08.03.2020 21:10 Uhr

Carly Rae Jepsen über Horror-Dates, Privatsphäre und komische Fans

imago images / ZUMA Press

Mit „Call Me Maybe“ gelang Carly Rae Jepsen (34) vor knapp zehn Jahren quasi über Nacht der internationale Durchbruch. Mit „Kiss“ und „I Really Like You“ folgten weitere Hits, welche die zierliche Kanadierin im Musikbiz zu einer ernst zunehmenden Künstlerin machten.

Selbst Justin Bieber und Tom Hanks tauchten als Überraschungsgäste in ihren Videos auf. Eine Ehre, die nicht vielen Menschen zuteil wird. klatsch-tratsch.de traf Carly auf ihrer Europa-Tour zum Talk.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Carly Rae Jepsen (@carlyraejepsen) am Dez 11, 2019 um 9:21 PST

Hast du ein bestimmtes Verhältnis zu Deutschland?
Ja, ich war schon mehrmals hier und jetzt war es das erste Mal, dass ich auf einer Headliner-Tour in Deutschland unterwegs war. Die einzige Enttäuschung war, dass ich nicht die Zeit hatte soviel zu erkunden, wie ich es eigentlich gerne gemacht hätte. Ein kleines bisschen konnte ich spazieren gehen. In Köln ist es ja sehr praktisch, dass der Dom mitten in der Stadt ist und dass man den gut besuchen kann. Das war echt toll.

Deine neue Single heißt „Let’s Be Friends“. Wann war das letzte Mal, dass du zu jemandem gesagt hast: „Hey, lass uns besser Freunde bleiben?“
Das weiß ich gar nicht so genau, aber ich denke das ist eine Sache, die wir alle mal zu jemandem gesagt haben. Einfach diese Sache, wenn man bemerkt, dass es auf einer romantischen Ebene einfach nicht passt. Diese Situation in der man sich überlegt wie man – auch wenn es beziehungstechnisch nicht klappt – man trotzdem in Kontakt bleiben kann. Manchmal sagt man es aber auch einfach so, ohne es wirklich so zu meinen … Das kann auch was haben.

In den sozialen Netzwerken hast du zum Thema „Let’s Be Friends“ lustige Horror-Date-Improvisations-Videos hochgeladen. Was hat es damit auf sich?
Die haben wir in LA mit dem UCB-Impro-Gruppe zusammengemacht. Das war eine spontane Idee mit richtigen Impro-Profis die möglichst schlimmsten Dates zu spielen. Dass ich da mitgemacht habe passierte sehr spontan. Sie meinten: „Komm mach mit. Sei einfach du selbst und wir machen mit dir dieses Horror-Date.“ Das ging dann der Reihe um und jeder hat so eine Sache abgeliefert, bei der ich tatsächlich nur noch sagen konnte: „Lass uns Freunde bleiben“. (lacht)

Kannst du dich noch an dein schlimmstes Date erinnern?
So ein richtig schlimmes Date hatte ich noch nie. Das liegt vielleicht auch daran, dass es bei mir immer erst mit einer Freundschaft beginnt. Aber so mit 18-19-20 bin ich auf ein paar schlechten Dates gewesen. Da ist jetzt nichts außergewöhnliches passiert, aber ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich die Person nicht wieder treffen möchte.

Ist Schauspielerei eine Sache, die du künftig mehr machen möchtest?
Darüber habe ich mir noch gar nicht so Gedanken gemacht. Aktuell denke ich eigentlich nur daran, welchen Schritt ich musikalisch als nächstes machen möchte. Ich werde das aber häufig gefragt. Ich denke es macht mich einfach nervös. Mir macht das momentan mehr Spaß weniger darüber nachzudenken und spontane Dinge zu machen, wie beispielsweise diese Impro-Sache.

Carly Rae Jepson über Horror-Dates, Privatsphäre und komische Fans

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Du hast mit der „Nanny“ Fran Drescher im Broadway-Musical „Cinderella“ mitgespielt …
Ja, es war echt eine Ehre gefragt zu werden. Musicals und Cinderella im allgemeinen sind zwei Leidenschaften, die mich schon seit meiner Kindheit begleiten. Mit Fran zu arbeiten war einfach unglaublich, denn sie ist wirklich so eine coole Charaktere. Sie ist eigentlich genau so, wie man sie sich vorstellt – hier und da sogar ein bisschen die Nanny. Diese Zusammenarbeit war echt eine großartige Sache, die ich keine Sekund bereut habe. Ich liebe Musicals, aber wenn ich jemals wieder Teil einer Produktion sein sollte, dann lieber auf der anderen Seite. Dann würde ich gerne die Story mitentwickeln und die Musik dafür schreiben. So bei einem Pop-Musical mitzuwirken wäre ein Traum.

