Dienstag, 7. Mai 2019 22:52 Uhr

Rebel Wilson über Glam Girls, Mallorca und den Mann für’s Leben

US-Schauspielerin Rebel Wilson ist das perfekte Beispiel für eine moderne Frau: Sie ist klug und selbstbewusst, hat einen tollen Humor und steht zu ihrer Konfektionsgröße. Schon alleine deshalb ist sie für viele ein großes Vorbild.

Rebel Wilson über Glam Girls, Mallorca und den Mann für's Leben

Foto: Christian Black/ Metro Goldwyn Mayer Pictures

In ihren Filmen gibt sich die 39-Jährige gerne als tollpatschig und ungeschickt – aus einem ganz bestimmten Grund: „Es ist einfacher, jemanden zum Lachen zu bringen, wenn man sich von seiner ungeschickten Seite zeigt“, erklärt Wilson über die Kunst der Komödie.

Ab dem 09. Mai ist sie an der Seite von Anne Hathaway als Betrügerin in der Komödie ‚Glam Girls: Hinreißend verdorben‚ zu sehen. Gemeinsam versuchen die beiden Männer übers Ohr zu hauen, um sie auszunehmen,. Doch dann soll ein Wettkampf entscheiden, wer von ihnen in Südfrankreich bleiben kann und wer einpacken muss. ‚Glam Girls’ stand Wilson allerdings nicht nur vor der Kamera, sie war auch als Produzentin tätig.

Rebel Wilson über Glam Girls, Mallorca und den Mann für's Leben

Foto: Christian Black/ Metro Goldwyn Mayer Pictures

Als “Fat Amy“ in ‚Pitch Perfect – Die Bühne gehört uns‘ wurde die australische Schauspielerin 2012 über Nacht zum internationalen Star. Wie sie damit zurecht kam und wieso sie glaubt, bald den Mann fürs Leben zu finden, verrät sie unserer New Yorker Korrespondentin Rachel Kasuch beim exklusiven Interview. Die Schauspielerin trägt eine blaue Bluse unter einem schwarz-weiß karierten Blazer, dazu eine schlichte schwarze Hose. Ihre Haare sind leicht gewellt, das Make-up, bis auf die rot geschminkten Lippen, dezent. Ihr Gesicht strahlt, als sie uns die Hand zur Begrüßung entgegenstreckt…

Was war der größte Schwindel, den Sie sich jemals geleistet haben?
Als Kind nahm mich mein Vater öfter mit zu seiner Arbeit in einer Firma für Im- und Export. Da lagen immer diese tollen Kataloge, mit denen ich mich beschäftigte. Plötzlich kam ich auf die Idee, Briefe an verschiedene Großhändler zu faxen. Die Nummern fand ich in den Katalogen. In einem meiner Briefe schrieb ich, dass ich eine große Hotelkette in Australien leite und gerne ihre Beauty-Produkte ausprobieren wolle. Würden sie mir zusagen, versprach ich, ihre Produkte in allen meinen Hotels zu platzieren. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Sachen ich zugeschickt bekam (lacht).

Was für eine Geschichte! Wie alt waren Sie damals?
Ich war zehn Jahre alt. Ich weiß, dass war ziemlich gerissen von mir (lacht).

Haben Sie auch schon mal für eine Filmrolle geschummelt?
Oh ja! Für eine Rolle musste ich Geige spielen können, also behauptete ich: ‚Klar, das kann ich ausgezeichnet‘. Als ich vom Casting nach Hause kam, suchte ich auf YouTube ein Video darüber, wie man am schnellsten Geige spielen lernen kann. Ich übte Tag und Nacht. Zwei Wochen später, als die Dreharbeiten begannen, spielte ich Geige (lacht). Natürlich nicht perfekt, aber es reichte.

Also würden Sie alles für eine Filmrolle in Kauf nehmen?
Nein, vor Nacktaufnahmen würde ich die Reißleine ziehen. Bis jetzt habe ich meine Kleidung anbehalten (grinst).

In „Glam Girls: Hinreißend verdorben“ spielen Sie an der Seite von Anne Hathaway. Was hat Sie an ihr überrascht?
Ich bin schon lange ein großer Fan von ihr und freute mich riesig, mit ihr arbeiten zu können. Was viele Leute nicht über sie wissen ist, dass sie unglaublich lustig ist. Gleichzeitig ist sie aber auch total professionell. Sie kommt immer perfekt vorbereitet zum Set und ist stets hundertprozentig bei der Sache.

Rebel Wilson über Glam Girls, Mallorca und den Mann für's Leben

Foto: Christian Black/ Metro Goldwyn Mayer Pictures

Sie haben auch auf Mallorca gedreht. Hatten Sie Spaß auf der Insel?
Es war toll! Die gesamte Filmcrew wohnte im Park Hyatt Hotel, das war brandneu und super schön. Anne und ich hatten beide eine Präsidenten-Suite mit Whirlpool auf dem Balkon. Natürlich hatten wir eine Verbindungstür zueinander. Am Set arbeiteten wir ohne Mittagspause, was bedeutete, dass wir schon relativ früh zurück im Hotel waren. Oft verbrachten wir den Sonnenuntergang mit Wein im Whirlpool.

