Netflix veröffentlichte Horrorfilm, der komplett von einem Bot geschrieben wurde

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 01.11.2021, 20:05 Uhr
Netflix veröffentlichte Horrorfilm, der komplett von einem Bot geschrieben wurde
Netflix veröffentlichte Horrorfilm, der komplett von einem Bot geschrieben wurde

RapunzielStock/Shutterstock

Wer sich einen Tag nach Halloween nochmal gruseln oder amüsieren möchte, sollte sich den Kurzfilm „Mr. Puzzles wants to you to be less alive“ ansehen. Drehbuchautor: ein Bot.

Ein Bot, der einen Horrorfilm schreibt — das klingt an sich schon viel beängstigender, als es jede Handlung eines Horrorfilms jemals sein könnte. Genau das ist vor einiger Zeit aber passiert. Das Ergebnis kann man auf der YouTube-Seite von Netflix ansehen — quasi als Abschluss für die Halloween-Feierlichkeiten.

400.000 Stunden Horror

„Mr. Puzzles wants to you to be less alive“ heißt der Kurzfilm, der zur Gänze von künstlicher Intelligenz geschrieben wurde. Dafür wurde der Bot mit 400.000 Stunden Horrorfilmen gefüttert und konnte sich somit genügend Informationen und Daten ziehen. Das Ergebnis soll — zumindest laut Algorithmus — das perfekte Gruselvergnügen sein. Dabei handelt es sich um einen animierten, rund fünfminütigen Film.

Schräge Handlung, schräge Dialoge

„Mr. Puzzles wants to you to be less alive“ ist in erster Linie eines: so richtig obskur. Besonders viel Sinn machen die Sätze nur selten. „We see a woman that has outer beauty and inner blood“, heißt es zu Beginn. Man sieht eine Frau, die gefesselt von einer Decke hängt. Unter ihr befinden sich Kreissägen. „Das ist kein normales Halloween für sie“, sagt die Botstimme. Daraufhin die Frau: „Was passiert gerade? Wo bin ich? Ich sollte im Sexy Summer Camp sein“. Dann erscheint der namensgebende Schurke Mr. Puzzles — eine Art Teufel im Anzug auf einem Einrad (mit zwei weiteren Rädern). Dabei, das verraten die Kreissägen, ließ sich die künstliche Intelligenz wohl von „Saw“ inspirieren. Dass anschließend ein Wal mit Hut und Pistole als Unterwasserpolizist auftaucht, macht die Sache nicht unbedingt weniger ernsthafter.

Beruhigendes Fazit zum Film

Eines steht fest: In absehbarer Zukunft werden Drehbuchautoren von Horrorfilmen wohl noch nicht um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen. Dennoch ist „Mr. Puzzles wants you to be less alive“ ein witziges Experiment, das durchaus zeigt, was alles möglich sein könnte — aber auch, dass künstliche Intelligenz derzeit noch weit davon entfernt ist, einen guten Horrorstreifen zu schreiben. Eigentlich beruhigend. (Redaktion KuT)