Mittwoch, 24. Oktober 2018 22:39 Uhr

Filmkritik und Verlosung: „Intrigo – Tod eines Autors“

Regisseur Daniel Alfredson lädt das Kinopublikum zu einem durchaus anregenden Gedankenexperiment rund um Fiktion und Realität. Benno Fürmann hat eine tragende Rolle inne, und auch Ben Kingsley.

Filmkritik und Verlosung: "Intrigo - Tod eines Autors"

Foto: 20th Century Fox

Im Kino hat sich der Berliner Filmstar Benno Fürmann in jüngerer Zeit eher rar gemacht. Größere, lange nachklingende Auftritte, wie etwa in „Nordwand“ oder Christian Petzolds „Jerichow“ liegen Jahre zurück. Nun übernimmt der, 1972 in Berlin geborene Darsteller mit dem markanten Blick in einer schwedisch-amerikanisch-deutschen Koproduktion die Hauptrolle. Er gibt einen Übersetzter und Schriftsteller, der sich daran macht, endlich ein, ihn schon lang belastendes Rätsel zu lösen.

Was ist mit Eva passiert?

Gleich in einer der ersten Szenen trifft Fürmann auf einen Schauspieler von Weltrang: Ben Kingsley („Gandhi“). „Intrigo“ ist der erste Teil einer, auf Erzählungen des schwedischen Autors Håkan Nesser beruhenden Trilogie. In Szene gesetzt von Daniel Alfredson – dem Schweden, der bereits zwei Filme aus der legendären „Millennium“-Buchreihe von Stieg Larsson fürs Kino adaptierte.

Drei Jahre liegt das Verschwinden seiner Frau zurück – und noch immer beschäftigt es den Autor David (Fürmann). Dabei war er doch damals maßgeblich an Evas vermeintlichem Tod in den österreichischen Alpen beteiligt; hatte sich an ihrem Auto zu schaffen gemacht, nachdem er herausfinden musste, dass das Ende der Beziehung naht. Wirklich dahinter gekommen aber, was mit Eva passiert ist, sind bisher weder die Polizei noch David.

Da kommt ihm die Aufgabe zu, einen, im Nachlass eines verstorbenen Autors aufgetauchten Roman zu übersetzen. Bei dieser Arbeit stößt er auf mysteriöse Hinweise, die im Zusammenhang stehen könnten mit dem Schicksal seiner Frau. Und dann wäre da auch noch das nicht minder rätselhafte Verhalten von Henderson, dem von Kingsley verkörperten Schreibexperten, zu dem sich David aufmacht, um ihm Passagen seines neuen Buchs vorzulesen. Sukzessive gerät David in einen Strudel, in dem es immer schwieriger wird zu erkennen, wo die Wahrheit endet, wo die Fiktion beginnt.

Filmkritik und Verlosung: "Intrigo - Tod eines Autors"

Foto: 20th Century Fox

Ben Kingsley ist der Star des Films

Stets ist es eine Freude, einen Oscar-Preisträger vom Range Ben Kingsleys im Kino erleben zu dürfen. Auch diesmal überstrahlt er mit seiner Präsenz sämtliche Kollegen und Kolleginnen im Darsteller-Kreis. Kingsley, der diesen Winter 75 wird, macht es auch Benno Fürmann nicht leicht. In den Momenten aber, in denen sie aufeinander treffen (leider sind es recht überschaubare Minuten), weiß sich Fürmann durchaus zu behaupten.

Auch die Darstellerinnen sorgen für Glanzpunkte: Die Schwedin Tuva Novotny ist stark als Fürmanns, auf so rätselhafte Weise vom Erdboden verschluckte Frau. Daniela Lavender, Brasilianerin, schlüpft in die Rolle einer ominösen Femme fatale. Nicht unbedingt erwartet in diesem Thriller hätte man Veronica Ferres („Schtonk“). Die große Blondine aber macht ihre Sache gut als Literaturagentin; nachhaltige Akzente gleichwohl vermag sie nicht zu setzen.

Filmkritik und Verlosung: "Intrigo - Tod eines Autors"

Foto: 20th Century Fox

Richtig gefangen nimmt einen der, teils mit ansehnlich fotografierten und gekonnt komponierten Hochglanzbildern aufwartende 106-Minüter leider nicht. Es gibt famose, in Erinnerung bleibende Szenen, so die intensiven Gespräche, die Fürmann und Kingsley vor pittoresk-maritimem Hintergrund führen dürfen. Vieles aber an dieser Geschichte ist zu konstruiert und zu ausgetüftelt, als dass man ihr über die gesamte Länge folgen möchte. Auch fehlt einem nach einer Weile so etwas wie eine veritable Identifikationsfigur; richtig plausibel, richtig glaubwürdig ist keine der entworfenen Figuren.

Mehr als als Detektivgeschichte oder Liebesdrama funktioniert „Intrigo“ schließlich als durchaus spannende philosophische Reflektion: als Anregung dazu, den nicht immer einfach zu entschlüsselnden Verflechtungen von Fiktion und Realität nachzuspüren. (Matthias von Viereck, dpa)

Foto: 20th Century Fox

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Foto: 20th Century Fox

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