Dienstag, 14. August 2018 22:36 Uhr

Joaquin Phoenix & Beth Ditto in Säuferkomödie „Don’t worry“

Die Geschichte eines Alkoholikers, der süchtig nach dem Leben ist: Joaquin Phoenix ist permanent besoffen in dem Biopic von Gus van Sant über den Cartoonisten John Callahan. Ab 16. August läuft „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ im Kino!

Joaquin Phoenix & Beth Ditto in der Säuferkomödie "Don't worry, weglaufen geht nicht"

Foto: Scott Patrick Green/ Amazon Content Services LLC.

Er hat kein Problem mit Alkohol, sondern ohne! Das könnte der Wahlspruch des Lebenskünstlers John Callahan (Joaquin Phoenix) sein. Er ist ein Party-Tier, denn ohne Alkohol geht bei ihm gar nichts. Party machen heißt für ihn „exzessives Komasaufen“, denn andere kann man diesen Nonstop-Trinkmarathon gar nicht nennen. Nach dem Aufwachen wankt und zittert er sich schnurstracks in den nächsten Liquor Store – sein „Frühstück“ kaufen. Er trinkt nur Hochprozentiges und wenn er trinkt, dann sieht das nicht mal ansatzweise nach Genuss aus . Er stürzt die Flaschen herunter, wie ein Kamel am Wasserloch nach 60 Tagen Wüste. Dass das durchaus anstrengend ist, weiß John natürlich auch. Aber das Party-Karussell dreht sich weiter.

Mit seinem neuen Saufkumpan Dexter (Jack Black) im Auto passiert dann das fast Unvermeidliche: Dexter schläft hoch-hacke-stramm am Steuer ein. John landet im Rollstuhl, während der Fahrer nur ein paar Schrammen hat.

Köstliche Tragikomödie

„Don’t worry, weglaufen geht nicht“ ist aber kein Drama, dass auf die Tränendrüsen abzielt, sondern auf die Lachmuskeln. Selbstverständlich darf auch ein Alkoholiker Humor haben – und sich mithilfe seiner witzigen Sicht aufs Leben auch gern selbst am Schopf aus dem Alkoholmorast ziehen.

Im Krankenhaus trifft er auf nettes Personal und mega attraktive Krankenschwestern, die sofort seine Sexfantasien umsetzen. Für John, den Zyniker, ist das Glas trotzdem immer halbvoll und so misslaunig und unter Pegel rollt er zur Therapiegruppe, den Anonymen Alkoholikern. Diese Gruppe, mit dem charismatischen Donny (Jonah Hill) als Leiter, hat es in sich. Ist John schon ein sehr schräger Typ, tun es die anderen im gleich. Mitglied in der sehr skurrilen Runde ist u.a. die charismatische Sängerin Beth Ditto.

Joaquin Phoenix & Beth Ditto in der Säuferkomödie "Don't worry, weglaufen geht nicht"

Foto: Scott Patrick Green/ Amazon Content Services LLC.

Zwischen Bockig-Sein, Rückfällen und Öffnung in der Gruppe eiert John zurück ins Leben. Doch hatte er noch nie einen Plan, was er mit seinem Leben eigentlich anfangen will.

Die AA-Gruppe stößt ihn nicht nur in die richtige Richtung, den Alkohol links liegen zu lassen, sondern lässt John sein verschüttetes Talent wieder entdecken, das Zeichnen. Mit den sehr schrägen, brutal-offenen Cartoons, die nichts anderes als schwarzer Humor auf Papier sind, feiert John bald weltweit Erfolge. Selbstverständlich nüchtern, mit Lebensfreude und der richtigen Frau, Annu (Rooney Mara) an seiner Seite.

Joaquin Phoenix & Beth Ditto in der Säuferkomödie "Don't worry, weglaufen geht nicht"

Foto: Scott Patrick Green/ Amazon Content Services LLC.

Unsentimentales Biopic

Fazit: Der Originaltitel heißt „Don´t Worry, He Won´t Get Far On Foot“ („Keine Sorge, zu Fuß wird er nicht weit kommen“) und ist einer Cartoon-Sprechblase entliehen. Gus van Sant, Regisseur von so wunderbaren Filmen wie „My Own Private Idaho“, zeigt ein unsentimentales Biopic des Cartoonisten John Callahan mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle. Joaquin Phoenix als lebensgieriger Alkoholiker mit Galgenhumor ist einfach sensationell.

Übrigens: Die Premiere fand auf der diesjährigen Berlinale im Februar als Wettbewerbsfilm statt.

Joaquin Phoenix & Beth Ditto in der Säuferkomödie "Don't worry, weglaufen geht nicht"

Foto: Scott Patrick Green/ Amazon Content Services LLC.

 

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