21.12.2019 21:03 Uhr

„Star Wars 9“: Oscar Isaac in unserem großen Interview

imago images / ZUMA Press

Oscar Isaac ist Teil einer der größten Filmreihen, die jemals gemacht wurden: Star Wars! Als der 40-jährige Schauspieler, der in Guatemala zur Welt kam, vor fünf Jahren den Anruf bekam, dass er die Rolle des Poe Dameron in der Sequel-Trilogie „Star Wars – Episode VII: Das Erwachen der Macht“, „Star Wars – Episode VIII: Die letzten Jedi“ und „Star Wars – Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers“ verkörpern soll, war ihm zwar bewusst, dass er einem Universum beitritt, das auf der ganzen Welt bekannt ist.

Doch es war dem 40-Jährigen nicht klar, dass genau mit diesem Universum auch Angst und Selbstzweifel kamen. Im Interview mit klatsch-tratsch.de in Los Angeles offenbarte Isaac, wie sehr ihn „Star Wars“ als Mensch verändert hat.

"Star Wars 9": Oscar Isaac in unserem großen Interview

Was ist in Ihren Augen der interessanteste Part ihrer Rolle in „Star Wars – Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers“?
Für Poe Dameron finde ich am interessantesten, dass die Mitglieder der Gruppe, die bis jetzt auf ihrer Reise voneinander isoliert waren, zusammenkommen. Sie müssen nun als Einheit arbeiten, um gegen die Erste Ordnung zu kämpfen.

Können Sie uns noch mehr verraten?
(überlegt) Auf meiner Reise begegne ich Zone Bliss, gespielt von Keri Russell. Die Zuschauer werden sofort erkennen können, dass uns beide eine etwas komplizierte Vergangenheit verbindet.

Sie die beiden glücklich, sich wiederzusehen?
Ich kann nur sagen, dass es ein dynamisches Wiedersehen ist (grinst).

Kannten Sie Keri Russell vor den Dreharbeiten?
Nein. Das Lustige ist aber, dass ich mit ihrem Freund Matthew Rhys schonmal in einem Abenteuerurlaub in Alaska war. Dort hat er viel über sie gesprochen. Deswegen kam es mir bei unserem ersten Treffen so vor, als ob ich sie schon ewig kennen würde.

Das Drehbuch von „Star Wars“ ist ja immer streng geheim. Wie ist der genaue Vorgang, wenn Sie es zu sehen bekommen?
Wir werden zu sogenannten „Lesestunden“ eingeladen. Wenn wir unseren Teil fertig haben, gehen wir wieder – natürlich ohne das Drehbuch. Ich bin mir dabei immer wie in der Schule vorgekommen (lacht).  Wir wurden sogar beim Lesen überwacht, damit ja keine Fotos oder Notizen gemacht werden.

Die Maßnahmen sind ja nicht ohne Grundes so streng…
Stimmt. Es ist wirklich traurig, dass Leute es übers Herz bringen, vorab Informationen über die Story im Netz zu verbreiten. Ein einziger Beitrag kann den gesamten Film und somit die harte Arbeit vieler Menschen ruinieren. Die Ironie daran ist aber, dass das Drehbuch ständig geändert wird. Vor allem wenn wir mit JJ Abrams arbeiten, der fast täglich neue Ideen hat und alles in letzter Minute nochmal umschreibt. Deshalb ist keine der Szenen wirklich endgültig besiegelt, bis wir sie komplett abgedreht haben.

"Star Wars 9": Oscar Isaac in unserem großen Interview

2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Wie war es, wieder mit J.J. Abrams zu arbeiten?
J.J.s Geheimwaffe ist, dass er selbst ein riesen „Star Wars“-Fan ist. In meinen Augen ist er genau deshalb auch der Richtige, für diese Reihe Regie zu führen. Er respektiert und ehrt die Filme und das kommt einem solchen Franchise wie „Star Wars“ es ist, sehr entgegen. Er liebt die Besonderheiten und die Mechanik seiner Kreationen. Er ist lustig, klug und ein totaler Optimist. Und er kann keinen Moment still halten, sondern versucht jede Minute, das Beste aus sich selbst und anderen herauszuholen (lacht).

