Samstag, 18. Januar 2020 12:03 Uhr

Nina Hoss musste für Oscar-Abstimmung 84 Filme anschauen

Radio Bremen/Frank Pusch

Im Juli letzten Jahres verkündete die Academy of Motion Picture Arts and Sciences die neuen Mitglieder, die künftig über die Vergabe der Oscars mit abstimmen dürfen – darunter auch die deutsche Schauspielerin Nina Hoss.

Diese allerdings wusste zum Zeitpunkt der Bekanntgabe noch gar nichts von ihrem Glück. „Ich habe das aus der Presse erfahren“, gestand die 44-Jährige bei „3nach9“ im Gespräch mit Gastgeber Giovanni di Lorenzo. „Ich habe dann meine Agentin angerufen und gesagt: Ich bin jetzt anscheinend in der Oscar-Akademie – stimmt das? Ich weiß von nichts.“

Nina Hoss musste für Oscar-Abstimmung 84 Filme anschauen

Radio Bremen/Frank Pusch

Anschließend kontaktierte sie ihren Schauspielkollegen Sebastian Koch, von dessen Aufnahme in die Academy sie wusste, und fragte ihn: „Hast du da was bekommen? Und er hatte was. Da dachte ich, dann stimmt das nicht. Dann ist das irgendeine Witzmeldung.“ Als Nina Hoss die entsprechende Benachrichtigung schließlich doch entdeckte, war klar, dass es sich um keine Fake-News handelte. „Das war wirklich ein großer Moment.“

Ticket muss man selber bezahlen

Von Giovanni di Lorenzo nach den Aufgaben als Academy-Mitglied befragt, erklärte Nina Hoss. „Wählen! Jeden Tag hatte ich einen neuen Film im Briefkasten. Wie Weihnachten, denn ich liebe es, Filme zu gucken und Filme zu machen. Das war großartig.“

Insgesamt 84 Filme habe sie angeschaut und anschließend abgestimmt. Sie empfinde den Job in der Academy als „aufregend“ und „enorme Ehre“. Bei der Oscar-Verleihung, die am 9. Februar in Los Angeles stattfindet, wird die Schauspielerin trotzdem nicht persönlich anwesend sein – obwohl sie dürfte. „Ich müsste mein Ticket selber kaufen. Das mache ich nicht.“

Übrigens hatte Nina Hoss offenbar schon als Kind ein Faible für Abstimmungen, wie sie bei „3nach9“ berichtete. Ihr Vater Willi Hoss, einer der Mitgründer der Partei „Die Grünen“, habe sie als Kind häufiger mit zu Versammlungen genommen. „Ich saß immer neben meinem Vater und habe gemalt. Und ab und zu durfte ich den Stimmzettel hochhalten. Das fand ich natürlich wahnsinnig aufregend.“

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