Donnerstag, 26. Juli 2018 21:55 Uhr

„Papillon“: Charlie Hunnam auf dem Weg nach ganz oben

Egal, ob als motorradfahrender Rocker, als wagemutiger König oder als zu Unrecht verurteilter Gefängnisinsasse in ‚Papillon‘, seiner neuen Hauptrolle, in der er ab heute im Kino zu sehen ist: An Charlie Hunnam kommt derzeit niemand vorbei.

"Papillon": Charlie Hunnam auf dem Weg nach ganz oben

Charlie Hunnam. Foto: Lexi Jones/WENN.com

Kaum ein anderer Schauspieler schafft den Sprung zwischen sehr speziellen und starken Figuren so gekonnt wie Hunnam, der laut eigener Aussage selbst sein größter Kritiker ist. Mit Bedacht und Fingerspitzengefühl wählt er Serien- und Filmrollen aus, die Zuschauer weltweit begeistern und wurde dafür nicht nur mehrfach für Preise nominiert und ausgezeichnet, sondern auch von der CinemaCon zum „Male Star of the Year“ 2017 gekürt. Charlie Hunnams Karriereweg scheint nur eine Richtung zu kennen: steil bergauf!

Durchbruch mit „Sons of Anarchy“

Charlie Matthew Hunnam wurde am 10. April 1980 in Newcastle upon Tyne geboren, einer Stadt im englischen Nordosten, die ansonsten eher für Steinkohle, Bier und Schifffahrt bekannt ist. Der zweitälteste Sohn einer Geschäftsfrau und eines Schrotthändlers studierte Filmgeschichte und Darstellende Künste am Cumbria College of Art und zog Anfang 2000, nach mehreren kleinen Rollen in britischen Fernsehserien, schließlich in die USA.

Nach ersten Erfolgen auf der großen Leinwand, unter anderem mit seinen Rollen als rebellierender Nicholas in der Charles Dickens Verfilmung“Nicholas Nickleby“ (2003) oder als Patric im dystopischen „Children of Men“ (2006), verschaffte ihm seine Darstellung des Protagonisten Jackson „Jax“ Teller, den er sechs Jahre in der US-amerikanischen Fernsehserie „Sons of Anarchy“ (2008 – 2014) spielte, nicht nur zahlreiche Nominierungen, sondern auch weltweiten Ruhm. Mittlerweile ist er zudem nicht nur für seine Hauptrolle in Guillermo del Toro’s millionenschwerem Blockbuster „Pacific Rim“ (2013) bekannt, sondern auch als Percy Fawcett in „Die versunkene Stadt Z“ (2016) und als der legendäre King Arthur in Guy Ritchies Action-Abenteuer „King Arthur: Legend of the Sword“ (2017), mit dem er seiner Karriere als Filmschauspieler den Ritterschlag verpasste. Aktuell sorgt er mit seinem neuesten Projekt international für Aufsehen.

"Papillon": Charlie Hunnam auf dem Weg nach ganz oben

Charlie Hunnam (Papillon) und Rami Malek (Louis Dega) gemeinsam mit Regisseur Michael Noer am Set von „Papillon“. Foto: Constantin Film Verleih GmbH / Jose Haro

Die Geschichte von Papillon

Darsteller Charlie Hunnam sagte über den Charakter in Papillon: „Er war ein anständiger Junge aus der Mittelschicht, ein Lehrersohn, der nach Wegen gesucht hat sein Leben aufregender zu gestalten.” .

Die Rede ist hier nicht von Hunnam selbst, sondern von seinem Charakter Henri „Papillon“ Charrière, auf dessen unglaublicher Lebensgeschichte der gleichnamige Film basiert. In dieser faszinierenden, brutalen und mitreißenden Verfilmung des autobiografischen Romans von Charrière wird Papillon im Frankreich der 30er Jahre zu Unrecht wegen Mordes verurteilt und muss seine lebenslange Haftstrafe daraufhin in der berüchtigten Strafkolonie St. Laurent in Französisch-Guayana verbüßen.

Den Spitznamen „Papillon“ beschert ihm sein markantes Schmetterlingstattoo auf der Brust, welches zu damaligen Zeiten ein Zeichen für Diebe war. Papillon begegnet in der Strafkolonie letztlich seinem Leidensgenossen Louis Dega (Rami Malek), einem verurteilten Fälscher, der fortan unter seinem Schutz steht, wofür Dega im Gegenzug Papillons Fluchtversuche finanziert.

"Papillon": Charlie Hunnam auf dem Weg nach ganz oben

Regisseur Michael Noer inszeniert das Gefangenenlager mit den dort herrschenden unmenschliche Bedingungen. Foto: Constantin Film Verleih GmbH / Jose Haro

Geschichte von Freundschaft und Brüderlichkeit

Papillon ist auf der einsamen Insel als Gefangener eines brutalen Systems immenser mentaler und körperlicher Folter ausgesetzt. Der Alltag der Gefangenen ist von Hunger, Schmerz und Demütigung geprägt. Um seinem Charakter so viel Authentizität wie möglich zu verleihen, begab sich Hunnam selbst an die Grenzen des menschlich Erträglichen: Während der Dreharbeiten verbrachte er eine knappe Woche schweigend, ohne Essen und kaum Wasser, in einer Isolationszelle und berichtet von dieser Erfahrung als eine der schwierigsten seines Lebens: „Das war das Mindeste was ich tun konnte, um auch nur ansatzweise zu verstehen, was es bedeutet, fünf Jahre in Einzelhaft zu verbringen. Gewissermaßen war ich es der Rolle schuldig (…), aber es war dann doch ziemlich emotional.“

"Papillon": Charlie Hunnam auf dem Weg nach ganz oben

Auf der Reise in die Strafkolonie in Französisch-Guayana gerät Papillon (Charlie Hunnam) in Konflikt mit einem Aufseher. Foto: Constantin Film Verleih GmbH / Jose Haro

“Es ist eine Geschichte, die von Freundschaft und Brüderlichkeit handelt und davon erzählt, wie Leute unter den schwierigsten Umständen dennoch gütig zueinander sind. Es ist gewissermaßen ein Zeugnis an das Durchhaltevermögen des Menschen.”
so Charlie Hunnam über seine neuste Rolle.

Regisseur Michael Noer sieht in den verzweifelten Fluchtversuchen Papillons nicht nur eine Flucht aus grauenhaften Lebensumständen, sondern auch eine Neuentdeckung des Lebens, die Wertschätzung dessen und die Frage nach dem Sinn. Nicht zuletzt ist es die Freundschaft zwischen Papillon und Dega, die dem Film seine prägnante zwischenmenschliche Note verleiht. Es ist eine Freundschaft, die sich von der Leinwand ins wahre Leben übertragen hat. Hunnam plante von Anfang an, Rami Malek für die Rolle des Dega an seiner Seite zu haben und dieser spricht nur in höchsten Tönen von ihrer Zusammenarbeit. Malek betont, dass er in Hunnam einen Freund gefunden habe „den er für den Rest seines Lebens an seiner Seite haben wird.“

Papillon ist ohne Frage ein weiterer Meilenstein auf Charlie Hunnams Weg in die Riege der beeindruckendsten Schauspielstars unserer Zeit.

"Papillon": Charlie Hunnam auf dem Weg nach ganz oben

Papillon (Charlie Hunnam) sind die Strapazen der Flucht anzusehen. Foto: Constantin Film Verleih GmbH / Jose Haro

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