14.10.2020 23:10 Uhr

Mel Gibson ist „Fatman“: Weihnachten wird zurückgeschossen!

Weihnachten nach Schema F ist so was 2019, dieses Jahr wird zurückgeschossen, notfalls mit Atemmaske und Sicherheitsabstand. Der Weihnachtsmann, bis jetzt ein knuffiger, gutgelaunter Geselle, heißt Mel Gibson und hat die Faxen gestrichen voll. Von ungezogenen Rotzbengeln, von Walton Goggins, der als psychopathischer Killer Santa mit Kugeln beschenken möchte, und von allen anderen Stuhlsägern an seinem Kompetenzbereich sowieso.

© Splendid Film GmbH

Keine Frage, so hat man den Weihnachtsmann noch nie erlebt. „Fatman“ verwandelt christlichen Frohsinn in ein Fest der Hiebe, verpackt als Actionkomödie mit herrlich schwarzem Humor. Mel Gibson, eben noch zu sehen im Hurrican-Thriller „Force of Nature“, krempelt all die innige Harmonie des Weihnachtsfestes auf links, bis dann beim grandiosen Showdown der weiße Schnee um Santas Geschenkefabrik tiefrote Blutflecken erhält.

Weihnachten muss gerettet werden, notfalls mit Gewalt, notfalls im Duell gegen einen derangierten Killer. Mel Gibson, der Mann in Rot sieht rot!

Da kommt also ein vergnüglicher Actionfilm der etwas anderen Sorte auf uns zu – mit einem entfesselten Mel Gibson in grimmiger Geberlaune. Die Festtage sind gerettet! Aber nur im Kino und schon ab dem 26. November 2020! Hier gibt’s alle Details. (Ein deutscher Trailer steht bislang noch nicht zur Verfügung.)

Mel Gibson ist "Fatman": Weihnachten wird zurückgeschossen!

© Splendid Film GmbH

Die Geschichte dahinter

„Das Drehbuch für ‚Fatman‘ ist bereits 14 Jahre alt und wurde von uns jedes Jahr neu überarbeitet. Es wurde so immer besser, jede Entwicklungsstufe brachte uns näher an die perfekte Version“, so Regisseur Eshom Nelms. „Fatman ist der Beweis dafür, niemals aufzugeben.“

„Wir alle kennen den klassischen Coca-Cola-Weihnachtsmann,“ so Eshom weiter, „genauso wie Tim Allen als Weihnachtsmann (in ‚Santa Claus‘). Und dass der Weihnachtsmann ein Psychopath ist, der einen nicht beschenken, sondern ermorden will, ist auch schon dagewesen. Unser Weihnachtsmann nun ist ein Badass, wir wollten ihn als Superhelden darstellen – auch weil es spannend ist, darüber seine duale Persönlichkeit zu beleuchten.“

„Chris Cringle ist nicht der fröhliche, gütige Heilige, sondern ein richtiger Mensch – inklusive Schwächen und traditionellen Werten in einer Zeit voller Unruhe und Spaltung. „So einen Weihnachtsmann haben wir bisher noch nicht gesehen,“ sagt Mel Gibson über seine Rolle. „Man erfährt auch etwas darüber, wer er ist, wie alt er ist und wo er herkommt. Daraus wird hier keine große Sache gemacht, aber ein paar Hinweise gibt es schon.“

Ein Mann und ein Mythos

„Es machte uns Spaß, kleine Hinweise zu streuen, was die Figur des Weihnachtsmannes und seinen Mythos angeht,“ sagt Ian Nelms, regieführender Bruder von Eshom Nels.

„Ebenso aber wollen wir seine Realität zeigen, wie er lebt, was er tut und wie er Menschen berührt, immer unter Wahrung einer gewissen Distanz zum Weihnachtszirkus. Der Mann und sein Mythos sollen bodenständig rüberkommen. Ausgehend von der Frage, wie er sich wohl verhalten würde, wenn er eine richtige Person wäre, hat hier der Weihnachtsmann auch Probleme. Die Zuschauer können sich mit Chris identifizieren. Wenn wir ihn kennenlernen, ist er ganz und gar nicht stark. Der Weihnachtsmann ist seines Jobs und auch der ganzen Welt überdrüssig.“

Mel Gibson ist "Fatman": Weihnachten wird zurückgeschossen!