Was war dein seltsamstes Erlebnis mit einem anderen Promi?
‚Vermutlich meine Begegnung mit Tom Hanks für mein Video. Das war so surreal. Es war einfach krass Forrest Gump zu sehen, wie er meinen Song „I Really Like You“ in den Straßen von New York singt bzw. lipsynced. Das war ein Tag, den ich niemals vergessen werde.

Du hast kürzlich in einem Interview erzählt, dass du gerne mit der „Monkey Dance“-Sängerin Tones & I zusammenarbeiten möchtest. Gibt es schon Bemühungen in diese Richtung?
Oh nein. Ich werde in den meisten Interviews gefragt mit wem ich gerne zusammenarbeiten möchte und sie ist einfach eine Künstlerin, die ich bewundere. Was sie macht ist einfach unglaublich und ich mag ihre Art zu singen. Aber sie ist jemand, mit dem ich mir in der Zukunft schon eine Zusammenarbeit vorstellen könnte.

Du hast für den Remix von „LaLaLa“ mit Enrique Iglesias zusammengearbeitet. Wie kam das zustande?
Das war echt wie in einem wilden Traum. Wir haben uns überlegt was möglich ist und was wohl der krasseste Remix sein könnte, mit dem niemand rechnet – beispielsweise mit mit rappend. Das war echt sehr lustig, da es ja wirklich das Gegenteil von meinem eigentlichen Genre ist. Als ich einen Tag frei hatte auf meiner Tour in Kanada flog zu mir und wir versuchten es einfach. Enrique kam im Anschluss dazu. Ich weiß gar nicht wo er seinen Part aufnahm, aber er schickte ihn dann zu. Als der Song fertig war einfach so eine seltsame Kombination an Leuten und Sounds, dass wir erst mal lachen mussten.

Was war dein merkwürdigstes Erlebnis mit einem Fan?
Es ist jedes Mal irgendwie schräg wenn mich jemand mit einem Song ansingt, ohne sich vorher vorzustellen. Da gab es mal eine Situation, die seltsam aber gleichzeitig auch süß war. Da war ein kleines Mädchen – vermutlich so sechs-sieben Jahre alt – mit ihrem Vater am Flughafen und sie wusste aber nicht so genau wie sie „Hallo“-sagen sollte, aber wollte mich wissen lassen, dass sie weiß wer ich bin. Sie kam einfach zu mir, sang „Call me maybe“ und ging einfach wieder – ohne etwas zu sagen. Das war echt süß irgendwie.

Mit „Call me maybe“ hattest du ja einen internationalen Megahit. Es gab allerdings auch viele seltsame Storys und Gerüchte über dich in irgendwelchen fragwürdigen Blogs zu lesen. Wie gehst du damit um?
Ja, da gab es echt schräge Sachen und viele unwahre Dinge. Allerdings jetzt nichts, was mich jetzt getroffen hat. Ich begegne solchen Dingen immer mit Humor und lasse es nicht an mich ran.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Carly Rae Jepsen (@carlyraejepsen) am Feb 19, 2020 um 2:45 PST

Was stand in der seltsamsten DM, die du je bei Instagram bekommen hast?
Keine Ahnung. Um ehrlich zu sein lese ich die so gut wie gar nicht. Ich liebe zwar Instagram, aber mehr als Posten und Kommentare lesen mache ich da nicht. DMs schaue ich mir da fast nie an, deshalb haben wir da immer hunderte ungelesene Nachrichten. Das ist auch nicht die Art wie ich gerne mit Leuten interagiere. Ich ziehe es vor mit Leuten von Gesicht zu Gesicht zu kommunizieren. Ich mag diese Energie wenn man sich trifft. Geheime Nachrichten hin-und herschicken ist nicht so mein Ding.

Deine Musik dürfte eigentlich jeder kennen, aber über dich und dein Privatleben weiß man gar nicht so viel. Wie kommt das?
Ich bin tatsächlich echt froh darüber. Das ist auch eine Wahl gewesen. Ich habe mal eine kurze Zeit erlebt, wie es anders sein kann und es hat mir nicht so gut gefallen. Ich liebe es Musik zu machen und zu performen und darauf liegt auch mein Fokus. Es geht mir darum Musik und Alben für die Leute zu machen, die sich mit mir verbinden und das steht für mich über dem Prominent-sein.