Netflix-Hit „Don’t Look Up“: So kämpfte Regisseur Adam McKay um das Ende

Laura KrimmerLaura Krimmer | 28.12.2021, 08:30 Uhr
„Don't Look Up“: So kämpfte Regisseur Adam McKay um das Ende
„Don't Look Up“: So kämpfte Regisseur Adam McKay um das Ende

NIKO TAVERNISE/NETFLIX © 2021

Der Regisseur von „Don't Look Up“ Adam McKay fragt sich über seinen Blockbuster: „Sind wir zu weit gegangen?“

Am 24. Dezember startete die Katastrophenkomödie „Don’t Look Up“ auf Netflix. Der Film mit Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence überrascht vor allem mit einem ungewöhnlichen Ende.

Regisseur Adam McKay feilte ewig daran und fragte sich immer wieder: „Dürfen wir das, oder gehen wir damit endgültig zu weit?“

Innovativer Aufbau

Der Wunsch, sich von traditionellen Hollywood-Happy-Ends zu lösen, animierte Regisseur Adam McKay dazu, ein innovatives Ende für die viermal für den Golden Globe nominierte Netflix-Katastrophenkomödie auszuhecken.

In einem Interview mit Variety sagte McKay, dass er mit dem traditionellen Hollywood-Dreiteiler, den wir so gut kennen, brechen wollte. Er fügte hinzu: „Ich wollte etwas Kraftvolles schaffen, das es so noch nicht gegeben hat.“


Mutiges Ende

Anstatt den Film mit einem Happy End enden zu lassen, entschied sich der Filmemacher für das komplette Gegenteil.

VORSICHT SPOILER

Der Film endet mit dem Einschlag des Kometen in die Erde. Die Zuschauer werden mit einem Trio von Endungen des starbesetzten Films verwöhnt.

Im ersten Ende sieht man die Hauptfiguren bei einem letzten Familienessen am Tisch sitzen. Während alle am Tisch in Erinnerungen an die guten Zeiten schwelgen, sagt die Figur Randall: „Die Sache ist die, wir hatten wirklich alles, nicht wahr? Ich meine, wenn man darüber nachdenkt“ – ein emotionaler Satz, von dem McKay verriet, dass er es fast nicht in den Film geschafft hätte.

„Wir haben uns im Schneideraum vor dem Ende gedrückt, weil es uns selbst so aufgeregt hat“, gab McKay zu. „Wir hatten die Szene eine Zeit lang nicht einmal im Schnitt. Und dann, gegen Ende, sagten wir uns: ‚Wisst ihr was? Wir müssen diese Zeile ausprobieren.’“

Dreifaches Ende

Um ganz genau zu sein, hat der Netflix-Blockbuster sogar ein dreifaches Ende, wie es der Filmemacher selbst nennt.

Das Schicksal von Meryl Streeps Figur wird in der Mid-Credits-Szene besiegelt, als sie 22.000 Jahre später von einem „Brontaroc“ getötet wird, nachdem sie, Isherwell und eine Gruppe wohlhabender Personen nach der Landung auf einem neuen Planeten aus den Kryokammern ihres Raumschiffs entkommen sind.

„Heißt das, dass jeder auf jedem der Schiffe von Brontarocs gefressen wird?“, fragte sich McKay im Variety-Interview. „Ich denke, das tut es.“

In der dritten und letzten Abspannszene scheint Präsidentin Orleans Sohn Jason der einzige Überlebende der Katastrophe zu sein. McKay sagte: „Was wäre, wenn Jason Orlean, der vielleicht die verachtenswerteste Figur im Film ist, der letzte Mensch auf der Erde ist?“

Die Komödie „Don’t Look Up“ ist auf Netflix verfügbar. Zehn Tage vor dem Kinostart war der Film bereits für insgesamt vier Golden Globe Awards nominiert, unter anderem in der Kategorie „Bester Film – Komödie“. Der Blockbuster mit der Mega-Besetzung gilt schon jetzt als heißer Oscar-Anwärter.