Donnerstag, 19. September 2019 21:23 Uhr

„Rambo – Last Blood“: Stallone großartig als alter verwundbarer Soldat

Sylvester „Sly“ Stallone überzeugt auch mit 73 Jahren in „Rambo – Last Blood“. Im 5. Teil der Spielfilmreihe ist John Rambo (Sylvester Stallone) ein Kriegsveteran, den familiäre Umstände zwingen noch einmal zu kämpfen.

John Rambo geht es gemütlich an auf seiner Ranch in Arizona. Er kümmert sich um Pferde, arbeitet mit ihnen, trinkt seinen Kaffee, den seine Haushälterin Maria (Adriana Barraza, 63, „Babel“, „Thor“) ihm hinstellt und lässt den Tag auf das Angenehmste vergehen. Das täuscht natürlich gewaltig.

"Rambo - Last Blood": Stallone großartig als alter verwundbarer Soldat

Foto: Universum Film

Rambo scheint ein gebrochener Mann zu sein, ihn quälen die Bilder von all den Toten, die er im Krieg gesehen hat. Rambo ist ein Veteran, den der Krieg einfach nicht loslässt, aber mit den Erinnerungen umzugehen gelernt hat.

Die Ranch ist unterhöhlt mit einem Tunnellabyrinth – man weiß ja nie, wann so was nützlich sein kann. Und das wird es natürlich, wer hätte das gedacht.

Darum geht’s

Ein ruhiger Lebensabend ist Rambo aber nicht vergönnt. Seine Ziehtochter Gabriella (Yvette Monreal, 27) trifft eine falsche Entscheidung auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater in Mexico und der alte Mann muss sich auf den Weg nach Süden machen. Wenn er es nicht tut, dann hilft dem Mädchen niemand. Schnurgerade wird die Story erzählt und erspart keinem mitanzusehen, was es für ein Mädchen heißt, 3-2-1 verkauft zu werden und kein selbstbestimmtes Leben mehr zu führen. Rambo hat von diesen Geschäften wohl ein ziemlich genaues Bild, denn er ist sofort entschlossen, Gabriela zu finden und zurück nach Hause zu bringen. Er hat keine Wahl, er kann niemanden darum bitten und in Mexico gleich zweimal nicht. Gabriella und viele andere Mädchen werden unter Drogen gesetzt, ziemlich oft verprügelt und müssen sich prostituieren. An dem Land Mexico bleibt in „Rambo Last Blood“ kein gutes Haar, alle Männer sind Kriminelle und Vergewaltiger und erklären großkotzig, dass Frauen weniger als nichts wert sind. Selbst Polizisten werden die jungen Frauen zum vergewaltigen vorgeworfen.

"Rambo - Last Blood": Stallone großartig als alter verwundbarer Soldat

Foto: Universum Film

Die Welt in schwarz-weiß

„Rambo Last Blood“ ist gewalttätig, klar. Das Mädchenhändlerpack der übelste Abschaum und Rambo ist der Gute – auch klar. Aber Sylvester Stallone spielt seinen zweitberühmtesten Filmcharakter neben Rocky Balboa klug und fast zurückgenommen. Der alte Krieger ist müde und muss doch wieder fast zermatscht werden, um an die Gangsterbrüder Martinez (Sergio Peris-Mencheta, 44, „Snowfall“ und besonders irre Óscar Jaenada, 44, „The Man who killed Don Quixote“) heranzukommen.

"Rambo - Last Blood": Stallone großartig als alter verwundbarer Soldat

Foto: Universum Film

Irgendwann liegt er tatsächlich mit komplett zugeschwollenem Gesicht auf dem Sofa einer Schicksalsgefährtin, einer Journalistin (Paz Vega). Sie hat ihre Schwester an die Zuhälter verloren und so ist sie Rambo gern behilflich. Aber auch sie hat Angst, denn das Kartell ist überall. Bis Rambo soweit ist, die Gebrüder Blattschuss platt zu machen, muss er selbst ordentlich Dreck fressen, aber dann, liebe Kinogemeinde, dann geht’s rund.

Fazit: Von der allerersten Sekunde bis zum letzten Bild (bitte unbedingt sitzen bleiben) ein rundum gelungener Action-Streifen. Sylvester Stallone zeigt in „Rambo – Last Blood“ einen verwundbaren alten Soldaten, der ungern noch einmal losziehen muss. Was was sein muss, das muss sein! (Kinotante Katrin)

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