27.02.2020 21:46 Uhr

„The Gentlemen“: Matthew McConaughey & Michelle Dockery im Interview!

Leonine

Mit „The Gentlemen“ stellt Regisseur Guy Ritchie sein Können in Sachen Gangsterfilm einmal mehr unter Beweis. Drogenkönig Mickey Pearson (Matthew McConaughey) will sein millionenschweres Imperium verkaufen – ganz untypisch auf ehrliche Art und Weise. Mit der Hilfe seiner knallharten Frau (Michelle Dockery) merkt er jedoch schnell, dass man sich auch als Gauner untereinander nicht vertrauen kann…

Ob sich Ritchie ausgerechnet für McConaughey entschied, weil dessen Großvater der Bodyguard von Al Capone war? „In meinen Adern fließt Gangsterblut“, war sich der Schauspieler im Interview mit klatsch-tratsch.de in New York jedenfalls sicher. (Am Ende des Interviews verlosen wir Tickets!)

"The Gentlemen": Matthew McConaughey & Michelle Dockery im Interview!

Leonine

Frau Dockery, Sie waren die einzige Dame am Set von “The Gentlemen”.
Michelle Dockery: Was für ein toller Job (lacht). Nicht nur, dass ich die einzige Dame war, ich war auch noch die letzte, die angeheuert wurde und am Set aufgetaucht ist. Am Vorabend war ich super nervös und habe meine Dialoge gelernt. In meiner ersten Szene, die gleich morgens gedreht wurde, unterbrach mich Guy Ritchie: ‘Nein, nicht so, ich will etwas anderes’. Wir alle mussten umlernen und zwar schnell (lacht).

Das war sicherlich eine ungewöhnliche Erfahrung…
Dockery: Zuerst war ich frustriert, aber wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat und merkt, dass Guy immer etwas Besseres auf Lager hat, dann ist es super. Ich liebe es unter Adrenalin zu arbeiten und das ist meistens der Fall, wenn man plötzlich ins kalte Wasser geschmissen wird (lacht). Ich muss gestehen, ich war am Vorabend schon immer ganz nervös davor, was am nächsten Morgen auf mich zukommen würde.

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Leonine

Herr McConaughey, Sie bekommen viele Drehbücher angeboten, warum haben Sie sich ausgerechnet für diesen Film entschieden?
Matthew McConaughey: Ich wollte unbedingt mit Guy Ritchie zusammen in einem Sandkasten spielen und dieser Film war dafür genau der richtige (lacht). Es ist ein ganz klarer Ritchie Film, so wie “Bube Dame König grAs” und “Snatch – Schweine und Diamanten” das auch waren.

Die Zuschauer werden ziemlich überrascht sein, wenn sie sich den Film anschauen. Wie war das bei Ihnen, als Sie das Drehbuch gelesen haben?
McConaughey: Ich ging mindestens zweimal zu Guy als ich merkte, dass der Film vom Original-Drehbuch abwich. Ich wollte mich nur bei ihm vergewissern, dass ich am Ende derjenige bin, der gewinnt (lacht).

Sind Sie es?
McConaughey: Das kann ich beim besten Willen nicht verraten (grinst). Als wir die letzte Szene im Kasten hatten, von der übrigens auch mehrere Versionen gedreht wurden, habe ich mich bei allen verabschiedet. Als Antwort bekam ich, dass wir uns in ein paar Monaten sehen. Auf meine verdutze Reaktion, dass der Film sicherlich nicht in ein paar Monaten fertig ist, erklärten sie: ‘Zum Nachdrehen’ (lacht).

Ein Marijuana-Film könnte dafür nicht passender sein…
McConaughey: Mit dem Unterschied, dass an diesem Film nichts entspannt ist. Die Dialoge und der Ton des Film sind eher das komplette Gegenteil. Und ganz zu schweigen vom Dreh des Films, als sich unser Regisseur alle 130 Sekunden umentschied. Je nach Laune eben (lacht).

Die Kleidung in “The Gentlemen” ist einmalig. Ist das Ihr Stil?
McConaughey: Guy hat alles ausgesucht. Er hat ein Auge dafür und einen exquisiten Geschmack. Er hatte eine exakte Vision davon, wie das Styling aussehen soll.

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Haben Sie etwas vom Set ‘aus Versehen’ eingepackt?
McConaughey: (lacht) Acht Anzüge. Sogar die dazu passenden Socken habe ich mitgenommen. Die Anzüge waren maßgeschneidert, das konnte ich mir nicht entgehen lassen.
Dockery: Was? Frechheit! Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich die Christian Louboutin Schuhe auch mit nach Hause genommen (lacht).
McConaughey: Klar. Ich kann ja nicht preisgeben, dass ich etwas vom Set stibitze (lacht). Um ehrlich zu sein, passiert es mir öfter, dass ich etwas vom Set mit nach Hause nehme (grinst).