Wie war der letzte Tag am Set für Sie?
An meinem ersten Tag am Set war meine erste Szene im „Falcon“. Und an meinem letzten Drehtag wurde meine letzte Szene auch wieder im „Falcon“ gedreht. Das Lustige daran ist, dass es die gleiche Szene war (lacht). Sie musste nochmal nachgedreht werden. Als ich fertig war, verkündete JJ vor der versammelten Crew und den Schauspielern, dass es mein letzter Drehtag ist. Alle klatschten und ich sagte ein paar Worte. Mir kamen fast die Tränen.

Wie fühlten Sie sich in diesem Moment?
(überlegt) Es war auch der letzte Drehtag von Anthony Daniels und um ehrlich zu sein, werde ich diesen Moment mein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen. Als JJ seine Ansprache hielt, war Anthony so gerührt, dass er weinte. Für ihn ist „Star Wars“, sein Charakter C-3PO, sein ganzes Leben. Er hat ihn kreiert und gelebt. Diesen Moment mitzuerleben und seine Worte zu hören, war sehr bewegend.

"Star Wars 9": Oscar Isaac in unserem großen Interview

2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Können Sie sich noch daran erinnern, als der besagte Anruf kam, dass Sie die Rolle von Poe Dameron haben?
Das ist schon ziemlich lange her (lacht). Aber dieser Anruf war schlichtweg der Wahnsinn. „Star Wars“ ist legendär, jeder Schauspieler, jeder Fan und wahrscheinlich jeder Mensch auf dieser Welt würde gerne ein Teil dieses Universums, dieser Familie sein. Jedes Land kennt „Star Wars“ und dass ich als Latino mit dabei sein darf und meine Gesellschaft im Weltall repräsentieren kann, war ein ultimativer Traum, der sich verwirklicht hat (grinst).

Wie hat Star Wars Sie als Menschen verändert?
Star Wars ist ein großes Kapitel in meinem Leben, das sich über fünf Jahre erstreckt hat. Ein Teil von etwas so Mächtigem zu sein, hat mir am Anfang schon Angst eingejagt. Ich war ein bisschen gehemmt und unsicher. Ich hatte Selbstzweifel.

Warum das?
Na ja, wenn die Augen der ganzen Welt auf einen gerichtet sind, baut sich ein gewisser Druck auf. Ich habe einen Vertrag über mehrere Jahre unterschrieben, ohne zu wissen, was auf mich zukommt. Damals, aber auch für meine Zukunft. So eine Ungewissheit war etwas, das ich zuvor nie erlebt hatte und das hat mir Angst gemacht. Gleichzeitig hat es mir aber natürlich auch viele Türen geöffnet. Und vor allem hat es eine Gemeinschaft geschaffen, von der ich jetzt Teil bin.

Und wie sieht das jetzt aus, haben Sie vor einer ungewissen Zukunft Angst?
Auf keinen Fall Angst, eher das Gegenteil (lacht). Ich würde es als neu gefundene Freiheit beschreiben. Natürlich auch ein bisschen entmutigend, denn in den letzten Jahren hatte ich immer die Sicherheit, dass egal was passiert, ich einen weiteren Film drehen werde. Das ist jetzt weg. Aber ich finde es aufregend, ein neues Kapitel in meinem Leben zu starten.

Wohin werden Sie Ihre Erfahrungen, die Sie mit „Star Wars“ gemacht haben, bringen?
(überlegt) Ich weiß es nicht. Ein guter Freund von mir hat mal gesagt, man soll den kreativen Vorgang mit den vier Jahreszeiten vergleichen. Im Frühling werden die Samen gepflanzt, dann werden sie geerntet. Doch auch der Winter ist wichtig, denn der ist zur Erholung da. Und genau das werde ich jetzt erst einmal machen: Erholen und aufladen…