Mittwoch, 28. August 2019 19:57 Uhr

Filmkritik und Verlosung „Golden Twenties“: Zurück zu Mama

Foto: Twentieth Century Fox

Mit Mitte zwanzig zurück zu Mama ins Kinderzimmer – „Golden Twenties“ erzählt über ein Leben in der Warteschleife. Kinostart ist am 29. August. Wir verlosen Tickets.

Die Berlinerin Ava ist mittendrin im Leben und doch nicht dabei: Das Filmdebüt von Sophie Kluge erzählt in hinreißenden Bildern über ein Leben, das nicht richtig zündet. „Golden Twenties“ ist ein Film übers Erwachsenwerden, von Leuten, die eigentlich schon erwachsen sind und nicht zu Potte kommen.

Filmkritik und Verlosung "Golden Twenties": Zurück zu Mama

Foto: Twentieth Century Fox

Was für ein Alptraum! Ava (Henriette Confurius, 28, „Die geliebten Schwestern“) ist fertig mit dem Studium, doch statt eines hippen, erfüllenden Jobs findet sie sich wieder in ihrem alten Kinderzimmer, das längst einen anderen Zweck erfüllt. In dem Zimmer stehen noch Möbel aus vergangener Zeit herum, Versatzstücke eines Kinder- und Teenagerdaseins. Dazwischen ein Crosstrainer, der eher ein Dasein als Wäscheständer, denn als Sportgerät fristet. Ziemlich schwer das Ding, Ava kriegt das Monster nicht beiseite geschoben, wie ein Monolith prunkt das gute Stück im Zimmer und ist immer im Weg.

Ava ist es gerade recht als Übersprungshandlung sich an dem Teil mal so richtig abzureagieren. Denn wütend ist sie schon, weil ihre Mutter gar nicht da ist, um sie zu empfangen.

Verkehrte Welt, aber dit is Berlin

Mavie (wie immer ein Ereignis: Inga Busch, 51, „Stadt als Beute“, „Kästner und der kleine Dienstag“) ist jetzt ganz das Gegenteil von einer Gluckenmutter. Sie geht irre gern aus, ihr Freund Samuel (Reinout Scholten van Aschat) ist der verlässlichere Part in der Beziehung und überhaupt lebt die Mutter intensiv und chaotisch – eine schöne Rolle für die Ausnahmeschauspielerin Inga Busch. Mittendrin in der Altbauwohnung das „Kind“, dass versucht, in Tritt zu kommen, einen Fuß in die Tür zu kriegen. Die Frage ist nur: in welche? Mit Vorstellungsgesprächen ist es eher Essig, eigene Träume hat Ava nicht und Inspiration gleich gar nicht.

Ein Bekannter verschafft ihr eine Hospitanz bei einer Off-Theaterproduktion. Was da auf der Leseprobe abläuft, hört und sieht sehr nach Murks aus. Herrlich, wie sich Möchte-gern-Regisseur (Nicolas Wackerbarth, 46, „Toni Erdmann“, „Casting“) aufreibt und scheinheilig ist er auch noch. Ava dackelt der Produktionsassistenz Franzi (schön fies: Franziska Machens) hinterher und gibt sich als Trottel vom Dienst für alles her. Franzi ist so eklig offenherzig und beleidigend – ihr möchte man in keiner Produktion begegnen. Eine Hyäne, die zielstrebig über Leichen geht und Ava zum Frühstück zerbeißt.

Unter den Schauspielern ist Jonas (Max Krause, 26) und der könnte was sein für Ava. So richtig mit drauf einlassen. Ava möchte gern Zeit mit ihm verbringen und gibt sich interessiert. Alle um Ava herum sind irre beschäftigt, mit Arbeit, die rund um die Uhr stattfindet, mit Eltern, die getrennt sind und sich mit neuen Partner arrangiert haben (toll als Vater Gustav: Micheal Maertens, der Star vom Burgtheater, der im Film beim Waldspaziergang so nonchalant fragt, was man am Theater so macht).

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Foto: Twentieth Century Fox

Wie man sich die Hölle schon vor der Ehe bereitet

Die Krönung in Sachen Missverständnis in Avas Leben sind ihre Freundin Lulu (Hanna Hilsdorf, 26) und ihr Freund Rufus (Anton von Lucke, 29 „Babylon Berlin“). Festgetackert in einer grauenhaften Neubauwohnung lebt das frisch gebackene Paar seinen ganz individuellen Alptraum in der Beziehung aus, von der man im Vorhinein weiß, wie die enden wird. Sehenden Auges in die Ehehölle zu gehen hat etwas sehr Gestriges, scheint aber durchaus auch im Jahr 2019 noch kommod zu sein. Na dann, wenigstens bleibt der ziellosen Ava das erspart.

Fazit: Für alle, denen Spiderman-Filme & Co nicht so liegen. „Golden Twenties“ ist lakonisch erzählt und doch genau auf den Punkt. Mitte zwanzig und man sollte meinen, das ist das pralle Leben, aber kein Start findet statt – nirgendwo hin. „Golden Twenties“ ist ein Film über das Gefühl, jung zu sein und das Leben passiert einem einfach nicht. Das Filmdebüt von Sophie Kluge hatte Premiere auf dem diesjährigen Münchner Filmfest, wurde dort groß gefeiert und kommt am 29. August in die Kinos. (Kinotante Katrin)

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Foto: Twentieth Century Fox

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