Montag, 27. August 2018 22:09 Uhr

Filmkritik und Verlosung zur Gangstergroteske „Asphaltgorillas“

Foto: Constantin Film Verleih GmbH/Mathias Bothor

Kleine Gangster mit riesengroßer Klappe bevölkern die Krimigroteske, „Asphaltgorillas“ die zwischen Ballerorgie und Brachial-Humor changiert. Aber die Hauptdarsteller bleiben etwas blass.

Filmkritik und Verlosung zur Gangstergroteske "Asphaltgorillas"

Foto: Constantin Film Verleih GmbH/Mathias Bothor

Wenn es so etwas wie eine Allzweckwaffe unter den deutschen Regisseuren gibt, dann ist es Detlev Buck. Der Mann tummelt sich in allen Genres. Er dreht erfolgreich Kinderfilme („Hände weg von Mississippi“), Literaturadaptionen („Die Vermessung der Welt“), Sozialdramen („Atemlos“) oder zuletzt gleich vier „Bibi und Tina“-Teeniefilme. Dazu kommen etliche Musikvideos, Werbeclips und jede Menge Auftritte als Schauspieler.

Und dabei wirkt der Sohn eines Landwirtes aus Norddeutschland kein bisschen abgehoben, sondern grundsympathisch und humorvoll.

Ein bisschen Tarantino

Jetzt legt der Workaholic Detlev Buck als Regisseur und Drehbuchautor mit „Asphaltgorillas“ eine überdrehte Gangstergroteske vor, die man irgendwo zwischen Quentin Tarantino und Fatih Akin ansiedeln könnte. Der Film gleicht einer neonbunten Achterbahnfahrt durch die Straßen Berlins mit vielen irrwitzigen Wendungen, coolen Sprüchen, krassen Gangster-Karikaturen und genüsslich inszenierten Prügelorgien.

Geballert wird auch reichlich. Und eine schön verrückte, aber völlig aus der Luft gegriffene Liebesgeschichte gibt es noch obendrauf.

Filmkritik und Verlosung zur Gangstergroteske "Asphaltgorillas"

Foto: Constantin Film Verleih GmbH/Mathias Bothor

Im Mittelpunkt des konfusen Plots steht der junge, türkischstämmige Kleindealer Atris (Samuel Schneider), der auf der Straße in Kreuzberg den harten Typen mimt, aber eigentlich ein braver Junge ist, der noch bei seinen Eltern wohnt.

Ganz anders sein alter, großmäuliger Kumpel Frank (Jannis Niewöhner), der in einem Luxushochhaus an der Spree residiert, einen Lamborghini fährt und sich fatalerweise mit asiatischen Geldfälschern einlässt.

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Foto: Constantin Film Verleih GmbH/Mathias Bothor

Schnell wächst dem hypernervösen Frank die Sache über den Kopf, er bittet Atris um Hilfe. Aber der hat sich gerade in die attraktive Ladendiebin Marie (Ella Rumpf) verliebt und zeigt wenig Interesse an seinem Kumpel, der von einem Malheur zum nächsten stolpert. Und so irrlichtern diese „Asphaltgorillas“, die auf Motiven einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach basieren, eher wahllos zwischen Ballerorgie und Brachial-Humor.

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Foto: Constantin Film Verleih GmbH/Mathias Bothor

Kida Khodr Ramadan als großartiger Gangsterboss

Nichts gegen einen deutschen Genrefilm, aber warum kommt Bucks phasenweise durchaus witzige Groteske so forciert und voller Klischees daher? An den Gangstertypen liegt es nicht: Kida Khodr Ramadan („4 Blocks“) gibt wieder einmal den furchteinflößenden Gangsterboss, der Österreicher Georg Friedrich („Wilde Maus“) kommt als prolliger Kleingangster im speckigen Pelzmantel schön fies daher, und Stipe Erceg gibt stilsicher einen Bodyguard, der zum gnadenlosen Kiez-Fürsten aufsteigt.

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Foto: Constantin Film Verleih GmbH/Mathias Bothor

Aber bei den Hauptdarstellern hakt es, und dies liegt auch am schwachen Drehbuch: Samuel Schneider („Boxhagener Platz“) spielt den eher farblosen Sympathieträger Atris, und Jannis Niewöhner als angeblich bester Kumpel Frank ist einfach nur eine Nervensäge. Die beiden verbindet gar nichts, und auch Ella Rumpf als mysteriöse Ladendiebin bleibt nur Beiwerk. Diese Gorillas sind einfach nur handzahm. (Johannes von der Gathen, dpa)

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