26.12.2019 14:09 Uhr

Weihnachtsfilm-Tipps der anderen Art

Auf Wiedersehen, Kinder (1987). Foto: imago images / United Archives

Zum Weihnachtsfest verbreitet sich oft eine ganz besondere Hochstimmung. Es ist schön mal innezuhalten. Wir haben für diese ganz besondere Stimmung zum Fest der Liebe und des Friedens ein paar besinnliche Filme herausgekramt. Es sind drei sehr unterschiedliche Filme, die jedoch eines gemeinsam haben: sie erzeugen genau dieses leichte, andächtige weihnachtliche Hochgefühl.

Merry Christmas 

Um es gleich vorweg zu sagen: „Merry Christmas – Waffenstillstand zu Weihnachten“ ist eine wahre Begebenheit. Eigentlich nicht zu fassen, aber wahr. Ein Weihnachtswunder. Der 1. Weltkrieg hat begonnen, 1914 ist es das 1. Mal, dass die Soldaten über die Festtage an der Front sind. Wobei Front hier Schützengraben heißt. Auf engstem Raum haben sich französische, deutsche und schottische Truppen verschanzt – kein Soldat hebt seinen Kopf aus dem Graben heraus – es wäre der sichere Tod. Die Soldaten sehen sich nicht, aber die Schützengräben sind so dicht, dass sie sich hören können.

Die Heilige Nacht bricht an, die Soldaten begehen ihr Fest, so gut es eben geht – und sie singen. Was in dieser Nacht passiert, ist wirklich unerhört und hat Folgen für die verantwortlichen Vorgesetzten. Auf gar keinen Fall die Taschentücher zu weit weglegen. Vor der Kamera standen unter anderem Benno Fürmann, Diane Kruger sowie Daniel Brühl.

Orangen zu Weihnachten

Den meisten Zuschauern wird Edward Herrmann aus den „Gilmore Girls“ bekannt sein. In der Erfolgsserie mimte er den Großvater und wie immer tat er das auf seine unvergleichliche Art. Der amerikanische Schauspieler starb am 31. Dezember 2014 und „Orangen zu Weihnachten“ ist eine gute Gelegenheit ihn nochmals zu würdigen.

Ein Mädchen wird in einem Waisenhaus abgegeben, sie wird Rose genannt. Das Heim an sich ist okay, muss aber geschlossen werden. Die Kinder werden aufgeteilt in andere Heime und dort – dass kann man so einfach sagen – ist es nicht okay. Soweit, so überblickbar. Dann aber kommt Weihnachten, wovon der Waisenhausleiter Mr. Crampton (na, wer wird den wohl spielen?), absolut gar nichts hält.

Eine sehr schöne Fallhöhe für den großartigen Edward Herrmann, die Spielfreude ist ihm wie immer nicht anzusehen, wie es sich für einen Comedian ja auch gehört. Die Kinder freuen sich wir narrisch auf das Fest, denn dann bekommen sie eine Orange geschenkt. Mr Crampton ist dagegen – was sonst. Es geht doch nichts über triste, freudlose Tage im Heim. Das wird sich natürlich ändern, allerdings auf komplett unkitschige Art!

Auf Wiedersehen, Kinder

Zugeben, unser 3. Filmtipp für die gehobene Festtagsstimmung schlägt etwas aus der Art. Im Gegenteil, sie kann einem gehörig auf den Magen schlagen, als Weckruf sozusagen. Weihnachten spielt hier im Hintergrund eine Rolle, das Fest an sich steht nicht explizit im Vordergrund. Unsere Rede ist von „Auf Wiedersehen, Kinder“, einem französischem Film von Louis Malle von 1987.

Der Film spielt in einem Internat in Frankreich. Es ist 1944. Die Weihnachtsferien sind vorbei und Julien, 12, muss zurück in ein katholisches Internat, in dem die Priester auch Lehrer sind. Nach den Weihnachtsferien kommt ein Neuer in die Klasse – so mitten im Schuljahr?

Julien ist neugierig und an dem Neuen interessiert – im Gegensatz zu den anderen Kindern, die ihn eher auflaufen lassen. Jean, so heißt der Neue ist ganz anders als die anderen verwöhnten reichen Schnösel-Kinder im Internat. Jean ist begabt in Mathe und Musik, sehr ernsthaft, aber überhaupt nicht streberhaft. Was soll schon passieren?

Die zwei werden so nach und nach Freunde! Echte Freunde, nicht nur zum rumblödeln oder ärgern – sowas kannte Julien überhaupt noch nicht. Er ist glücklich, denn er hat einen Freund fürs Leben gefunden. Wie diese Freundschaft abrupt endet und wann der Satz „Auf Wiedersehen, Kinder“ fällt, soll, auch wenn der Film nicht neu ist, hier nicht verraten werden. Es schnürt einem immer wieder die Kehle zu.

Eines noch zum Abschluss: der Regisseur, Louis Malle, war in diesem Internat Schüler. Der Film ist mit Preisen überhäuft worden und wie die Erzählerstimme sich über das Ende des Film legt, ist bis heute ein sehr erhebender Moment.