20.09.2020 14:24 Uhr

«Persischstunden»: NS-Drama mit Lars Eidinger

Der junge Jude Gilles wird von den Nationalsozialisten gefasst. Er weiß sich nicht anders zu helfen, als sich als Perser auszugeben. Doch damit beginnen neue Probleme.

Alamode Film/dpa

Das Drama „Persischstunden“ beginnt mit einer Lüge. Als die Nationalsozialisten den jungen Juden Gilles fassen, gibt er sich als Perser aus. Künftig soll er einem Hauptsturmführer (Lars Eidinger) Farsi beibringen. Das Problem: Gilles kann die Sprache natürlich nicht – und unterrichtet ihn in Fantasiewörtern.

Gilles – gespielt vom Argentinier Nahuel Pérez Biscayart – erfindet immer neue Wörter. Der Film erzählt, mit welchen Tricks der Mann zu überleben versucht. Denn ihm droht der Tod, sollte er auffliegen.

Schauspieler Eidinger macht aus dem Hauptsturmführer eine interessante Figur. Er organisiert im Lager die Verpflegung, will nach dem Krieg aber in Teheran ein Restaurant eröffnen. Man guckt den beiden Hauptdarstellern gerne zu, wie sie ihre Rollen ausfüllen.

Nach der Weltpremiere auf der diesjährigen Berlinale kommt der Film von Regisseur Vadim Perelman nun in die Kinos. „Persischstunden“ zeigt zwei hervorragende Schauspieler in einer düsteren Atmosphäre, die an ein Kammerspiel erinnert. Auch wenn die Geschichte zuweilen etwas naiv wirkt, ist der Film sehenswert.

Persischstunden, Deutschland/Russland 2019, 127 Min., FSK ab 12 Jahren, von Vadim Perelman, mit Lars Eidinger, Nahuel Pérez Biscayart, Jonas Nay und Leonie Benesch

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