„Wonder Woman 1984“ und mehr: Blockbuster direkt fürs Heimkino

Gal Gadot als Superheldin in "Wonder Woman 1984" - vorerst nicht im Kino, sondern auf Sky Ticket (stk/spot)
Gal Gadot als Superheldin in "Wonder Woman 1984" - vorerst nicht im Kino, sondern auf Sky Ticket (stk/spot)

© 2020 WBEI. WONDER WOMAN TM & © DC.

17.02.2021 12:59 Uhr

Ob "Mulan", "Neues aus aller Welt" und jetzt auch "Wonder Woman 1984": Immer mehr Kinofilme suchen ihr Heil während Corona abseits des Kinos - zumindest zum Teil.

Je länger die Corona-Pandemie anhält, desto einfallsreicher müssen die betroffenen Branchen werden, um trotz aller Widrigkeiten ihre Kunden zu erreichen. Das gilt auch für die stark betroffene Kinobranche. Das jüngste Beispiel ist die Comic-Verfilmung „Wonder Woman 1984“. Mehrfach mit dem festen Vorhaben verschoben, das neue Abenteuer von Diana Prince (Gal Gadot, 35) ins Kino zu bringen, wird der Streifen hierzulande nun doch ab dem 18. Februar bei Sky Cinema beziehungsweise auf Abruf via Streamingdienst Sky Ticket zu sehen sein.

Sowohl Sky als auch Warner Bros. betonten aber bereits, dass „Wonder Woman 1984“ auch noch ins Kino kommen wird, sobald dies in Deutschland wieder möglich ist. So sei sichergestellt worden, „dass die Kinos bei Wiedereröffnung ebenfalls Zugriff auf diesen außergewöhnlichen Erfolgsfilm haben“, sagt Matthias Kistler, Vice President Aquisitions bei Sky Deutschland.

Gar nicht ins deutsche Kino geschafft hat es dagegen „Mulan„. Als der Disney-Streifen in Deutschland am 4. September 2020 via Disney+ abrufbar wurde, statt im Kino zu erscheinen, galt dieser Schritt noch als absolute Ausnahme. Doch dann stellte sich in der Folgezeit für Verleiher, Betreiber, Mitarbeiter und Filmfans heraus, dass die Corona-Pandemie den Gang ins Kino noch weit länger unmöglich machen würde, als zunächst befürchtet – und „Mulan“ kein Einzelfall bleiben würde.

Warner greift durch

Das hehre Bestreben von Regisseur Christopher Nolan (50) und Filmstudio Warner Bros., den Sci-Fi-Film „Tenet“ trotz massiver Einschränkungen im Sommer 2020 ins Kino zu bringen, wurde aus finanzieller Sicht nicht belohnt – und führte zu einem so noch nie dagewesenen Schritt.

Warner Bros. gab für den heimischen US-Markt bekannt, sein komplettes 2021-Lineup simultan im Kino und auf dem hauseigenen Streamingportal HBO Max zu veröffentlichen. Darunter etwa „Dune“ oder „Matrix 4“. Dies ist allein schon aus Mangel an HBO Max in Deutschland ein Modell, das hierzulande nicht eins zu eins umsetzbar ist. Dennoch ist es eine Entscheidung, die auch den deutschen Kinomarkt umkrempelt.

Die Suche nach dem perfekten Kompromiss

Denn während bei „Wonder Woman 1984“ der Kinostart nach der Streaming-Verfügbarkeit zumindest noch angepeilt wird, kommt bei den beiden Warner-Filmen „Judas and the Black Messiah“ sowie „The Little Things“ mit den Oscarpreisträgern Denzel Washington (66), Jared Leto (49) und Rami Malek (39) eine andere Veröffentlichungs-Strategie zum Tragen. Hier hat jeweils der noch nicht festgelegte Kinotermin Vorrang, Sky zeigt sie dann bereits 28 Tage später.

Streaming statt Leinwand?

Andere bedeutende Filme, die es in Deutschland nicht ins Kino geschafft haben, sind etwa der Animationsfilm „Soul“ oder das Westerndrama „Neues aus aller Welt“. Wie „Mulan“, jedoch ohne zusätzliche Kosten zu Beginn der Veröffentlichung, erschien der Pixarfilm „Soul“ am 25. Dezember 2020 bei Disney+. Hierzulande wird er es nicht mehr auf die Leinwand schaffen, aber in einigen Märkten, etwa dem chinesischen, konnte er auch im Kino betrachtet werden.

Ähnlich verhielt es sich bei „Neues aus aller Welt“ mit Superstar Tom Hanks (64) und der deutschen Nachwuchshoffnung Helena Zengel (12, „Systemsprenger“). Der Film von Filmstudio Universal Pictures hatte ursprünglich den 7. Januar 2021 als deutschen Kinostart. Letztendlich wurde daraus aber nichts und Streamingdienst Netflix schlug zu. Seit 10. Februar ist der Western dort für die Abonnenten abrufbar.

Bei einem anderen Film biss aber unter anderem Netflix auf Granit: Ein Angebot von kolportierten 600 Millionen US-Dollar, um die Exklusivrechte des neuen „Bond“-Streifens „Keine Zeit zu sterben“ zu erwerben, soll die Produktionsfirma MGM im vergangenen Jahr abgelehnt haben. Nach mehreren Verschiebungen soll Daniel Craigs (52) Abschied als 007 in Deutschland endlich am 8. Oktober erscheinen – und zwar im Kino.

(stk/spot)