22.11.2020 18:49 Uhr

Cassandra Steen über Corona und Weihnachts-Feeling bei 30 Grad!

Lange war es ruhig um Cassandra Steen, doch nun meldet sich die schöne Sängerin mit der Samt-Stimme mit einem Weihnachtsalbum zurück. Da dürfte sich so mancher fragen: Ja, ist denn schon Weihnachten?

Simon Stoeckl

Cassandra Steen bringt mit „Der Weihnachtsgedanke“ ihr erstes Album mit weihnachtlicher Musik auf den Markt. Dabei war es der 40-Jährigen wichtig, keine schmalzige Scheibe abzuliefern, die falsche Vorstellungen vom Fest der Liebe transportiert.

Was Weihnachten für sie bedeutet und warum sie gerade während einer weltweiten Pandemie mit so einer Platte daherkommt, hat sie im Gespräch mit klatsch-tratsch.de verraten.

Wie kommt es, dass du ein Weihnachtsalbum gemacht hast?
Das war schon seit Jahren ein Wunsch von mir und das Team hat sich dann peu à peu zusammengefügt. Auch das Team um diese Lieder zu schreiben, und dann haben wir uns bei 30 Grad im sechsten Stock hingesetzt, ohne Aufzug in diesem Gebäude, völlig außer Atem und verschwitzt haben wir Weihnachtslieder geschrieben. Wir haben provisorisch einen Weihnachtsbaum gebastelt, es war sehr lustig, sehr schön.

Wie kommt man bei diesen Temperaturen denn in Winter-Weihnachtsstimmung?
Ich habe Beispiele abgegeben, wie ich das gerne hätte; wie es klingen sollte. Da haben wir uns an sehr alte Weihnachtslieder gehalten, die eher reduziert sind und trotzdem Größe ausstrahlen und auch ein bisschen an Disney. Ich finde, wenn das jemand kann, dann die! Uns war es wichtig, es reduziert zu halten.

Ich glaube, es ist uns dann auch leicht gefallen, weil wir uns an die Zeit damals erinnert haben und an das, was für uns Weihnachten schön gemacht hat. Das ist das Gute: Wenn man Künstler ist, ist man ja eigentlich kreativ. Deswegen haben wir es dann auch bei den heißen Temperaturen hinbekommen, kreativ zu sein und uns tatsächlich in diese Weihnachtsstimmung zu bringen. Das war eine sehr schöne Erfahrung.

Cassandra Steen über Corona und Weihnachts-Feeling bei 30 Grad!

Sony Music

Glaubst du, dass das Weihnachtsgefühl gerade in so harten Zeiten – wie jetzt – besonders wichtig ist?
Ich hoffe es. Darum ging es ja auch bei diesem Album. Es gibt ja auch unabhängig von Corona “Weihnachtsmuffel”, die zu Recht sagen ‘Leute, das ist mir zu viel Tamtam und es ist alles sehr oberflächlich.‘ Es wird oft ein bisschen suggeriert, dass es erst dann weihnachtlich ist, wenn man mit einer riesigen Familie dasitzt – aber nicht alleine. Das war mir wichtig mit diesem Album einzufangen. Weihnachten ist immer noch eine Zeit, in der sich oft viele Menschen einsam fühlen. Das darf man nicht vergessen und genau dieses Gefühl aufzuheben.

Es ist völlig okay alleine zu sein und es ist genauso Weihnachten. Hauptsache du bist da, Hauptsache du bist am Leben, und wenn du tatsächlich auch alleine bist: Genieß die Zeit. Es wird nämlich auch eine Zeit kommen, da wird man von Menschen wieder umzingelt sein. Das ist für die Menschen da draußen ein bisschen zu kitten, schon auch die Realität zu respektieren, die natürlich auch stattfindet auf diese Weise.

Cassandra Steen über Corona und Weihnachts-Feeling bei 30 Grad!

Simon Stoeckl

Wie ist dein Verhältnis zu Weihnachten?
Äußerst liebevoll. Meine Erinnerungen sind noch aus einer Zeit, in der es noch Schnee gab. Da war es nie dunkel nachts. Man konnte sich aufgrund dessen auch ganz anders auf Weihnachten einstimmen. Man musste den Eltern und Großeltern dabei zusehen, wie sie manchmal auch fluchend irgendwelche Ketten an die Reifen geschnallt haben und trotzdem nicht weiter gekommen sind, weil der Schnee wirklich berghoch war. Und dann konnte man doch nicht zur Arbeit, doch nicht in den Kindergarten oder in die Schule. Das war toll damals. (lacht) Dann warst du plötzlich Zuhause und hast dich gefreut und hattest Zeit.

Wir hatten damals natürlich kein Zoom oder Skype, wo man mit allen kommunizieren konnte. Es gab dann Tarife, die gesenkt wurden, so dass man mit seinen Lieben, die weiter weg waren oder eben auch in Übersee, endlos lang anrufen konnte. Das ist Weihnachten für mich. Dass man da wirklich spürt, wie runtergefahren wird und wie Menschen sich mehr Zeit für sich und ihre Lieben nehmen, wie viele Menschen das auch wollten, sie haben diese Zeit herbeigesehnt. Das hat man einfach gemerkt. Und dann hast du natürlich die Gerüche und die Kekse und den 6. Dezember.

Gibt es eine Sache, die du dir dieses Jahr zu Weihnachten wünschst?
Ich wünsche mir, auch für mich selber, herzliche Kreativität und Menschlichkeit, die über diese Zeit hinaus geht, weil es einfach wichtig ist für alle beteiligten. Und ich meine, ich profitiere davon, wenn es anderen gut geht.

Hast du schon Geschenke gekauft für dieses Jahr?
Ja, letzte Woche. Die ersten sind meine für meine Großeltern. Das Geschenk für sie ist schon unterwegs.

Hast du dich seelisch und moralisch schon darauf eingestellt, dass es Weihnachten wahrscheinlich in sehr kleiner Runde sein wird. Vielleicht sogar ganz alleine bei dir?
Ja. Ich wurde das neulich gefragt: ‘Wie stellst du dir Weihnachten dieses Jahr vor?’, da habe ich auch gesagt: ‘Alleine.’ Das war so selbstverständlich, dass wir alle lachen mussten. Ich persönlich habe da auch wenige Probleme mit. Ich bin auch so gesehen nicht alleine. Ich habe hier zwei wundervolle Hunde, die diese Zeit übrigens ganz toll finden. Die bekommen ja nichts weiter mit, als dass ich permanent da bin und das finden die super. Ich schieße mich da auf das Positive ein. Es ist wie es ist und ich hoffe, dass ich anderen durch dieses Album einfach schon ein Geschenk machen konnte. Eigentlich habe ich sehr viele Geschenke, die Leute müssen es sich aber kaufen. (lacht) Allein das Vinyl-Album lohnt sich, das muss ich echt sagen. Obwohl man sich das besorgen muss, ist es ein Geschenk.