Schluss mit der Kindheit! Was der neue „Pinocchio“ mit Mussolini zu tun hat

Tim GriemensTim Griemens | 16.06.2022, 20:48 Uhr
Guillermo del Toro verfilmt "Pinocchio"
Gepetto und Pinocchio in der neuen Netflix-Verfilmung.

Netflix © 2022

Die Disney-Verfilmung von „Pinocchio“ zählt immer noch zu den Klassikern der Zeichentrickfilme. Doch Meisterregisseur Guillermo del Toro hält nichts von der süßen Puppe, die ein Mensch werden will – und hat die Geschichte ins Verstörende abgeändert.

Wer sich auf eine herzerwärmende „Pinocchio“-Neuverfilmung gefreut hat, der wird eines Besseren belehrt werden. Denn wenn der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro ans Werk schreitet, dann ist es aus mit süß und wohlig.

Als Meister auf seinem Gebiet schafft er es, seinen Zuschauern das Gruseln zu lehren, und hat die Geschichte der kleinen Puppe in eine Art Horror-Story verwandelt. Und was wäre gruseliger, als die Nazis mit einzubeziehen? Inwieweit sich das auf Pinocchio auswirkt, hat er in einem Interview verraten.

Pinocchio als „der perfekte Soldat“

Das erste Mal hat del Toro über die Neuverfilmung mit „Vanity Fair“ gesprochen. In einem Interview verriet er: „Er wird in das Militärlager des Dorfes rekrutiert, weil der faschistische Beamte in der Stadt denkt, wenn diese Marionette nicht sterben kann, wäre sie der perfekte Soldat.“

Das klingt doch schon einmal nach einem Upgrade, schließlich hatte es Pinocchio in der „Disney“-Verfilmung  nur mit zwei hinterhältigen Betrügern zu tun.

Hier geht’s zum Trailer einer etwas fröhlicheren Pinocchio-Variante!



Doch was hat man auch anderes vom Horror-Meister erwartet? Die gesamte Geschichte spielt kurz vor dem Zweiten Weltkrieg und befasst sich mit dem erwachenden Faschismus von Diktator Mussolini in Italien. Ein großer Unterschied zu der Disney-Verfilmung, was wohl auch del Toros Ziel war.

Er verriet, dass sein Film „nicht konträrer zu den anderen Pinocchio-Verfilmungen sein könnte, sei es in spiritueller oder philosophischer Hinsicht.“

Guillermo del Toro in seinem Element

Doch nicht nur Pinocchio muss in der Neuverfilmung einiges erdulden. Auch Jiminy Kricket will der Regisseur ordentlich durch die Mangel nehmen, da er es selbst als Kind faszinierend fand, wie die Grille immer wieder getötet und dann auferstehen konnte. Hört sich auf jeden Fall nach einem bescheidenen Schicksal für Pinocchios Weggefährten an.

Guillermo del Toro verfilmt "Pinocchio"
Pinocchio in der neuen Netflix-Verfilmung.

Netflix © 2022

Weitere „Pinocchio“-Verfilmung kommt

Dieses Jahr werden wir tatsächlich nicht nur mit einer „Pinocchio“-Verfilmung gesegnet. Auch Tom Hanks wird uns als Geppetto in einer Musical-Verfilmung beehren, die am 08. September dieses Jahres erscheinen soll. Doch auf der Leinwand werden wir ihn nicht sehen – Der Film wird seine Premiere beim Streamingdienst Disney+ feiern.

Egal ob man’s magisch oder so richtig düster mag – für jeden ist dieses Jahr eine „Pinocchio“-Verfilmung dabei. Guillermo del Toros Verfilmung soll im Dezember dieses Jahres auf Netflix released werden.