Haben Sie auch Promis auf Mallorca getroffen?
Oh ja. Ich durfte Rafael Nadal kennenlernen. Er ist ja ein Tennis-Star und einer der größten Promis auf Mallorca. Ich spiele auch Tennis. Wir hatten einiges gemeinsam, um eine tolle Unterhaltung zu starten (grinst).

Sie standen für den Film nicht nur vor, sondern als Produzentin auch hinter der Kamera.
Genau, darauf bin ich extrem stolz. Ich habe ja bis jetzt noch keine Kinder – vielleicht in der Zukunft (lacht) – aber im Moment sind meine Filme meine Babys. Ich habe gerade zwei produziert und beide laufen im Kino. Ich habe also quasi gleich zwei Babys in einem Jahr geschaffen (lacht). „Glam Girls“ und „Isn’t it Romantic“.

Foto: Christian Black/ Metro Goldwyn Mayer Pictures

Konnten Sie sich als Produzentin auch Requisiten vom Set sichern?
Ich habe Möbel gekauft. Alle Möbel, die Sie in Annes Villa sehen, wurden extra für den Film von einem tollen Designer-Team gebaut. Den Glastisch im Esszimmer, der in einer Szene zu sehen ist, habe ich für mein Haus in Australien gekauft. Ich hatte Glück und habe50 Prozent Rabatt bekommen.

Gekauft? Haben Sie den nicht gratis bekommen?
Oh nein, ich musste dafür bezahlen. 40.000 US-Dollar. Aber das ist ein Schnäppchen und sieht bestimmt toll in meinem Haus in Australien aus. Er wurde mit einem Container verschifft.

Viele Frauen sehen Sie als Vorbild im Kampf gegen den Druck, am besten in Größe XS passen zu müssen.
Ich finde es ist wichtig zu zeigen, dass nicht jeder XS tragen muss. Ich trage 46/48, das ist die aktuelle Durchschnittsgröße bei amerikanischen Frauen. Trotzdem sehen wir davon gerade einmal ein Prozent in Filmen. Das ist leider eine ganz traurige Bilanz.

Sie wurden 2012 mit ihrer Rolle als ‚Fat Amy‘ in Pitch Perfect berühmt.
Ich war zwar schon vorher in Australien berühmt – aber das zählt nicht (lacht). Die Woche als ‚Pitch Perfect’ anlief, veränderte mein Leben. Auf einmal konnte ich nicht mehr einfach so zum Supermarkt oder ins Einkaufszentrum gehen. Überall wurde ich angesprochen. Und dann standen auf einmal Paparazzi vor meiner Haustüre.

Wie sind Sie damit zurecht gekommen?
Es war ein komisches Gefühl, in einem Restaurant zu sitzen und von jedem angestarrt zu werden. Ich war damals 31. Mir tun die Stars leid, die mit 15 oder so berühmt werden.

Inwiefern?
Mir wurde auf einmal von jedem gesagt, wie lustig ich sei und dass ich der nächste große Star sein werde. Die Leute füttern einen mit all diesen Dingen, die man vielleicht hören will, aber die nicht der Realität entsprechen. Wenn man jung ist, ist es schwerer, die Realität zu verkraften. Deshalb gibt es ja so viele Stars, die jung berühmt wurden und dann auf einmal abrutschen. Jetzt verstehe ich, wieso das passiert.

Rebel Wilson über Glam Girls, Mallorca und den Mann für's Leben

Foto: Metro Goldwyn Mayer Pictures

In der Eröffnungsszene des Films sehen wir, wie ein Mann auf ein Foto nur wegen großer Brüste anspringt. Sind Männer wirklich so oberflächlich?
Haben Sie schon mal versucht in Los Angeles zu daten? Sie würden sich wundern, was der normale Mann dort für Ansprüche daran stellt, wie eine Frau aussehen sollte. Natürlich ist das jetzt eine Klischeeaussage, es gibt auch viele gute Männer. Aber es ist wirklich schlimm, was sich manche Männer vorstellen. Die Frau muss am besten 21 und ein Model sein, perfekt wären noch russische Vorfahren. Dann passt es (lacht).

Wie kommen Sie damit zurecht?
Kaum (lacht). Deshalb habe ich ziemlich lange gar nicht gedated. Aber dieses Jahr habe ich zu meinem Jahr der Liebe erkoren. Was bedeutet, dass ich mich in die Dating-Welt stürze, um zu sehen, was dabei herauskommt. In den letzten Jahren habe ich mich nur mit meiner Arbeit beschäftigt, aber jetzt will ich es wissen (lacht).

Und wie machen Sie das?
Ich bin bei einer Dating-App für Promis angemeldet. Da habe ich auch schon Ben Affleck gesehen, aber ich habe ihn nicht angeschrieben (lacht). Ich habe bis jetzt schon viele gute Erfahrungen gemacht. Letzte Woche war ich sogar mit einem Deutschen auf einem Date. Ich habe zwar noch nicht den Mann fürs Leben gefunden, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er in meiner ganz nahen Zukunft auftauchen wird…

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