"Oskars Kleid"Florian David Fitz: Darum trägt sein Filmsöhnchen Mädchenkleider

Oskars Kleid
Oskars Kleid

© 2021 PANTALEON Films GmbH / Erfttal Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG / Warner Bros. Entertainment GmbH

Paul VerhobenPaul Verhoben | 15.09.2022, 22:22 Uhr

Florian David Fitz gehört zur A-Liga der deutschen Filmemacher. Nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Autor und Regisseur. Nun wartet er mit einer neuen Tragikomödie auf.

Eine zauberhafte Tragikomödie für die ganze Familie kommt da ins Kino. Ein Film nach einem Drehbuch von Florian David Fitz über ein Kind im falschen Körper, das mit seiner Identitätssuche besonders seinen Vater die Grenzen seiner Akzeptanz neu ausloten lässt.

Der Mann dreht seit Jahren ununterbrochen und alle Filme sind Hits. „Willkommen bei den Hartmanns“, „Der Vorname“, „100 Dinge“, „Das perfekte Geheimnis“ oder „Eingeschlossene Gesellschaft“ zählten zu den cineastischen Juwelen der letzten sechs Jahre. Und nun also „Oskars Kleid“.

Oskars Kleid

© 2021 PANTALEON Films GmbH / Erfttal Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG / Warner Bros. Entertainment GmbH

Darum geht’s in „Oskars Kleid“

Seit Ben (Florian David Fitz) von seiner Ex-Frau Mira (Marie Burchard) und den gemeinsamen Kindern Oskar (Laurì) und Erna (Ava Petsch) getrennt lebt, ist sein Leben aus den Fugen geraten. Er sitzt allein in seiner Doppelhaushälfte und trinkt Bier zum Müsli. Doch unerwartet bekommt Ben eine zweite Chance: Als die hochschwangere Mira vorzeitig ins Krankenhaus muss, wohnen seine Kids plötzlich wieder bei ihm.

Ben bekommt Aufwind und will zeigen, dass er der perfekte Vater sein kann. Diesmal wird alles gut –glaubt er!

Denn sein neunjähriger Sohn Oskar bringt ein winziges Problem ins Haus: Er trägt ein Kleid, das er nicht mehr ausziehen will. Ben und seine Familie stolpern in ein Abenteuer mit unbekanntem Ausgang und die Chance auf einen Neuanfang.

„Es ist nicht immer leicht, etwas Besonderes zu sein.“
(Senta Berger in „Oskars Kleid“)

Hochkarätiger Cast

„Oskars Kleid“ basiert auf der Idee und dem Drehbuch von Florian David Fitz, der auch in der Hauptrolle zu sehen ist. An seiner Seite spielen Laurì, Ava Petsch, Marie Burchard, Juan Lo Sasso, Kida Khodr Ramadan, Burghart Klaußner, Senta Berger u.v.m.

Regisseur Hüseyin Tabak sagte über seinen Film: „‚Oskars Kleid‘ erzählt die Geschichte der stetigen Suche nach Identität und dem Platz im Leben. Zudem geht es um die Frage, welche Gesellschaftsnormen existieren, ob sie angepasst oder veraltet sind. Was wird akzeptiert? Was wird toleriert? Es ist ein großes Thema über ein kleines Kind, das in seinem Handeln ,normal‘ ist, und alle Erwachsenen drehen durch.“

Fans von Fitz müssen sich noch etwas gedulden: Der Film startet am 22. Dezember 2022 bundesweit in den Kinos.

Oskars Kleid

© 2021 PANTALEON Films GmbH / Erfttal Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG / Warner Bros. Entertainment GmbH

Über die Transgender-Thematik im Film

Die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Verstaubte Geschlechterrollen formen sich neu, während sich die Möglichkeiten der individuellen Zugehörigkeit erweitern. Diversität ist Teil unseres Alltags, doch der Weg zur Akzeptanz ist kaum beschritten. Hinter den zahlreichen Abkürzungen und Labels steckt jedoch oft eine – vermeintlich – einfache Antwort: Sei die Person, die du sein willst! Ein Ratschlag, der schon für Erwachsene schwierig umzusetzen ist und Kinder umso stärker verunsichert. „Oskars Kleid“ zeigt, dass Transkinder und die Suche nach ihrem wahren Ich keine Seltenheit sind.

Kinderdarstellerin Laurì, die in „Oskars Kleid“ ihr Debüt gibt und die wichtige Rolle von Oskar/Lili übernimmt, erklärt in einer Mitteilung des Verleihers: „Es ist ein sehr wichtiges Thema, welches oft unausgesprochen bleibt. Nicht alle Transkinder sind wie Lili und haben den Mut, ihre wahren Gefühle zu zeigen.“

Oskars Kleid

© 2021 PANTALEON Films GmbH / Erfttal Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG / Warner Bros. Entertainment GmbH

„Als Großvater übernehme ich in gewisser Weise die Sichtweise der Zuschauer und frage, ob dies alles mit rechten Dingen zugeht“, erläutert Burghart Klaußner. Er spielt im Film Bens Vater.

„Wenn ich Philosoph wäre, würde ich sagen, dass sich alle Figuren im Film der Problematik mit dem größten Verständnis nähern. Aber ich befürchte, alle Beteiligten nähern sich der Problematik mit der größten Skepsis, was gar nicht so abwegig erscheint. Sie wissen nicht, was in dem Kind vorgeht oder welche Gefühle oder Gedanken Lili verbirgt. Es ist ein wichtiger Teil der Gender-Diskussion, die sehr aktuell ist und in der noch viele Bereiche unerforscht sind. Daher sehe ich unseren Film als einen unterhaltsamen, entspannten und unverkrampften Impuls, der zum Nachdenken über den Stand der Debatte anregen kann.“



Florian David Fitz fügt hinzu: „Ich beabsichtige gar nicht, dass wir mit der Geschichte einen Beitrag leisten oder die Welt verändern. Es ist jedoch notwendig, den Finger auf vergnügliche Weise in bestimmte Wunden zu legen. Alles ist vielschichtiger, als wir uns die Dinge vorstellen. Aus diesem Grund lasse ich möglichst viele Figuren und Standpunkte auf das Thema los. Im Fokus steht aber stets dieses Kind, das sich als einziges Wesen so verhält, wie es alle machen sollten. An dem unmöglichen Verhalten der Erwachsenen entzünden sich am Ende eigentlich alle Konflikte.“

(Quelle: Warner Bros.)