17.12.2019 12:35 Uhr

„Systemsprenger“: Deutscher Traum vom Oscar geplatzt

Foto: 24 Bilder/Port au Prince

Für den deutschen Film „Systemsprenger“ ist der Traum vom Oscar geplatzt, schon die erste Hürde konnte der Streifen nicht nehmen. Bereits in der Vorauswahl fliegt der Film von der deutschen Regisseurin Nora Fingscheidt aus dem Trophäen-Wettbewerb. Zehn Länder kommen in der ersten Runde weiter, Deutschland ist nicht mehr dabei.

Für den Film der 36-jährigen Braunschweigerin wird es keine der begehrten Auszeichnungen geben. Im Rennen um den sogenannten Auslands-Oscar blieb der deutsche Beitrag schon bei der Vorauswahl auf der Strecke.

„Systemsprenger": Deutscher Traum vom Oscar geplatzt

Foto: 24 Bilder/Port au Prince

Die hier sind noch im Rennen

Mit ihren Einsendungen gelang es gerade einmal 10 von insgesamt 91 Ländern, in die nächste Runde zu kommen, wie die Film-Akademie in Los Angeles mitteilte. Darunter sind neben Südkorea, mit „Parasite“ von Regisseur Bong Joon-ho, auch Frankreichs neu verfilmtes „Die Wütenden – Les Misérables“ von Filmemacher Ladj Ly. Außerdem Spanien mit Pedro Almodóvars „Leid und Herrlichkeit“ , sowie Nordmazedonien mit „Land des Honigs“ von den Regisseuren Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov.

Die Vorauswahl hatten Akademie-Mitglieder in dem Wettbewerb um die Trophäe für die Sparte „International Feature Film“ getroffen. Fünf Kandidaten werden am Ende bestimmt, ehe die Oscar-Nominierungen in allen Sparten am 13. Januar verkündet werden. Die schlussendliche feierliche Preisverleihung soll am 9. Februar 2020 stattfinden.

Der Film mit Helena Zengel in der Hauptrolle erzählt von einem schwer erziehbaren Mädchen, mit dem Familie und Sozialsystem überfordert sind. Der Beitrag wurde im August von „German Films“, der Auslands-Vertretung des deutschen Films, als Oscar-Kandidat ausgewählt.

Im vergangenen Jahr hatte Deutschland „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck ins Rennen um den begehrten „Academy Award“ geschickt. Das Drama/Thriller schaffte es auf eine Shortlist von neun Kandidaten und in die Endrunde von fünf Filmen. Bei der Gala im vergangenen Februar ging der Thriller mit Tom Schilling dann aber doch leer aus. Stattdessen ging der mexikanische Beitrag „Roma“ von Regisseur Alfonso Cuarón siegreich aus dem Wettbewerb hervor.

Letzte Erfolge

Mit dem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ hatte der 46-jährige Filmemacher 2007 den bislang letzten Auslands-Oscar nach Deutschland geholt. In selbiger Kategorie hatten vor ihm Volker Schlöndorff 1980 mit der Verfilmung des Günter-Grass-Romans „Die Blechtrommel“ und Caroline Link mit dem Drama „Nirgendwo in Afrika“ 2003 triumphiert. Pech in der Vorrunde für die Oscar-Verleihung 2020 hatte auch der Berliner Dokumentarfilmer Thomas Heise mit seinen Film „Heimat ist ein Raum aus Zeit“.

Als einer von 159 Bewerbern für einen Doku-Oscar, schaffte es der Film des 64-jährigen aber nicht auf die Shortlist von 15 Kandidaten. Im Juni hatte der Autor den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2019 gewonnen. In „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ zeichnet er die Geschichte seiner Familie über vier Generationen zwischen Wien, Dresden und (Ost-)Berlin nach.

Im Februar diesen Jahres war in der Kategorie „Beste Dokumentation“ die deutsch-syrisch-libanesische Produktion „Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats“ von Regisseur Talal Derki ins den Kampf um die begehrte Trophäe gezogen. Die Trophäe gewann dann aber der Film „Free Solo“ , in dem es um einen waghalsigen Freikletterer ging. (Barbara Munker, dpa/KT)