Dienstag, 17. September 2019 22:26 Uhr

Aloe Blacc über das richtige Schlussmachen und seine Beziehung zu Avicii

Foto: imago images / ZUMA Press

Sänger Aloe Blacc (40) hat quasi zwei Karrieren gleichzeitig. Auf der einen Seite scheint er mit seinen Soul-Hits wie „I need a Dollar“ oder auch „Brooklyn In The Summer“ – auf der anderen Seite brachte er mit schmissigen EDM-Nummern wie „Hey Brother“ oder „SOS“  – mit dem verstorbenen DJ-Legende Avicii – die Massen zum Tanzen. Klatsch-tratsch.de traf sich mit Aloe Blacc und DJ-Newcomer Hellberg (25) zum Talk.

Wovon handelt eure gemeinsame Single „Punching in the Dark“?
Aloe: Liebe …
Hellberg: Als wir den Song geschrieben haben, haben wir uns dieses Paar vorgestellt dass durch eine harte Zeit geht. Diesen Zeitpunkt in dem alles festgefahren ist und man sich die guten Zeiten wieder zurück ersehnt. Es geht um diese Situation in der man sich nicht mehr so sehr liebt, aber aus Gewohnheit zusammenbleibt, aber auch weiß, dass man gemeinsam viel durchgestanden hat.

Hast du sowas schon selbst erlebt?
Hellberg: Auch wenn meine Freundin das damals gar nicht wusste – mir ging es zu diesem Zeitpunkt so.
Aloe: Spätestens jetzt wird sie es wissen! (lacht)
Hellberg: Viele Beziehungen werden aus Gemütlichkeit weitergeführt. Es ist halt so einfacher als sich zu trennen. Sich zu trennen ist echt das Schwerste.

Was ist denn der beste Song um sich zu trennen?
Aloe: „Punching in the Dark“ könnte es sein …
Hellberg: Oder „Fuck You“ von Cee-Loo Green (lacht)

Wie seid ihr beide musikalisch zusammengekommen? 
Aloe: Mein Freund Patrick, mit dem ich auch zusammenarbeite hatte Hellberg gerade unter Vertrag genommen und hat mich gefragt, ob ich an einer Zusammenarbeit interessiert wäre. Er hat mir dann etwas Musik von sich geschickt und mir hat der Song „Punching in the Dark“ echt gut gefallen.

Aloe, welchen persönlichen Bezug hast du zu Deutschland?
Aloe: Berlin ist für mich wie ein zweites Zuhause geworden, wenn ich in Europa bin. Deutschland ist das Land, in dem ich in meiner Karriere den größten Erfolg hatte.

Deutschland war auch das erste Land in dem dein Song „I need a Dollar“ in den Charts gelandet ist. Deine Musik wird Hierzulande vor allem im Radio hoch und runter gespielt. Deine Songs sind quasi allgegenwärtig. Allerdings über dich als Person weiß man so gut wie gar nichts …
Aloe: Ich denke das liegt vor allem  daran, dass ich mit anderen Künstlern zusammenarbeite, welche die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie sind dann eher das Gesicht der Zusammenarbeit und ich die Stimme.  So war das ja auch bei Avicii damals. Davor war es so, dass ich meine Musik gemacht habe und die Leute haben sich auf die Songs konzentriert. Menschen, die berühmt werden wollen, die erzwingen es. So einfach ist das.

Quelle: instagram.com

Dann genießt du es also eher im Hintergrund zu bleiben?
Aloe: Wenn ich berühmt sein wollte, dann wäre ich es. Das will ich aber gar nicht. Ich will einfach gute Musik machen und tolle Zusammenarbeiten. Einfach legendäre Songs machen.

