Reemtsma-Entführung kommt ins Kino – mit völlig neuer Perspektive

Reemtsma-Entführung kommt ins Kino - mit völlig neuer Perspektive
Reemtsma-Entführung kommt ins Kino - mit völlig neuer Perspektive

© Gerald von Foris

15.03.2021 10:50 Uhr

In Hamburg haben die Dreharbeiten für den Kinofilm "Wir sind dann wohl die Angehörigen" nach dem gleichnamigen Roman von Johann Scheerer begonnen.

Aus der ungewöhnlichen Perspektive des 13-jährigen Johann erzählt der Film von der Entführung seines Vaters. „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ ist die Geschichte einer Familie im Ausnahmezustand.

Hans-Christian Schmid („Crazy“) inszeniert das von Michael Gutmann und ihm entwickelte Drehbuch. Britta Knöller und Hans-Christian Schmid produzieren den Film für ihre gemeinsame Firma 23/5. Unser Foto oben zeigt Hans-Christian Schmid, Hauptdarsteller Claude Heinrich und Kameramann Julian Krubasik.

Reemtsma-Entführung kommt ins Kino - mit völlig neuer Perspektive

Johann Scheerer 2018. © IMAGO / Future Image

Hintergrund

Am 25. März 1996 wird Jan Philipp Reemtsma entführt und in einem Keller eingesperrt. Sein Sohn Johann und seine Frau Ann Kathrin erleben mit, wie sich ihr Zuhause über Nacht in eine Einsatzzentrale verwandelt. Zwei Betreuer der Polizei, der Anwalt der Familie und ein enger Freund bilden eine Schicksalsgemeinschaft, verbunden nur durch das gemeinsame Ziel, Johanns Vater möglichst schnell und unversehrt nach Hause zu holen.

Über vier Wochen wird Johann Zeuge, wie zäh das Ringen mit den Entführern ist und die quälende Ungewissheit allen im Haus zu schaffen macht. Wie hält man die Sorge, die Angst und die Langeweile aus? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber gleichzeitig zum Warten gezwungen wird?

Übrigens: Die Öffentlichkeit erfuhr erst nach der Freilassung Reemtsmas von dessen Entführung. Der an der Entführung damals beteiligte Haupttäter Thomas Drach ist erst kürzlich wieder verhaftet worden.

Diese Stars sind dabei

Die Dreharbeiten finden noch bis Ende Mai an Motiven in Hamburg und Nordrhein-Westfalen statt. Neben Claude Heinrich als Johann und Adina Vetter als Ann Kathrin Scheerer stehen Justus von Dohnányi, Hans Löw, Yorck Dippe, Enno Trebs und Fabian Hinrichs vor der Kamera von Julian Krubasik.

„Wir sind dann wohl die Angehörigen“ soll 2022 in die Kinos kommen.

Das ist Johann Scherer

Der Musiker und Musikproduzent Johann Scheerer ist der Sohn von Reemtsma und Psychoanalytikerin Ann Kathrin Scheerer. Er verarbeitete die Entführung seines Vaters in den zwei Büchern „Wir sind dann wohl die Angehörigen. Die Geschichte einer Entführung“ und „Unheimlich nah“.

Scheerer arbeitete u.a. mit Britenstar Pete Doherty an dessen Soloalbum, das 2016 erschien. Dohertys Kommentar im „Spiegel“: „Der Typ hat mein Leben gerettet“.