Dienstag, 3. Juli 2018 21:56 Uhr

„Jurassic World 2“: Unsere furiosen Top 10 und gnadenlosen Flop 10

Die Dinosaurier hüpfen noch immer an der Spitze der deutschen Kinocharts herum! Auch in seiner vierten Einspielwoche steht das Action-Abenteuer „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ auf Platz eins der offiziellen deutschen Kinocharts.

"Jurassic World 2": Unsere furiosen Top 10 und gnadenlosen Flop 10

Foto: Universal Pictures

Insgesamt haben ihn in Deutschland schon fast 1,7 Millionen gesehen. Doch ist das zweite Abenteuer der neuen Trilogie ein würdiger Nachfolger: „Ja und Nein.“ Ist dieser Film nun gut oder schlecht? Nun, das hängt davon ab, was für ein Filmtyp man ist. Action und Romantik? Oder doch lieber Drama und tiefgründige Charakterperformance? Oder willst Du wirklich nur sehen, wie einige wirklich bösartige Dinosaurier Menschen jagen – und zuschnappen.

Unsere versierte Kinotante Katrin hat die Tops und Flops zusammengefasst. (WARNUNG: Spoileralarm!)

Top 10: Was uns am besten gefällt

Platz 10. Neue Sidekicks
Wenn es um Fortsetzungen (und Fortsetzungen von Fortsetzungen) geht, gibt es viele Dinge, die auf dem Papier gut aussehen und im Film schlecht aussehen. Die Idee, Owen (Chris Pratt) und Claires (Bryce Dallas Howard) Abenteuer mit jungen Kumpanen zu ergänzen, klang auf dem Papier aber auch schon schlecht. Stell dir jetzt unsere Überraschung vor, denn die beiden sind die besten Sidekicks im ganzen Film!

9. Maisie Lockwood (Isabella Sermon)
Die „Jurassic Park“-Franchise hat sich immer gegen den Trend von Kinderschauspielern durchgesetzt. Viele Kinobesucher fürchten Kinderschauspieler wegen der unvermeidlichen schlechten Schauspielerei und Charakterisierung. Doch wie die Kinder im allerersten „Jurassic Park“ (wenn einer es kann, die richtigen Kinder zu casten, dann ja wohl Spielberg, z.B. „E.T.“), zeigt Maisie eine beeindruckende Leistung (siehe letztes Video unten).

"Jurassic World 2": Unsere furiosen Top 10 und gnadenlosen Flop 10

Foto: Universal Pictures

8. Benjamin Lockwood (James Cromwell)
Eine weitere Sache, mit der die Fortsetzungen von Jurassic Park zu kämpfen hatten, war der Verlust der Figur John Hammond. Er erschien in den ersten beiden Filmen, aber nach dem Tod des Schauspielers Richard Attenborough schien es so, dass kein anderer Schauspieler diese Mischung aus Vorstellungskraft, Ehrgeiz und Menschlichkeit einzufangen. Das hat sich in „Das Gefallene Königreich“ endlich geändert! Der Charakter von Benjamin Lockwood, gespielt von James Cromwell hat Größe und Zugkraft und 100% Glaubwürdigkeit! Mögen wir sehr!

7. Klassische Horrorszenen
„Jurassic World“ hat eine explizit grausame Szene: der Tod von Zara, Claires persönlicher Assistentin. Wenn wir uns recht erinnern, wird die Arme von einem fliegenden Pteranodon gepackt, bevor ein anderer sie zu packen versucht, dann fällt sie  und wird fast von den Kreaturen ertränkt, bevor sie schließlich vom Mosasaurus gefressen wird. Heftig, nicht wahr? In „Das Gefallene Königreich“ hat man seine Lektion gelernt: Manchmal ist weniger mehr. Hier bekommen wir nicht viel offensichtliches Blut oder sowas  zu sehen. In der Tat ist vieles davon wie ein klassischer Horrorfilm, man ahnt mehr als man sieht! Kino im Kopf ist geil. Was einfach gruseliger ist als lauernde Dinosaurier in flackerndem Licht – wie alte Filmmonster! Ein sehr aufregender Effekt!

