Fight Club“ (1999, Regie: David Fincher, mit Brad Pitt und Erward Norton) zum „Schwimm Club“ hergestellt.

Filmkritik "Swimming With Men": Ein Männerhaufen geht ins Wasser

Foto: Alamode

Sehr komisch, sehr britisch

Während Eric aber nur seine Bahnen runterreißt, hat die Synchronschwimmgruppe ohne Altersklasse jede Menge Spaß! Nur eine Schwimmstunde später, passiert, was in einer englischen Komödie passieren muss: Eric wird Teil der Gruppe und blüht auf. Seit er bei der bunten Truppe mitschwimmt und versucht im Becken elegant die Beine aus dem Wasser zu strecken und auch ernsthaft versucht, eine ansprechende Choreographie einzustudieren, wird alles besser. Als dann noch die Einladung zur Weltmeisterschaft in Italien ausgesprochen wird, nimmt der Ehrgeiz ungeahnte Formen an!

Fazit: „Swimming With Men“ überzeugt durch seine Darsteller. Durchschnittstypen im Wasserballett, das ist komisch und sehr britisch! (Katrin Wessel)

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Foto: Alamode

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