LaFee fast an Karriere zerbrochen: „Die Branche hat mich fallen lassen“

LaFee: "Die Musikbranche hat mich damals fallen gelassen"
LaFee: "Die Musikbranche hat mich damals fallen gelassen"

IMAGO / Future Image

01.03.2021 11:53 Uhr

2021 scheint das Jahr der großen Comebacks zu werden. So kündigten nicht nur erst kürzlich die No Angels ihre Reunion nach zehn Jahren Abstinenz an, sondern auch Pop-Rock-Göre LaFee.

LaFee wie auch die No Angels feierten am Wochenende bei Florian Silbereisens ARD-Samstagabendshow „Schlagerchampions – Das Fest der Besten“ ihr Comeback vor einem großen TV-Publikum. Beide Acts verbindet, dass sie zu einer ähnlichen Zeit ihre Hochzeiten hatten und längere Zeit keine Musik gemacht haben.

Sie singt jetzt Schlager

Aus dem einstigen Kinderstar LaFee ist mittlerweile eine Frau geworden und auch der Sound der heute 30-Jährigen hat sich verändert. So singt Christina Klein, wie LaFee bürgerlich heißt, jetzt keinen Rock-Pop mehr, sondern Schlager mit rotziger Attitude.

Als Comeback-Single hat sich die Rheinländerin den Madonna-Klassiker „Material Girl“ zur Brust genommen und daraus „(Ich bin ein) Material Girl“ schustern lassen. Ob sie damit an alte Erfolge anknüpfen kann, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Dennoch denkt die „Virus“-Sängerin mit gemischten Gefühlen an ihre frühere Karriere zurück, wie sie nun in einem Interview erklärte.

„Ich stand unter ständiger Beobachtung“

LaFee sei um ein Haar an ihrer Karriere zerbrochen, sagt sie rückblickend. „Ich hatte schöne, aber auch schwere Zeiten“, erinnert sie sich im „Bild“-Interview. „Ich stand unter ständiger Beobachtung, jeder durfte über mich urteilen oder mich verurteilen. Auf dem Gipfel meines Erfolges dachte ich, er würde immer so weitergehen.“

Allerdings kam es anders: Nach zwei Nummer 1-Alben ging es mit der Karriere bergab. „Mein berufliches Umfeld hat mich damals nur leider nicht darauf vorbereitet, dass auch mal eine Zeit kommen wird, wo ich nicht mehr die Nummer 1 bin.“

„Bin ich froh, dass ich nicht auch abgestürzt bin.“

Sie habe ihr Glück in Chartpositionen gemessen. „Ich kannte es nicht anders“, räumt sie ein. Auch nachdem sich LaFee 2008 von ihren Produzenten trennte, blieb der Erfolg weiter hinter den Erwartungen. „Damit konnte ich nur schwer umgehen. Die Musikbranche hat mich damals fallen gelassen. Das fühlte sich an wie Liebesentzug. Und wenn ich meine Familie nicht gehabt hätte, wäre ich daran zerbrochen.“

Dennoch hegt sie keinen Groll gegen ihre einstigen Partner im Musik-Geschäft, denn: „Die haben halt alle ihren Job gemacht. Ich war das Produkt, das ihnen Geld brachte. Und ich habe ja auch gut dabei verdient. Und wenn ich sehe, was aus anderen ehemaligen Kinderstars wie damals Britney Spears geworden ist, bin ich froh, dass ich nicht auch abgestürzt bin.“

„Ich weiß, dass ich da hingehöre“

Ihr Geld von damals habe sie früh und gut angelegt, dennoch habe sie nie so richtig ihre Liebe zur Musik aufgeben können: „Auf der Bühne zu stehen, ist wie eine Droge, auf die man nicht verzichten will. Und ich weiß, dass ich da hingehöre. Deshalb habe ich auch wieder mit der Musik angefangen.“

Ob LaFee mit ihrem neuen Sound ihre Fans von damals aktivieren kann, wird sich noch zeigen. Am 28. Mai will die Sängerin dann ihr neues Album auf den Markt bringen, auf dem sie einen Mix aus zeitlosen 80er-Coversongs und anderen Hits auf Deutsch und in einem neuen Schlager-Gewand präsentieren will. (DA)