Du hast ursprünglich als Rapper begonnen aber hast deinen Fokus irgendwann auf den Gesang gelegt. Hast du vor deine Rap-Skills demnächst auch mal in deine Musik zu packen?
Aloe: Ja, absolut. Ich arbeite mit unterschiedlichen Produzenten zusammen und da haben wir schon an unterschiedlichen Dingen zusammengearbeitet. Ich habe jetzt einen Song mit Netsky namens „Snitch“ gemacht, der ziemlich HipHop ist. Ich selbst rappe aber nicht auf normalen Songs. Das Game ist einfach so anders geworden und auch der Wettbewerb ist ein ganz anderer und in diesem Bereich will ich gar nicht antreten. Ich mache es lieber aus Spaß. Ich kann mir auch vorstellen in einer Zusammenarbeit mit jemandem etwas in diese Richtung zu machen. Die Art Rap, die ich mache, ist nicht unbedingt der aktuelle Sound von Rap, sondern eher aus der Zeit der Golden Era. Story Telling und Spitting aber nicht diese Art von Trap-Rap.

Die HipHop-Industrie bewegt sich extrem schnell. Vor wenigen Tagen hat beispielsweise ja auch Nicki Minaj ihr Karriereende angekündigt …
Aloe: Ich denke, das was sie meint ist das, was ich auch gemacht habe. Es geht nicht darum in Rente zu gehen, sondern nicht mehr anzutreten. Es ist echt eine krasse Sache in diesem Bereich mitzumischen. Mir geht es um die Kunst und ich möchte mich darauf konzentrieren und nicht auf Zahlen. Das was ich mache, ist heute viel bequemer. Wenn ich da reinjumpe, dann auch nur um Stories mit der Welt zu teilen aber nicht um das beste Album abzuliefern oder der beste Rapper zu sein.

Hellberg: Ich denke das ist auch der große Unterschied zwischen HipHop und elektronischer Musik. HipHop ist ein krasser Konkurrenzkampf, während DJing im elektronischen Bereich sehr unterstützend ist, weil es einfach ziemlich schwer ist ein einstündiges Set mit eigener Musik zu füllen.

Aloe: Stimmt. DJs spielen immer die Musik von anderen DJs.

Hellberg: Man lobt und unterstützt sich da voll während Rapper eher so ticken, dass sie sagen „Ich bin der Beste!“

Aloe: Das ist die Essenz von HipHop und du hast es in drei Sätzen perfekt erklärt. (lacht)

Dann lass uns über einen ganz großen DJ dieser Szene sprechen: Avicii. Du trittst am 05. Dezember bei seinem Avicii Tribute Concert for Mental Health Awareness  in Stockholm auf. Was bedeutet es dir dabei zu sein und wie würdest du eure Beziehung beschreiben?
Aloe: Unsere Beziehung beruhte auf gegenseitigem Respekt. In dieser Industrie sieht man sich nicht besonders oft. Es ist eher so, dass die Flugzeuge sich in der Luft kreuzen und man weiterfliegt. Man schreibt viele e-Mails und SMS. Manchmal gehe ich durch unsere Kommunikation und da gab es eine e-Mail, in der er sich extrem begeistert von meiner Stimme zeigte. Darin meinte er: „Man, Du kannst mit deiner Stimme echt alles machen!“

Quelle: instagram.com

Im Januar bekam ich „SOS“ zugeschickt. Den hat er zu Lebzeiten geschrieben und in einem Kommentar vermerkt, dass ich ihn singen solle. Davon wusste ich davor nichts. „SOS“ ist einer dieser Songs, der zwei verschiedene Sing-Arten voraussetzt. Ich denke, er hat mich dafür ausgewählt, weil er sich sicher war, dass ich das könnte. Also diese Country-Folk-Art und die Pop-Vocals singen. Diesen Wunsch respektiere ich, aber ich hätte mir gewünscht er hätte ihn mir schon früher gezeigt.

Es war echt schlimm als ich von dem Vorfall in den Nachrichten gehört habe. Ich habe den Song sofort eingesungen, als ich ihn bekommen habe aber ich habe auch lange dafür gebraucht.

Ich denke sein Geburtstag war der perfekte Tag um den Song herauszubringen und live zu performen. Dieses Tribut-Konzert ist etwas, das ich für sehr wichtig halte. Es waren zwei seiner größten Hits, die wir zusammengemacht haben und da sollte ich da sein. Nachdem ich mit seinem Vater gesprochen habe, habe ich ihm auch angeboten ihm zu helfen, wenn ich das irgendwie kann.

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