Frau Dockery war nicht die typische Gangster-Braut. Sie hatte das Sagen. Wie sieht das bei Ihnen Zuhause aus?
McConaughey: Ich glaube wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der Kompetenz die Regeln bestimmt. Nicht mehr der Mann oder die Frau. Weder weiß noch schwarz. Aber wenn ich jetzt so darüber nachdenke, hat meine Frau eigentlich schon öfters die Oberhand (lacht)

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Leonine

Wieso sind wir von Gangster-Filmen so fasziniert?
Dockery: Weil die Gauner trotz ihrer Kriminalität irgendwie cool sind und weil bekanntlich das Gras auf der anderen Seite des Zaunes immer grüner ist (lacht). Sie sind mysteriös und dadurch werden sie interessant. Wir sind neugierig und es ist verlockend, der Gegensatz von dem sein zu können, was man eigentlich ist.
McConaughey: Und wollen wir nicht alle die Welt regieren? Diese Leute haben ihre eigene Welt kreiert. Sie haben ihre eigenen Regeln und ihre eigenen Gesetze, wenn sie ihre Regeln brechen. Das Komische ist, wenn einer stirbt, weil er die Regeln gebrochen hat, können wir darüber hinwegsehen (lacht), denn eigentlich hätten sie das ja schon vorhersehen sollen.

Und Gangster-Bräute?
Dockery: Wir alle kennen und lieben “The Sopranos” – die beste Serie der Welt. Ich habe die komplette Serie schon ganze dreimal gesehen. SIE wusste immer ganz genau in welche Spiele ER verwickelt war, doch sie tat so, als ob sie es nicht sehen würde. Genial. Für mich hat sich mit dieser Rolle ein kleiner Traum verwirklicht, noch dazu, weil meine Rolle das Sagen hat (grinst).

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Herr McConaughey, Ihr Opa war der Bodyguard von Al Capone. Wollten Sie deshalb in einem Gangster-Film mitspielen?
Dockery: Ehrlich? Das wusste ich gar nicht.
McConaughey: Ja, das stimmt. (überlegt) Vielleicht ja. Ich glaube ganz sicher, dass deshalb ein bisschen Gangster-Blut in meinen Venen fließt (grinst).

Sie sind ja nicht nur Schauspieler, sondern unterrichten als Professor an der Universität in Texas. Sind Ihre Schüler immer noch beeindruckt, wenn Sie Vorlesungen halten?
McConaughey: Mittlerweile nicht mehr. Diese Hürde haben wir ganz schnell überwunden. Ich wurde schon öfter gebeten, meine Kurse online zu stellen, aber um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, ob ich dazu bereit bin so weit auszuholen. Dann müsste ich andere Professoren einstellen, aber sie müssten den Unterricht genauso gestalten wie ich es tue – und ich glaube nicht, dass das lange gutgehen würde.

Sie beide mischen schon lange in Hollywood mit. Wie war das am Anfang Ihrer Karriere, hat Ihnen jemand Ratschläge gegeben?
McConaughey: Ich hatte einige Mentoren in meinem Leben, durch deren Weisheiten ich sicherlich den Ansporn hatte, die Leiter höher emporzuklettern, anstatt stehenzubleiben. Ich kann mich jedoch nicht daran erinnern, Ratschläge bekommen zu haben. Und mal ehrlich: Wer möchte schon tun, was einem gesagt wird (lacht). Auch, wenn es ein guter Ratschlag ist. Wir wollen alle unsere eigenen Fehler machen, um daraus zu lernen. Nur so schaffen wir es nach ganz oben. Keiner will oder sollte eine Trophäe für den fünften Platz anstreben. In dieser Industrie kannst du nicht auf der Stelle treten und musst deiner Leidenschaft folgen. In Hollywood sind keine Stellenanzeigen ausgeschrieben und es stehen auch keine Plakate mit “Hilfe gesucht” herum. Kämpfe für die Rolle, die du unbedingt möchtest, nur so kannst du dich in Hollywood beweisen.

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Noch schnell zu Ihrem Bourbon Long Branch. Sind sie ein Investor?
McConaughey: Ich bin viel mehr als nur ein Investor. Ich habe diesen ‘Saft’ zusammen mit Eddie Russell kreiert. Den etwa süßeren Nachgeschmack haben wir bekommen, indem wir eine Flasche anstatt sechs Jahre, acht Jahre lang reifen ließen. Also ich finde ihn sehr lecker, aber klar, ich habe dieses Wässerchen ja auch gemacht (grinst).

Der Film-Titel ist “The Gentlemen”. Was macht einen Gentleman in ihren Augen aus?
McConaughey: Durchhaltevermögen und standhaft zu sein. Ein Gentleman vergreift sich nicht an dem Eigentum eines anderen. Ein guter Freund von mir ist ein Gentleman. Wenn wir in der Runde sitzen, uns darüber unterhalten, was einem anderen passiert ist, dann sagt er immer: ‘Das ist nicht meine Story zu erzählen’. Natürlich würde diese Geschichte Gelächter bringen und du würdest dich freuen, dass du Leute zum Lachen gebracht hast. Aber wenn man die Geschichten eines anderen erzählt, verlieren deine Freunde ein bisschen den Respekt vor dir und genau das tut ein Gentleman eben nicht.

Interview: Rachel Kasuch

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imago images / Prod.DB

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