© Splendid Film GmbH

Das ist Chris Cringle

Chris Cringle, so der bürgerliche Name Santas, hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. Seit Jahrhunderten leben er und seine Frau Ruth abgeschieden in den kanadischen Wäldern, keiner kennt ihre genaue Adresse, heißt es im Presseheft zum Film. Da immer mehr Kinder unartig und aufsässig sind, ist der staatliche Scheck, den der Weihnachtsmann für seine Bemühungen erhält, über die Jahre immer kleiner geworden. Inzwischen stehen er, seine Fabrik und seine Elfen-Arbeiter ganz knapp vor dem finanziellen Aus.

Chris Cringle arbeitet 16 Stunden am Tag, fährt einen rostigen Truck und trinkt Bourbon direkt aus der Flasche. Auf dem Papier ist er nach wie vor ein Heiliger, doch in der Realität bleibt ein knarziger, erschöpfter Mann – weit entfernt von Perfektion, voller Schwächen, an der Schwelle zu einer Sinnkrise. Man mag es ihm kaum verdenken, angesichts des aktuellen Zustands unseres Planeten, der geprägt ist von Unruhen, Abgrenzung und Verantwortungslosigkeit.

Mel Gibson ist "Fatman": Weihnachten wird zurückgeschossen!

Skinny Man. © Splendid Film GmbH

Galerie

Dieser Rotzbengel ist schuld

Ein Grund für die finanzielle Schieflage des Weihnachtsmannes ist jedenfalls Billy Wenan, ein verzogener 12-jähriger Junge, geprägt durch die toxische Kombination aus Reichtum und elterlicher Gleichgültigkeit. Der Vater ist so gut wie nie zu Hause, in seiner Gesellschaft befinden sich nur die kränkliche Großmutter und etliche Bedienstete, die jeden Wunsch umgehend erfüllen. Als Billy an Weihnachten lediglich ein Stück Kohle bekommt, als Bestrafung für sein herrschsüchtiges, gefühlskaltes Gebahren, bekommt sein Weltbild einen wutentbrannten Riss.

Nur konsequent ist es dann, dem Schutzpatron des Schenkens einen soziopathischen Killer aufzuhalsen.

Mel Gibson ist "Fatman": Weihnachten wird zurückgeschossen!

Skinny Man bei der Arbeit. © Splendid Film GmbH

Skinny Man, der Killer

Dieser Killer, benannt Skinny Man, präsentiert sich als zeitgenössisches Produkt Amerikas. Ausgehend von einer Kindheit, die geprägt war von Missbrauch und Vernachlässigung, kennt der Skinny Man nur noch zwei Gefühle: Verbitterung und Verachtung. Er hat sich von der Gesellschaft, die ihm dieses Trauma nicht ersparen konnte, abgewendet, frei von moralischem Bewusstsein gelten für ihn keine gängigen Regeln des Zusammenlebens. Der Skinny Man sieht sich als Unternehmer, als self-made Attentäter, der in seiner Freizeit Gegner im örtlichen Dojo zu Brei schlägt oder auf der Schießanlage neue Trefferrekorde erzielt. Sein Luxusapartment gleicht einem Schrein für all die Spielzeuge, die er als Kind nie bekommen hat. Sein einziger Kompagnon ist ein russischer Zwerghamster namens Stanley…

Mel Gibson ist "Fatman": Weihnachten wird zurückgeschossen!

© Splendid Film GmbH

Trotz allem, unser Weihnachtsmann ist auf jeden Fall ein Superheld, erzählen Eshom und Ian Nelms. Er hüpft nicht über Gebäude oder rennt schneller als eine Gewehrkugel, aber außergewöhnliche Gaben hat er trotzdem. Unsere Geschichte stellt sich gegen den filmischen Trend, alles mit Steroiden vollzupumpen, was das Publikum letztendlich nur mit erschöpfter Gleichgültigkeit überzieht. Sie steht mit beiden Beinen auf dem Boden, respektiert ihre Figuren und repräsentiert eine Welt, in der man sich Action und Set-Pieces erst verdienen muss.

Ihr Fazit: „Fastman“ ist ein Superhelden-Film, verpackt als Thriller, mit einer Western-Schleife und kantigem Satire-Glitzer“.

 

(PV)

Das könnte Euch auch interessieren