Sonntag, 23. Februar 2020 20:48 Uhr

Lucy Hale: Der Star aus „Fantasy Island“ im Interview

Foto: Rachel Kasuch

Schauspielerin Lucy Hale stand von 2010 bis 2017 als Aria Montgomery in der Drama-Serie „Pretty Little Liars“ vor der Kamera und wurde damit weltberühmt. Seitdem wird sie überall erkannt und muss ständig Selfies mit Fans knipsen. Das macht ihr allerdings nichts aus, denn Lucy lebt ihren Traum.

Mit gerade einmal 15 Jahren zog sie nach Los Angeles, damals in der Hoffnung dort einen Plattenvertrag zu bekommen. Stattdessen machte sie Karriere als Schauspielerin und spielte mittlerweile in zahlreichen Serien und Filmen mit. Vor allem das Horror-Genre hat es ihr angetan. Seit Donnerstag ist Lucy Hale als Melanie in „Fantasy Island“ wieder auf der Kino-Leinwand zu sehen.

Lucy Hale: Der Star aus "Fantasy Island" im Interview

© 2020 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Sie waren 15 Jahre jung als Sie nach LA gezogen sind um dir deinen Traum, Sängerin und Schauspielerin zu werden, zu erfüllen. Was haben Sie dafür aufgegeben?
Schon von ganz klein an wusste ich, dass ich Sängerin werden will. Das war mein Traum. Ich wollte ein Star werden, weil ich es liebte zu singen. Mir war natürlich klar, dass ich einiges aufgeben muss, um mir diesen Traum zu erfüllen. Ich habe viel von meiner Jugend vermisst, aber gleichzeitig auch tolle Dinge erlebt, die ein anderer Teenager nicht erleben kann.

War dies das grösste Risiko, daß Sie jemals in Ihrem Leben eingegangen sind?
(überlegt) Ganz klar, die Entscheidung von Tennessee nach Los Angeles zu ziehen wart hart. Ich hatte keinen Plan B. Plan A musste funktionieren.

Indie-Label wie Blumhouse klettern in Hollywood immer weiter nach oben. Wie ist Ihre Einstellung dazu?
Indie-Label bedeutet weniger Budget und weniger Budget bedeutet, weniger Köche in der Küche, deshalb hat jeder einzelne mehr kreativen Freiraum. Low Budget Horror-Filme haben oft die meisten Zuschauer.

“Fantasy Island” greift deutlich auf, dass wir uns manchmal etwas wünschen, es dann bekommen und plötzlich nicht mehr wollen…
(Überlegt) ich glaube wir haben alle etwas in unserem Leben, das wir bereuen. Ich bin fest davon überzeugt, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Wir kennen den Grund zwar in diesem Moment nicht, aber später – vielleicht erst Jahre später – wird er uns bewusst. Wir sollten jedoch versuchen, nicht in der Vergangenheit zu leben, daran ändern können wir sowieso nichts mehr.

Wünschen wir uns zu viel?
Es gibt sicherlich wenige Menschen, die nicht glauben, dass das Gras auf der anderen Seite grüner ist. Die menschliche Denkweise ist nun mal so. Wir wollen etwas haben, doch sobald wir es haben, ist es nicht mehr interessant. Deswegen finde ich es super wichtig, präsent zu sein und seiner Vergangenheit zu vergeben.

Lucy Hale: Der Star aus "Fantasy Island" im Interview

© 2020 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Wenn Sie auf eine Insel abhauen könnten, auf der sich Ihre Fantasien erfüllen, was wäre das?
Ich würde gerne dort hingehen, wo Hunde sprechen können. Ich bin von meinem Hund besessen (lacht), schaue ihn ständig an und wünsche mir, dass ich verstehen könnte was er denkt. Wie würde sich seine Stimme wohl anhören?

Wie heißt Ihr Hund?
Elvis. Er ist weiß, wiegt fünf Kilo und ist fast vier Jahre alt.

Reist er mit Ihnen?
Ja, so oft es geht. Ich war gerade für zwei Monate in New York, da war er mit dabei (grinst).

Sie spielten die Rolle von Aria Montgomery sieben Jahre lang…
Ja, verrückt daran zu denken, dass ich fast meine kompletten 20er mit diesem Charakter verbracht habe. Ich habe extrem viel über die Schauspielerei, aber auch über mich selbst gelernt. Natürlich hat mir diese Erfahrung und diese Serie auch viele Türen in Hollywood geöffnet.

Lucy Hale: Der Star aus "Fantasy Island" im Interview

© 2020 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Auf was sind Sie stolz?
Ich versuche mir nie die einfachere Option in einer Rolle auszusuchen. Ich liebe es, mich selbst herauszufordern und dadurch immer mehr zu lernen. Dafür arbeite ich verdammt hart. Viele Leute wissen gar nicht, wie hart dieser Job sein kann. Sie sehen Jungschauspieler und verbinden diese sofort mit dem Hollywood-Glamour, aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Es ist hart, eine Rolle angeboten zu bekommen und es ist verdammt hart, diese anzunehmen und sie zu perfektionieren. In der Öffentlichkeit erwachsen zu werden und quasi unter einem Mikroskop auseinandergenommen zu werden, war nicht leicht, aber ich habe es geschafft zu lernen, was wichtig und was nicht wichtig ist. Ich habe ebenso gelernt, dass du in Hollywood über Nacht zum Star werden, aber auch über Nacht abstürzen kannst.

© 2020 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Foto: Rachel Kasuch

In der Zeit, in der wir jetzt leben, ist es sicherlich hart für Sie, wenn alle ein Selfie mit Ihnen knipsen wollen.
Meine Fans sind in der Regel sehr nett. Und um ehrlich zu sein, bin ich mit dieser Generation aufgewachsen. Ich habe mir diesen Beruf ausgesucht, das kommt eben mit dem Beruf mit (lacht).

Ihr erster Job in Los Angeles war ein Werbe-Spot für Puppen. Was hatten Sie sich damals von Ihrem ersten Lohn gekauft?
Ich war 15 Jahre alt und schämte mich dafür, dass ich einen Werbespot für eine Puppe gedreht habe (lacht), aber ich wollte Geld verdienen. Ich glaube, da gibt es sogar einen Clip auf YouTube, der zum Umfallen lustig ist. Das war mein erstes Gehalt und meine Mutter erlaubte mir, zu meinem damaligen Lieblingsladen zu gehen und für 200 US-Dollar Klamotten zu shoppen. Das war ein wahr gewordener Traum für mich!

Interview: Rachel Kasuch

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