Samstag, 2. Juni 2018 18:38 Uhr

Kinotipp „Zwei im falschen Film“: Das Traumpaar aller Beziehungsunfähigen

Der einzigartige Marc Hosemann und die eigenwillige Laura Tonke haben sich getraut ein Paar zu spielen! „Zwei im falschen Film“ erzählt ein Stück Beziehungsarbeit anhand einer zu erledigenden „Romantik-Liste“ der besonders abgedrehten Art – seit Donnerstag im Kino!

Kinotipp "Zwei im falschen Film": Das Traumpaar aller Beziehungsunfähigen

Foto: Farbfilm-Verleih

Hans und Heinz, so heißt das Traumpaar aller Beziehungsunfähigen. Hans (Marc Hosemann, 47, „Oh, Boy!“, Ex-Volksbühnen-Hero) nennt seine Freundin Heinz (Laura Tonke, 44, „Hedi Schneider steckt fest“). Hans ist als Malocher in einem Kopierladen hängen geblieben und Heinz ist die Stimme eines nervend altklugen Verkehrserziehungs-Ampelmännchen. Sie wohnen praktischerweise gleich über dem Copy Shop.

Wie es dort riecht, bleibt einem ja erspart, aber die Einrichtung über den Gewerberäumen macht Lust auf einen anderen Planeten. Traumfrau Heinz hat die Schnauze voll von der Alltagsroutine. Sie machen zwar viel gemeinsam, aber immer nur dieselbe Soße: zu Hause abhängen und Videogedöns daddeln.

Zum Jahrestag gehen die beiden Liebenden ins Kino um ihren Lieblingsfilm zu sehen. Aber auch der zieht nicht mehr; von einem romantischen Abend, um in Stimmung für später zu kommen, fehlt einfach alles. Der Lack ist ab, die Wertschätzung sowieso, man nimmt einander nicht mehr wahr.

Als Hans in seiner schnodderigen Art auch noch Heinz´ Telefonnummer einfach so an einen ihrer Ex-Lover rausrückt, platzt Heinz der Kragen. Das Rad soll herumgerissen werden, Fantasien und Wünsche purzeln nur so heraus. Das gleichgültige Paar brainstormt dazu und setzt lalle Wünsche auf eine Liste.

Kinotipp "Zwei im falschen Film": Das Traumpaar aller Beziehungsunfähigen

Foto: Farbfilm-Verleih/Friede Clausz

So, und dann heißt es abarbeiten. Mit Hilfe dieser Neujustierung gelingt es dem schrägen Paar, einen frischen Blick auf sich und überhaupt vieles zu lenken. Denn sie müssen raus aus dem falschen Film.

Nominiert für „Deutschen Filmpreis“

Fazit: Der Ausnahmeschauspieler Marc Hosemann ist immer einen Gang ins Kino (oder Theater) wert. Wer sich Marc Hosemann und Laura Tonke nicht zusammen als Filmpaar vorstellen kann, wird in voller Absicht bestätigt werden – was für ein gelungenes, tolles Casting! Sehr schräg und eigenwillig, Null Mainstream. „Zwei im falschen Film“ war 2018 für den Deutschen Filmpreis nominiert, hat zwar nicht gewonnen, aber eine Nominierung ist ja auch schon was. (Katrin Wessel)

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Foto: Farbfilm-Verleih/Friede Clausz

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