Montag, 10. Februar 2020 22:26 Uhr

Joaquin Phoenix als „Joker“ ist doch völlig überbewertet!

Warner Bros.

Joaquin Phoenix erhielt bei der 92. Oscar-Verleihung in Los Angeles für seine Rolle in „Joker“ die Auszeichnung als „Bester Hauptdarsteller“. Als einer der meistbeachteten Filme des vergangenen Jahres konnte der Film bereits zahlreiche weitere Preise gewinnen. Unsere Kinotante Katrin versteht den Hype überhaupt nicht.

Joaquin Phoenix hat als „Joker“ den Oscar als Bester Schauspieler abgeräumt – leider hat der Falsche gewonnen. Warum dieser Hype um eine mittelmäßige Leistung? Klar, Phoenix wird immer gelobt wegen der hässlichen Rollen, die er sich aussucht, aber ehrlich: kann dieser Mann denn überhaupt was anderes?

Joaquin Phoenix als "Joker" ist doch völlig überbewertet!

Warner Bros.

Halten wir mal fest: „Joker“ ist eine Comicverfilmung. Aber „Joker“ begnügt sich nicht damit, Popcorn-Unterhaltung aus dem DC-Universum zu sein, sondern entfesselt den völlig falschen Ehrgeiz mehr sein zu wollen. Das Zweidimensionale des Comic-Charakters „Joker“ soll auf Biegen und Brechen tiefenpsychologisch erklärt und gerechtfertigt werden. Der Versuch geht schief, schiefer geht’s gar nicht.

Joaquin Phoenix spielt Arthur Fleck, der zu Joker wird. An dieser Transformation scheitern sowohl Phoenix wie auch der Regisseur Todd Phillips.

Joaquin Phoenix als "Joker" ist doch völlig überbewertet!

Warner Bros.

Was gezeigt wird, ist keine Transformation, sondern ein Pseudo-Psychoanalyse-Versuch nach Freudschem Vorbild. Der Vergleich hinkt, aber wie soll man das anders erklären, als gescheitert? Es geht es um dem Erzfeind des Comic-Charakters Batman – dem Joker.

Nun hat Batman unglaublich viele Fans, aber so eine Übermensch-Cartoon ist immer nur so gut, wie sein Widersacher. Eine der unumstößlichen Grundregel aller Drehbuch-Autoren lautet daher: entwerfe den Bösewicht so richtig herrlich abgründig – dann ist sein Fall um so tiefer und hebt das Heldenhafte um so höher!

In „Joker“ wird versucht, einer Comicfigur ein dreidimensionales Leben einzuhauchen und noch dazu ein verkorkstes, was mit Tiefe und wenn schon, dann schon ab auf die Couch zur Psychoanalyse – wenn denn das Geld dafür da wäre. Und spätestens da ist wohl der Name des Mimen Joaquin Phoenix gefallen.

Joaquin Phoenix spielt immer dasselbe – sich selbst

Phoenix spielt immer dasselbe – nämlich sich selbst, was okay wäre, wenn er Jack Nicholson hieße. Ist er aber nicht und so erdulden wir seine immer gleiche Darstellung von Möchtegern-Außenseitern, z.B. in „A Beautiful Day“ oder „Don´t worry, weglaufen geht nicht“ (An dieser Stelle nochmals ein  herzliches Danke schön für die deutschen Verleih-Titel). Durchleiden nicht viele seiner Figuren große Ungerechtigkeiten?

Joaquin Phoenix als "Joker" ist doch völlig überbewertet!

Warner Bros.

Eine ungeschriebene goldene Academy-Award-Regel besagt ja auch: willst du den Oscar gewinnen, mach bloß keine Komödie! Spiel was mit Hufen und Hörnern oder eine möglichst abseitigen Charakter mit vielen Ticks und Ausrastern – dann hast du den Goldjungen praktisch schon in der Hand!

Goldene Himbeere? Ja bitte!

Ach und da ist ja noch das: Seit 40 Jahren gibt es die Verleihung der „Goldenen Himbeere“. Bei der diesjährigen Verleihung des Negativ-Oscar ist eine neue Kategorie dazu gekommen: Die rücksichtslose Missachtung von Menschenleben und Gemeingut. Und genau ist der Kern von „Joker“ und seinem Hauptdarsteller Joaquin Phoenix – Gewaltverherrlichung und sonst nichts.

Joaquin Phoenix als "Joker" ist doch völlig überbewertet!

Warner Bros.

Mit im Rennen sind neben „Joker“, „Last Blood“ und „Hellboy“ und da die Goldene Himbeere aus Plastik besteht, seid großzügig – verleiht doch bitte allen Dreien das gute Stück. Da muß nicht nur einer gewinnen.

Übrigens: Ab 12. März gibt’s den „Joker“ auf 4K Ultra HD, Blu-ray™ und DVD – bereits ab 20. Februar als Download erhältlich.

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