6. Die Eröffnungsszene
Was gibt es schöneres, als wenn der Film losgeht von jetzt auf gleich und man mit einem Paukenschlag in die Handlung gezogen zu werden?!? Der Start von „Das Gefallene Königreich“ ist mega: Die Szene konzentriert sich auf die glücklose Crew, die in den Park geschickt wurde, um wichtige Dino-DNA zu holen. Das geht jedoch nicht reibungslos…

5. Das düstere Ende
Der Regisseur von „Jurassic World: Das Gefallene Königreich“, J.A. Bayona, hat sich gegen ein Happy End entschieden. Wir sagen: Gut so – denn was gibt es Schöneres für einen Fan als zu wissen: Die Dinosaurier sind los – und es geht weiter!

4. „Easter Eggs“ suchen
Wenn ein Franchise so lange läuft, ist es verlockend für Filmemacher, sich ganz auf Innovation zu konzentrieren. Langjährige Fans werden jedoch gerne mit coolen sogenannten „Ostereiern“ („Easter Eggs“) und Verweisen auf frühere Filme belohnt. Und wie sich herausstellt, ist „Das Gefallene Königreich“ echt voll davon! Entdeckt die ziemlich lustigen Rück- und Querverweise vielleicht auch erst beim 2. Mal sehen!

"Jurassic World 2": Unsere furiosen Top 10 und gnadenlosen Flop 10

Foto: Universal Pictures

3. Dr. Malcom (Jeff Goldblum)
In vielerlei Hinsicht war Dr. Malcolm der überraschendste Charakter des ersten Films. Malcolm hat nicht die größte Rolle, aber Jeff Goldblums skurriler Charme (und seine Bereitschaft, Cheesecake-Posen für bestimmte Aufnahmen zu machen) machte ihn schnell zu einem Fan-Magneten.

2. Das hohe Action-Tempo
Das müssen es den Filmemachern überlassen: Das Tempo dieses Films ist unerbittlich, und wenn Du Dich hier oder dort gelangweilt findest, wirst Du es garantiert nicht bleiben!

1. Die emotionale Fallhöhe
Es gibt eine Falle, in die Filme, in denen es nur um computeranimierte Dinos geht, keine Handlung mehr gibt, die einen berührt. Und diese Gefahr ist besonders groß, wenn mehr und mehr Dinosaurier nur CGI-Kreationen sind. Diesen Spagat zwischen Dino-Action und Story haben die Macher von „Das Gefallene Königreich“ souverän gemeistert!

"Jurassic World 2": Unsere furiosen Top 10 und gnadenlosen Flop 10

Foto: Universal Pictures

Flop 10: Was uns so gar nicht gefällt

Platz 10. Der fiese Wissenschaftler „Henry Wu“
Eines der coolsten Dinge über den ersten „Jurassic World“ war die Rückkehr von Henry Wu. Er stellte nicht nur eine sehr konkrete Verbindung zum ersten Film her, sondern er fungierte im Wesentlichen als das wahre „Große Böse“ – der Kopf hinter der ganzen Operation. Leider ist seine Rückkehr in „Das Gefallene Königreich“ ziemlich enttäuschend. Im Grunde existiert er nur, um einige Warnungen über die Manipulation der Dinos abzusetzen. Viel zu platt – und das mögen wir gar nicht!

9. Enttäuschende Dinos
Die Jurassic-Park-Filme waren manchmal Opfer ihres eigenen Erfolgs. Zum Beispiel waren die ersten beiden Fortsetzungen gute Filme für sich selbst, aber sie litten darunter, dass sie nicht so großartig waren wie dieser erstaunliche erste Spielberg-Film. Auf einer ähnlichen Ebene sabotierte sich das Franchise und gab uns im ersten Film den gigantomanischen T-Rex.
Der T-Rex war so kultig, dass jeder Versuch, sich einen größeren Bösewicht auszudenken, wie eine lahme, uninspirierte Runderneuerung wirkte. Es fühlt sich an wie das Gegenteil von dem, was diese Filme sein sollten: nur ein dummer CGI-Monster statt etwas, das greifbar und real erscheint.

