Donnerstag, 6. Dezember 2018 18:36 Uhr

Filmkritik „Tabaluga“: Kleiner Drache auf großer Leinwand

Ein so farbiges wie unterhaltendes Filmgeschenk bringt der Nikolaus all den kleinen und vielleicht auch manch älteren Tabaluga-Fans: Unter der Regie von Sven Unterwaldt durchlebt der grüne Drache als Animationsfigur ein hübsches Abenteuer.

Filmkritik "Tabaluga": Kleiner Drache auf großer Leinwand

Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Wie bekannt und beliebt die Figur des kleinen grünen Drachen ist, zeigt sich auch daran, dass es längst auch nach Tabaluga benannte Kindergärten gibt. Los freilich ging die Erfolgsgeschichte des süßen Feuerspuckers bereits 1983 – dem Jahr, in dem Tabaluga auf einem Konzeptalbum des Rocksängers Peter Maffay erstmals in Erscheinung trat.

Auf „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ folgten weitere Alben Maffays mit dem kleinen Drachen. Bekannt ist Tabaluga auch durch das nach ihm benannte Musical. Die possierliche Märchenfigur fungiert zudem als Held einer, in vielen Ländern dieser Erde ausgestrahlten TV-Serie. Nun kommt ein, an diese Serie angelehnter Kinofilm in die Lichtspielhäuser.

Prominente Sprecher

Der animierte Streifen von 85 Minuten Länge, entstanden unter der Ägide von Regisseur Sven Unterwaldt („Otto’s Eleven“), erzählt von Tabalugas Suche nach seinem Feuer. Yvonne Catterfeld, Michael Bully Herbig und andere leihen den Animationsfiguren ihre Stimmen. Tabaluga ist höchst unglücklich: „Ich kann nicht richtig fliegen, ich kann kein Feuer spucken!“. Wie soll er sich da als rechter Drache fühlen?

Da kann sein Umfeld noch so idyllisch sein (das von Regisseur Unterwaldt in wunderbaren, fast psychedelisch zu nennenden Farbexplosionen auf die Leinwand gezauberte Grünland), seine Freunde noch so verständnisvoll (der kleine so vorlaute wie liebe Käfer Bully, Tabalugas Ziehvater, der pechschwarze Rabe Kolk und andere): Tabaluga will es endlich wissen.

Filmkritik "Tabaluga": Kleiner Drache auf großer Leinwand

Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Und vielleicht kann dem Grünling ja der Hinkelstein ein Wegweiser sein, auf dem Tabalugas Mutter kurz vor ihrem Tod eine Nachricht hinterließ: Etwas mit „Feuer“ steht dort geschrieben, und auch das Wort „Eisland“ lässt sich noch lesen. Also macht Tabaluga sich zusammen mit seinen Kumpanen auf in das düstere, hinter einer grauen Riesenwolke liegende Land der Eisländer.

Dort waltet ein fieser Schneemann namens Arktos (die Stimme von Heinz Hoenig): schwarze Handschuhe, ein schwarzer Zylinder, dazu schwarze Zähne; nur die keck gen Himmel ragende Karottennase verleiht dem kaltherzigen Kerl ein wenig Charme.

Filmkritik "Tabaluga": Kleiner Drache auf großer Leinwand

Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Vor allem auf visueller Ebene kann der Streifen punkten. In das weiche Fell des tapsig-naiven Eisbären (gesprochen von Rick Kavanian) etwa, dem Tabaluga in Eisland begegnet, möchte man sich glatt reinlegen. Immer wieder wartet der Film mit hübschen Ideen auf: So dem Moment, da sich der knallrote Käfer in der nicht minder roten Nase des Eisbären zu verstecken sucht. Wie so viele ähnlich gelagerte Familien- respektive Kinderfilme wirbt auch „Tabaluga“ um Verständnis für Andersartigkeit: Eigentlich, das wird im Verlauf den Grünländern immer klarer, eigentlich sind auch die vermeintlich so bösen Eisländer ganz nett.

Maffay ist auch zu hören

Peter Maffay-Fans indes müssen ziemlich lange darben; erst kurz vor Schluss ist die prägnante Stimme des gebürtigen Rumänen zu vernehmen. Für die vielen, auch älteren Tabaluga-Fans ist das Leinwand-Abenteuer des Drachen wohl eh ein Muss; manch jüngerer Filmbesucher derweil dürfte im Anschluss an den (ohne Altersbeschränkung und sowohl in 2D als auch 3D in die Kinos gelangenden) Film das starke Bedürfnis verspüren, sich noch auf die ein oder andere Art und Weise mit dem putzigen Feuerpuster vertraut zu machen. (Matthias von Viereck, dpa)

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