Sonntag, 22. September 2019 20:45 Uhr

Joker-Stars: Von Jack Nicholson bis Joaquin Phoenix

Foto: Warner Bros.

Im beim Filmfestival in Venedig gefeierten Siegerfilm „Joker“ zeigt Joaquin Phoenix, woher die berühmte Comic-Figur überhaupt kommt, bevor diese sich mit Batman fetzt. Wir werfen einen Blick auf die Tradition der Joker-Darsteller im Batman-Universum

Gerade hat Joaquin Phoenix den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig gewonnen für seine Darstellung als Joker. Regisseur und Drehbuchschreiber Todd Phillips hat groß abgeräumt mit der Trophäe, die an seinen Hauptdarsteller ging.

Man kann sagen, „Joker“ ist ein Batman-Film ohne Batman. Todd Phillips, der sich mit der „Hangover“-Triologie eher auf der Klamauk-Seite im Filmbusiness zu finden war, hat mit seiner Fokussierung auf die Figur des Joker einen Nebenzweig der Batman-Saga geschaffen. Völlig legitim im Zeitalter der Prequels und Und-noch-ein-Comic-Held der Batman-Geschichte im DC-Universum.

Joker-Stars: Von Jack Nicholson bis Joaquin Phoenix

Jack Nicholson als Joker. Foto: imago images / Prod.DB

Das diabolische Grinsen von Jack Nicholson

Doch bevor Joaquin Phoenix zum Joker wird und somit zum bekannten großen Gegenspieler von Batman, hatte auch diese Figur einen bürgerlichen Namen – Arthur Fleck. Wer der Mann mit dem irren Lachen mal war, bevor er in Gotham City sein Unwesen treibt, wird in keinem der Batman-Filme erzählt – bis jetzt. Aber tolle Joker-Darsteller gab es schon einige.

Wir haben mal ins Archiv gesehen und uns auf andere fiese Joker-Darsteller gestürzt.

Legendär: „Batman“, Regie Tim Burton von 1989 mit Michael Keaton als Batman/Bruce Wayne, Jack Nicholson und Kim Basinger in den  Hauptrollen.

Manche sagen, Jack Nicholson als Joker? Wozu braucht der noch Schminke? Jack Nicholson lehrt mit seinem Mienenspiel dem geneigten Cineasten auch ohne den Hauch von Make up das Gruseln (siehe „Shining“). Nicholson startet in „Batman“ auch ohne Maske, dafür mit seinem natürlich-diabolischem Grinsen. Jack Napier heißt seine Figur, bevor Joker aus ihm wird. Er plante die Machtübernahme seines Unterweltbosses und das ging gewaltig schief – Jack Napier fiel in ein Säurefass und kommt als Joker zurück.

Sein, von „Schönheits-OPs“ endgültig demoliertes Gesicht, übermalt Jack mit den schönsten Farben, die der Schminkkasten so hergibt. Rache ist Blutwurst, denkt sich Jack, der sich nun Joker nennt und sein Mut reicht über schrille Auftritte weit hinaus – er bringt einfach alle seine Gegner um. Alle, bis auf – genau – Batman. Mit dabei Kim Basinger als Vicki Vale – auch stark geschminkt.

Joker-Stars: Von Jack Nicholson bis Joaquin Phoenix

Heath Ledger aks Joker. Foto: imago images / Prod.DB

Heath Ledger schreibt Filmgeschichte

Danach wird es ruhig um die Joker-Figur, die Gegner heißen Mr Freeze (Arnold Schwarzenegger), Pinguin (Danny DeVito) oder Two-Face (Tommy Lee Jones).

In der neuen Batman-Reihe, die mit „The Dark Knight“ (2008) von Christopher Nolan angeführt wird, tauchen sowohl ein neuer Batman (Christian Bale) als auch ein neuer Joker auf. Heath Ledger (1979 – 2008) hat die Rolle übernommen und es ist schon irre viel darüber geschrieben worden. Es war seine letzte Rolle und er hat dafür postum einen Oscar erhalten.

Dass die Verwandlung von einem Loser in ein bombenbauendes Terror-Monster einen Schauspieler viel Kraft und Energie kosten kann, hat Heath Ledger eindrucksvoll vorgeführt. Wer die Szenen nicht mehr ganz so präsent hat, sehe sich nur die Sequenz an, in der er im Krankenschwester-Kittel, inklusive Häubchen, agiert.

Jared Leto scheitert

Es gibt noch einen Joker-Darsteller, der nicht ganz so richtig dazu gehört. Gemeint ist Jared Leto („Fight Club“ – nach wie vor ein Hammer-Film; Oscar für „Dallas Buyers Club“ und Chapeau für den „Blade Runner 2049“). Jared Leto hat einen kleinen Exkurs ins DC Extended Universe mit der Rolle als Joker in „Suicide Squad“ gewagt und wir müssen leider sagen – und nicht gewonnen.

Jared ist ein toller Schauspieler, aber das Format eines Jokers hat er nicht. Das Selbstmordkommando, bei dem er mitmischt, ist ein Sammelbecken für viele, zu viele Irre. Seltsames Verhalten allein reicht für die Joker-Batman-Dramaturgiekurve lange nicht aus. Der Joker ist unberechenbar, kreuzgefährlich und er hat die Mittel dazu, seine Drohungen umzusetzen – in „Suicide Squad“ ist davon nichts zu sehen – schade, schade.

Joker-Stars: Von Jack Nicholson bis Joaquin Phoenix

Jared Leto als Joker. Foto: imago images / ZUMA Press

Wie weit Joaquin Phoenix in seiner Rolle aufgegangen ist und welche Gratwanderung es war, sich zwischen den Polen traurig-depressiver Arthur und abgrundtief-gruseligem Joker zu bewegen, wusste die Jury in Venedig ja schon zu schätzen.

Wir müssen uns bis in den Herbst gedulden, „Joker“ startet am 10. Oktober in den Kinos. Ohne Batman. (Kinotante Katrin)

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