„Wunderschön“: Emilia Schüle kritisiert mit neuem Film Social-Media-Welt

Isabell KilianIsabell Kilian | 01.12.2021, 14:35 Uhr
"Wunderschön": Emilia Schüle kritisiert mit neuem Film Social-Media-Welt
"Wunderschön": Emilia Schüle kritisiert mit neuem Film Social-Media-Welt

IMAGO / Future Image

Selbstzweifel kennt jeder. Im Zeitalter der sozialen Medien werden die Stimmen im Kopf, man sei nicht gut genug, jedoch immer lauter. Wird also Zeit dem Schönheitswahn den Kampf anzusagen! Der neue Film „Wunderschön" macht hier den ersten Schritt.

Einem Idealbild nachzueifern kennt fast jeder von uns. Mütter, Töchter, Männer, Alt und Jung stecken im permanenten Optimierungswahn. Der neue Film „Wunderschön“, ein Mix aus Drama und Komödie, widmet sich genau diesem Thema und verleiht uns allen eine Stimme.

Eine der Darstellerinnen: Schauspielerin Emilia Schüle (29), die sich aus persönlichen Gründen komplett mit der Rolle identifizieren kann.

„Pervers“: Emilia Schüle kritisiert mit neuem Film Social-Media-Welt
Aktueller denn je: „Wunderschön“ ist ein Statement für mehr Selbstliebe und weniger Selbstzweifel.

Foto: 2021 Warner Bros. Entertainment

Emilia Schüle genervt von Sozialen Medien

„Traumfabrik“-Darstellerin Emilia Schüle ist demnächst neben Stars wie Karoline Herfurth und Nora Tschirner in dem neuen Film ‚Wunderschön‘ zu sehen. Gemeinsam kämpfen sie nicht nur mit den gewöhnlichen Herausforderungen ihres Alltags, sondern insbesondere auch mit ihrem Körperbild.

Ein Problem, das Emilia gut nachvollziehen kann. „Ich muss immer noch hart daran arbeiten, mich selbst zu lieben“, gesteht die 29-Jährige ganz offen in einem Interview mit dem „Emotion“-Magazin.

Noch schwerer habe es aber die Generation der heutigen Teenager: „Die Social-Media-Welt ist noch viel perverser als das, was wir jeden Tag in Zeitschriften, dem Fernsehen oder in der Werbung sehen, weil wir 24/7 mit dem inszenierten Leben der anderen berieselt werden. Ich möchte nicht tauschen mit den Jugendlichen von heute“, sagt sie.

„Pervers“: Emilia Schüle kritisiert mit neuem Film Social-Media-Welt
Emilia Schüle spielt Model Julie, die endlich den Durchbruch schaffen will und verbissen, ihren Körper zu optimieren.

Foto: 2021 Warner Bros. Entertainment

„Wunderschön“: Film mit Statement“

Eine Einstellung, die auch „Mädchen Mädchen“-Schauspielerin Karoline Herfurth teilt. „Wunderschön“ wurde von ihr inszeniert und soll „ganz normale, authentische Menschen“ zeigen, wie sie erzählt.

Auch sie hat die Gefährlichkeit der sozialen Medien erkannt und ihren eigenen Umgang damit komplett umgekrempelt. „Ich abonniere derartige Kanäle nicht mehr, die diesen Druck produzieren“, stellt die Schauspielerin klar und konsumiert bewusster. „Ich gucke einfach woanders hin und damit geht es mir sehr gut.“

„Wunderschön“: Fünf Frauen, selbes Problem

„Wunderschön“ erzählt dabei die Geschichten von fünf völlig unterschiedlichen Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen. Da haben wir Frauke (Martina Gedeck), die sich „kurz vor der 60“ nicht mehr begehrenswert findet, während ihr pensionierter Mann Wolfi (Joachim Król) ohne Arbeit nicht weiß, wohin mit sich.

Fraukes Tochter Julie (Emilia Schüle) versucht krampfhaft ihren Körper an das Schönheitsideal der Modebranche anzupassen, um endlich als Model durchstarten zu können. Schülerin Leyla (Dilara Aylin Ziem) kann diese Zweifel dagegen gar nicht verstehen – ist sie doch tief davon überzeugt ein wunderbares Leben führen zu können, wenn sie nur annähernd so schön aussehen würde.

Julies Schwägerin Sonja (Karoline Herfurth) hat wiederum schon zwei Schwangerschaften hinter sich. Doch anstatt ihren Körper als kleines Wunder zu sehen, wird er zum Ausdruck ihrer größten Lebenskrise. Ihr Mann Milan (Friedrich Mücke) erkennt zudem einfach nicht, welchen Druck sie sich als junge Mutter auferlegt.

Sonjas beste Freundin Vicky (Nora Tschirner) überrascht dieser Konflikt aber keinesfalls – schließlich können Frauen und Männer ohnehin niemals gleichberechtigt auf Augenhöhe zusammenfinden – zumindest nicht in der Liebe. Ihr neuer Kollege Franz (Maximilian Brückner) würde sie allerdings gerne vom Gegenteil überzeugen.

„Wunderschön“: ehrlich, hoffnungsvoll und nah am Leben

Das Komödiendrama kommt am 16. Dezember in die Kinos – so es die Pandemie will – und dürfte ein „wunderschönes“ Ergebnis tiefer und ehrlicher Überzeugungen aller Darstellerinnen sein. Eine Arbeit, die von Herzen kommt und viele Zuschauer zu Tränen rühren wird. Veilleicht treibt es sogar noch den ein oder anderen dazu an, ebenfalls dem Optimierungswahn den Rücken zuzukehren.

Allen, die mit ihrem Selbstbewusstsein zu kämpfen haben, rät die Emilia Schüle: „Findet etwas, was ihr liebt, wofür ihr brennen könnt. Das gibt euch eine Identität und stärkt euer Selbstwertgefühl.“ – Amen! (Bang/KT)