Lena Dunham dreht Holocaust-Drama

Lena Dunham dreht Holocaust-Drama
Lena Dunham dreht Holocaust-Drama

IMAGO / ZUMA Wire

31.01.2021 22:20 Uhr

Die "Girls!-Schauspielerin wagt ernstere Rollen. Zusammen mit Mandy Patinkin wird sie ein Holocaust-Drama in Polen drehen.

Lena Dunham (34) könnte mit diesem Film  in ihrer Karriere einen gewaltigen Schritt nach vorne gehen. Bis dato kennt man die Schauspielerin vor allem als neurotische, junge Hipster-Dame aus New York City. Mit viel Humor und Selbstironie geht es oft um Dating, Selbstfindung und das Erwachsenwerden an sich.

Wie „Variety“ berichtet, wird sich ihr neuer Film „Iron Box“ allerdings an ein viel ernsteres Thema herantrauen.

Adaption von „Zu viele Männer“

„Iron Box“ ist als die filmische Adaption des Bestsellers „Zu viele Männer“ von Lily Brett geplant. Die Hauptfigur Ruth lebt als Geschäftsfrau ein angenehmes Single-Leben in New York. Doch die Vergangenheit ihrer Eltern macht ihr zu schaffen. Diese hatten als jüdische polnische Kinder den Holocaust überlebt. 

Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1990 kann sie ihren Vater dazu überreden, mit ihr nach Polen zu reisen, um dort nach den Spuren ihrer Vorfahren zu forschen. Ihr Vater begleitet sie, will die schrecklichen Erinnerungen aber eigentlich nicht wieder aufwühlen.

Post-Holocaust-Drama

Im strengen Sinn handelt es sich bei „Iron Box“ damit um ein Post-Holocaust-Drama. Die Vater-Tochter-Geschichte beschäftigt sich mit dem sogenannten transgenerationalen Traumata, also dem geerbten Trauma, unter dem viele Nachkommen von Shoa-Überlebenden leiden.

Die Rolle des Vaters wird Mandy Patinkin (68) übernehmen. Man kennt ihn aus zahlreichen Serien wie „Chicago Hope: Endstation Hoffnung“, „Criminal Minds“ und „Homeland“.

Lena Dunham dreht Holocaust-Drama

IMAGO / Everett Collection

Deutsche Regisseurin

Realisiert wird der Film von der deutschen Regisseurin Julia von Heinz. Die Filmemacherin konnte sich mit „Was am Ende zählt“, „Ich bin dann mal weg“ sowie „Und morgen die ganze Welt“ weltweit einen Namen machen. Letzterer befindet sich als deutsche Einreichung in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ für den Oscar 2021.

Mandy Patinkin freut sich über die Zusammenarbeit. Er sagte zu „Variety“ in einem Statement:

„Als ich zum ersten Mal ihren aktuellen Film sah, wusste ich sofort, dass ich mich in den Händen einer wahren Filmemacherin befand. Sie erzählt eine fesselnde Geschichte in jedem Bild und die Darstellungen sind so wahrhaftig, wie ich es mir nur wünschen kann. Dann hatten wir einen FaceTime-Anruf; sie war voller Bescheidenheit, sie war freundlich – zwei Eigenschaften, nach denen ich mich sehne, um sie herum zu sein. Dann schickte sie mir viele Bücher zum Lesen und eine alte Sprache, die ich lernen sollte. Und schon ging es los.“

Selbst jüdischer Herkunft

Mit ihren Hauptdarstellern wählte Julia von Heinz zwei Menschen mit jüdischen Wurzeln aus. Lena Dunhams Mutter ist jüdisch und bei Mandy Patinkin war es die Großmutter.

Dunham spricht kaum bis wenig darüber, inwiefern der Glaube eine Rolle in ihrer Erziehung spielte. Patinkin hingegen wurde streng-konservativ erzogen. Er besuchte eine jüdische Schule, religiöse Sommercamps und sang im Chor seiner Synagoge.

Aftermath-Triologie

„Iron Box“ ist Teil von Heinzs Aftermath-Trilogie, die sich in drei sehr unterschiedlichen Filmen mit dem Erbe der deutschen NS-Vergangenheit auseinandersetzt.

Neben „Und morgen die ganze Welt“ zählt auch „Hannas Reise“ zu der Filmreihe.