Streamingtipp: „Die Schlange“ – Exotik und Mord bei Netflix

Streamingtipp: „Die Schlange“ - Exotik und Mord bei Netflix
Streamingtipp: „Die Schlange“ - Exotik und Mord bei Netflix

© Mammoth Screen Ltd - Photographer: Roland Neveu

17.04.2021 21:56 Uhr

Die achtteilige britische Mini-Serie „Die Schlange“ erzählt die Geschichte des Serienbetrügers Charles Sobhraj und von den außerordentlichen Anstrengungen, ihm das Handwerk zu legen.

Zu den derzeit besten Serien, die Netflix zu bieten hat, gehört zweifelsohne die BBC-Serie „Die Schlange“ (OV „The Serpent“). Das Highlight wurde Anfang 2021 in Großbritannien ausgestrahlt. Jetzt läuft die Thriller-Serie beim Streaming-Riesen Netflix und das mit großem Erfolg.

Die 1970er waren bunt und voller Flower-Power

Bunt, schrill und laut – so oder so ähnlich können die 1970er genannt werden. Die Frisuren waren riesig und Modeaccessoires wie z. B. übergroße Sonnenbrillen erleben heute eine großes Revival. Überhaupt, Klunker in den Siebzigern, die waren entweder aus Plastik oder – bei den Hippies – aus Filz. Aber Schmuck, um beim Beispiel zu bleiben, den gab es auch in schrecklich hässlich und teuer – wofür die Steine ja nichts können.

Der Edelsteinhändler Charles Sobhraj (Tahar Rahim, 39, „Ein Prophet“) hält sich für jemand mit auserlesenen Geschmack. Aber der Schein ist trügerisch und es fallen nicht nur naive Hippies auf ihn herein. Mr. Saubermann mit Pilotenbrille und weißen Schlaghosen ist ein Killer, er ist „Die Schlange“. Und was für eine!

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© Mammoth Screen Ltd – Photographer: Roland Neveu

Raub, Drogen und Mord unter Touristen

Ein hübsches Trio, nicht wahr? „Die Schlange“ spielt größtenteils in Asien, viele Backpacker der Flower-Power-Bewegung sind unterwegs auf dem sogenannten Hippie-Trail, um sich auszuprobieren – und natürlich Drogen. Auf Parties greift Charles seine Opfer auf. Die meisten reisen mit kleinem Geldbeutel und freuen sich, wenn so ein Gutmensch auftaucht und sie zu sich einlädt. Noch dazu, wo Charles eine so nette Frau an seiner Seite hat. Marie-Andreé Leclerc (Jenna Colemann, 34, „Victoria“ (2016-2019) ist Kanadierin.

Auf einem Urlaubstrip lernt sie Charles kennen und mit ihm ist es von Anfang an etwas komplett anderes, als ein 0815-Urlaubsflirt. Sie bleibt bei ihm und aus der schüchternen Frau wird eine sadistische Komplizin. Ohne mit der Wimper zu zucken macht sie mit, nur manchmal liegen die Nerven blank – aber bei Charles nie. Er fühlte sich schon bei seinem ersten Mord befreit.

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Ein Holländer kommt den Hippie-Mördern auf die Spur

Herman Knippenberg (Billy Howl, 31, grandios in „Am Strand“) ist ein holländischer Diplomat, der in Bangkok lebt. Als ein Paar aus den Niederlanden vermisst wird, beginnt er seine Nachforschungen. Seine Frau Angela (Ellie Bamber, 24, „Nocturnal Animals“) ist von Anfang an eine großartige Hilfe, allein schon mit ihrer Sprachkenntnis. Die dritte Figur im Bunde der Verfolger – und doch sehr undurchsichtig – ist Paul Siemons (tool, wie immer: Tim McInnery, 64, „Notting Hill“, „Games of Thowns“, „Johnny English – Jetzt erst recht!“).

Als Knippenberg von einer Frau hört, die dem Mörderpaar entkommen konnte, fällt der Satz „Alle sind mehr als zwei Holländer“ und dass das Vorgehen der beiden in der Szene schon bekannt ist. Anlocken ausschließlich von Backpackern, lähmen und handlungsunfähig machen mit Drogen, klauen von Pass und Geld und ab mit ihnen! Mal ins Meer zum „Schwimmen“, bewegungsunfähig wie die Opfer noch sind oder eben anders. Lebendig verbrennen kommt auch vor.

Die Pässe verwendet der „Edelsteinhändler“ dann für sich oder Monique, wie sich seine Frau Marie-Andreé jetzt nennt. Wie gesagt – „Die Schlange“ erzählt die wahre Geschichte von Charles Sobhraj.

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© Mammoth Screen Ltd – Photographer: Roland Neveu

Die Tarnung fliegt auf – endlich!

Diplomat Knippenberg rennt derweil gegen die Bürokratie an. Dadurch, dass die Gräueltaten in mehreren Ländern stattfinden, hat er viele Termine. Aber eins muss man ihm lassen, er bleibt fokussiert und sieht nicht weg, als es kompliziert wird. Charles reist mit den Identitäten seiner Opfer durch die Welt. Das Muster ist immer dasselbe. Er tarnt weiter sein Edelstein-Business, um an Touris ranzukommen und zieht somit eine Spur, mit welcher der Diplomat was anfangen kann. „Die Schlange“ erzählt in vielen spannenden Rück- und Vorblenden, wie dem Serienmörder und seiner Komplizin das Handwerk gelegt wird. Oder? (Kinotante Katrin)

„Die Schlange“, Mini-Serie in 8 Teilen á 60 Min, seit 2. April 2021 auf Netflix.

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