05.10.2020 09:19 Uhr

«Milla meets Moses»: Drama über das Erwachsenwerden

Eine 16-Jährige trifft einen Herumtreiber und Drogendealer. Sie verliebt sich in ihn, doch ihre Eltern sind von dem Kerl alles andere als begeistert.

X-Verleih/dpa

In diesem, schon bei vielen Filmfestivals, so etwa auch 2019 in Venedig gelobten und teils auch ausgezeichneten Werk geht es nicht nur um das Größer- und um das Erwachsenwerden.

Es ist nicht nur ein sogenannter Coming-of-Age-Film, es geht auch um eine schlimme Krankheit: Krebs. Milla, die in diesem rund zweistündigen Film mal mit bunten Haaren, mal ohne, mal auch mit einer blonden Perücke zu sehen ist, hat nicht mehr lange zu leben. Die Begegnung aber mit einem nur unwesentlich älteren, jungen Mann ermöglicht es ihr, trotz Chemotherapie doch noch ein paar wirklich besondere Momente zu erleben.

„Milla meets Moses“, der im englischen Original denn nicht minder hübschen Titel „Babyteeth“ trägt, berichtet zunächst von einem mehr ruppigen denn wirklich romantischen Zusammentreffen: Mitten auf einem Bahnsteig, ein Zug rast gerade heran, rempelt Protagonist Moses Protagonistin Milla an. Schnell aber scheint die 16-Jährige zu spüren, dass sie irgendetwas mit dem 23-jährigen, diesem wohnungslosen Herumtreiber und Drogendealer verbindet.

Bald sitzen die beiden denn auch bei Milla zu Hause, und das, obwohl der Vater, der als Psychiater tätig ist, und Millas Mutter, eine etwas derangierte vormalige Konzertpianistin, zunächst alles andere als angetan sind von dem unsteten Kerl. Was nicht besser wird dadurch, dass Moses einmal sogar Millas Mutter mit einer Fleischgabel bedroht. Schließlich aber gestatten sie es Moses sogar, bei ihnen einzuziehen.

Von der hiesigen FBW-Jugend Filmjury wurde das Langfilm-Regiedebüt der Australierin Shannon Murphy mit fünf Sternen ausgezeichnet. Bettina Buchler, Direktorin der Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) sagt dazu: „5 Sterne ist eine selten vergebene Auszeichnung…“.

Milla meets Moses, Australien 2020, 118 Min., FSK ab 12, von Shannon Murphy, mit Eliza Scanlen, Toby Wallace, Essie Davis

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