8. Der Auktionsplot
Im Mittelpunkt des Films steht eine ziemlich eigenartige Handlung von Bösewichten: Die überlebenden Dinosaurier werden an den Meistbietenden versteigert. Wie bitte? Was glauben die Käufer eigentlich, was man mit einem ersteigertem Intoruptor anfangen kann?

7. Unglaubwürdiger Szenenwechsel
Owen und Claire brauchen für in „Das Gefallene Königreich“ eine neue Handlung. Deshalb wurde eine Szene geschrieben, in der die beiden einige der Dinosaurier auf der Insel vor dem Ausbruch eines Vulkans retten. Sehr schnell finden sie heraus, dass es nur ein Trick ist, und sie wurden nur missbraucht, damit Dinosaurier in der Zukunft von den bösen Jungs gezüchtet werden konnten. Das ist sehr konstruiert und unglaubhaft. Es ist schön, dass ein Szenenwechsel gewollt war, aber das ist plump gemacht und leicht zu durchschauen!

6. Cliffhänger
Selbst das düstere Ende hat seine Schwächen: böse Jungs nehmen wieder einmal genetische Proben von den Dinos. Eine Geschichte wie im Hamsterlaufrad – soll es das sein? Alles von vorn? Echt jetzt? Ach nee!

"Jurassic World 2": Unsere furiosen Top 10 und gnadenlosen Flop 10

Foto: Universal Pictures

5. Viel zu wenig Cameo-Auftritte
Insgesamt ist „Fallen Kingdom“ solide Filmunterhaltung. Und es fühlt sich ein bisschen kleinlich an, einen soliden Film anzusehen und ihn für einige der Dinge zu kritisieren, die er nicht getan hat. Wir konnten jedoch das Gefühl nicht los werden, dass dieser Film durch einen Mangel an anderen bemerkenswerten Cameos verletzt wurde. Der größte Cameo war Ian Malcolm – und der zweitgrößte war Henry Wu. Und das ist es! Scha-ha-de!

4. Ein zu einfacher Plot
Der erste Jurassic Park-Film ist so ein Meilenstein in der Filmgeschichte, weil er viele komplexe Ideen verarbeitet. Es ging nicht nur darum, Monster zu überleben, die Amok laufen – der Film befasste sich auch mit Ideen über die Evolution, die Rolle der Wissenschaft und wie sich unsere Vorstellungen über die Leitprinzipien und -prinzipien der Menschheit ständig verändern. Im Vergleich dazu ist es schwer, die Handlung von „Fallen Kingdom“ nicht zu simpel zu finden.

3. Zahnlose Bösewichte
Unglücklicherweise gerät „Fallen Kingdom“ letztendlich in ein hartnäckiges Problem: lahme Bösewichte. Dieser Film trägt viel dazu bei, sich besser um die Dinosaurier zu kümmern, dabei  waren sie einst die Hauptgegner. An ihre Stelle treten einige wirklich enttäuschende menschliche Antagonisten.

2. Die Location
Wir haben schon ein paar Mal darauf angespielt, aber jetzt kommen wir einfach raus und sagen es rundheraus: zu viel von diesem Film findet an einem Ort statt. Und während das bei einigen unkonventionellen Szenen helfen konnte (wir hatten zum Beispiel nie wirklich Dinos in einer Villa), wurde es nach einiger Zeit ziemlich vorherschaubar.

1. Eine Hauptdarstellerin, die fast nichts zu tun hat
Claire (Bryce Dallas Howard) und Owen (Chris Pratt) sind eindeutig die beiden Hauptdarsteller in „Das Gefallene Königreich“. Und während beide sehr charmant und auf ihre Art engagiert sind, bekommt Claire wirklich wenig zu tun. Sicher, du kannst auf einige coole Momente hinweisen, zum Beispiel wenn sie Owen mit einer gut getimten Endoraptor-Ablenkung rettet oder ihm hilft, mit einem wachen T-Rex aus einem Truck zu entkommen. In den meisten Fällen jedoch steht sie herum und scherzt mit Owen, bis er den Tag gerettet hat. Und während wir das Geplänkel lieben, würden wir es auch lieben, wenn Claire mehr zu tun bekommt.

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