Coming soon„Rex Gildo – der letzte Tanz“: Das tragische Schicksal der Schunkelikone kommt ins Kino

Rex Gildo gespielt von Kilian Berger
Rex Gildo führte ein Doppelleben.

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Redaktion KuTRedaktion KuT | 07.08.2022, 20:30 Uhr

Die Schlager-Ikone Rex Gildo bekommen wir bald wieder auf der großen Leinwand zu Gesicht. Der viel zu früh 70er-Jahre-Star hat ein aufregendes Leben geführt – in dem dann doch nicht alles so rosig war...

Der Hit-Sänger Rex Gildo hat sich den Titel „Schlager-Legende“ ordentlich verdient. Sein Gassenhauer „Fiesta Mexicana“ rockt noch heute jede Schlagerparty, er selbst hat sich jedoch viel freiwillig zu früh aus dem Leben verabschiedet.

Seiner tragischen Geschichte hat sich der 79-jährige Erfolgsregisseur Rosa von Praunheim angenommen, der sein Werk bereits Ende Juni 2021 auf dem Filmfest München der Welt zeigen durfte. Doch nicht alle sind mit dem Doku-Drama einverstanden, wie ein Boykott-Aufruf zeigt.

Rex Gildo im neuen Film REX GILDO - DER LETZTE TANZ
Rex Gildos tragische Geschichte wird von Rosa von Praunheim erzählt.

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Rex Gildo: Die Legende, die aus dem Klofenster sprang

Die Lebensgeschichte des Schlagersängers ist von Erfolg, aber eben auch von Verfolgung geprägt. Mit einer typischen Mischung aus Dokumentar- und Spielfilmelementen erzählt Rosa von Praunheim die Geschichte von Rex Gildos Leben zwischen Ruhm und verbotenen Sehnsüchten.

Als Star der sechziger und siebziger Jahre wurde der Schlagersänger als Frauenheld verkauft, während er hinter geschlossenen Türen eine Liebesbeziehung mit seinem Manager und Ziehvater Fred Miekley geführt haben soll. Würde das ans Licht kommen, wäre Gildos Traumkarriere sofort beendet gewesen – dementsprechend musste sich der Sänger vor möglichen Gerüchten schützen. Kurzerhand heiratete er seine eigene Cousine – doch dann verstarb sein Manager unerwartet, was den Schlagerstar in eine Tabletten – und Alkoholsucht trieb. Von der Cousine trennte er sich, man blieb aber verheiratet. Was sollen denn die Leute denken!

Rex Gildo 1974
Rex Gildo 1974

MAGO / United Archives

Ein Outing blieb zeitlebens aus. Auch mit dem Altern soll Rex Gildo nicht klar gekommen sein, das Toupet trug er bis zuletzt, als man ihn schwerverletzt auf einer Wiese fand.

Seinen Tod fand der einstige Schlagerstar und Mädchentraum am 26. Oktober 1999, als er sich aus dem Toilettenfenster im zweiten Stock einer Wohnung in München stürzte. Angeblich im Vollrausch. Da war er 63. Die Hintergründe des Sturzes sind bis heute nicht ganz klar.

Für den einst gefeierten Star war es offenbar auch unerträglich nur noch in Einkaufszentren vor einer Handvoll Leuten aufzutreten.

Kilian Berger und Kai Schumann als Rex Gildo

In Rosa von Praunheims Doku-Drama wird Rex Gildo von gleich zwei Schauspielern gespielt. Den jungen Schlagerstar porträtiert der österreichische Newcomer Kilian Berger, der bisher vor allen in zahlreichen Musical- und Theaterproduktionen mitwirken konnte. Als junger Rex Gildo feiert er sein Leinwanddebüt – neben Kai Schumann, der bereits mit von Praunheim für den Film „Der Einstein des Sex“ (1999) zusammenarbeiten durfte. Der 46-jährige Hamburger spielt den älteren Rex Gildo, der schließlich den Schatten seiner selbst erledigt.

„Er hat es gehasst, auf sein Alter angesprochen zu werden.“
(Rex Gildos einstiger Anwalt Roland Hasl)

Rex Gildo 1998
Der echte Rex Gildo 1998

IMAGO / teutopress

In seiner Rolle als Gildos Manager Fred Miekley brilliert der wie immer großartige Ben Becker (Foto unten). Dieser hat bereits in über 80 Film- und Fernsehproduktionen mitwirken dürfen und im Jahr 1991 seinen großen Leinwand-Durchbruch mit dem Roadmovie „Das serbische Mädchen“ erreicht. Auch er hat bereits mit Rosa von Praunheim im Rahmen des Films „Der Einstein des Sex“ zusammengearbeitet.

Neben den hochkarätigen Schauspielern werden im Doku-Drama auch echte Interview-Mitschnitte gezeigt. Hier kommen unter anderem Schlagerstar Gitte Haenning und Cindy Berger zu Wort, die von ihrer Zeit mit Rex Gildo berichten.

Kilian Berger (junger Rex), Ben Becker (sein Manager und Liebhaber),

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Großer Boykott-Aufruf

Doch einer wichtigen Person rund um den Schlagerstar scheint das Werk von Rosa von Praunheim nicht zu gefallen. Nessa Notedigo, die Autorin der Biografie „Rex Gildo – Ein Leben zwischen Heimlichkeit und Applaus“, sprach sich gegen den geplanten Film aus und rief auf Facebook zum Boykott auf.

Ihre Meinung nach würde der Film über „Sexy Rexy“ die Sexualität des stets übernatürlich braun gebrannten Schlagerstars zu sehr in den Vordergrund stellen und seine restliche Persönlichkeit sowie sein Schlager-Imperium außer Acht lassen. Zudem bezweifele sie, ob Gildo überhaupt homosexuell gewesen sei.

„Rex Gildo war mehr als nur ein Mensch, der auf seine Sexualität reduziert werden muss! Rex Gildo war Künstler, Musiker und Entertainer! Was Ludwig Franz Hirtreiter privat trieb, das geht die Öffentlichkeit nichts an“, schrieb sie auf der Fanseite „Rex Gildo: 1936-1999 Unvergesslich“.

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„Rex Gildo – der letzte Tanz“ bald im Kino

Trotz der Einwände der Autorin hat der Film bereits gute Kritiken einheimsen können. „Rosa von Praunheims typische Mischung aus Originalaufnahmen, klassischen Zeitzeug*innen-Gesprächen, oft augenzwinkernden nachgespielten Szenen und seinen reichen persönlichen Erinnerungen geht einmal mehr hervorragend auf“, schreibt Filmkritiker Fabian Schäfer von „Queer.de“.

Der Kinostart für „Rex Gildo – der letzte Tanz“ ist am 29. September 2022.