Freitag, 31. Mai 2019 19:20 Uhr

Isabell Horn: „Da hieß es dann, ich würde meine Tochter abschieben“

Foto: obs/Löwenzahn Organics GmbH/monday morning für LO

Schauspielerin Isabell Horn (35) ist das neue Gesicht der Initiative #coolmomsdontjudge. Einer Kampagne, die für ein besseres Miteinander unter Eltern wirbt und sich gegen das sogenannte „Mom-Shaming“stellt. Denn nicht nur in den sozialen Netzwerken ist  der Ton unter und gegenüber Müttern sehr rau geworden.

Isabell Horn:"Da hieß es dann, ich würde meine Tochter 'abschieben'"

Foto: obs/Löwenzahn Organics GmbH/monday morning für LO

Als junge Mutter weiß sie genau, dass gerade dieser ständige Druck von außen gerade frischgebackene Mütter sehr  stark verunsichern kann. Deshalb hat die Aktion ein klares Ziel: Mehr Toleranz und Unterstützung unter Müttern.

Botschafterin Isabell Horn erklärte im Gespräch mit Löwenzahn Organics: „Wir müssen stärker auf unser Bauchgefühl hören!“ Hier ein Auszug.

Isabell, Was sind deine persönlichen Erfahrungen mit dem Thema „Mom-Shaming“?
Ich habe zum Glück ein ganz wunderbares privates Umfeld und auch eine tolle Community, die sehr tolerant ist. Trotzdem gibt es aber, gerade in der Anonymität auf Social Media, auch kritische Stimmen. Mir fallen da spontan zwei Themen ein, für die ich mir weniger nette Kommentare anhören musste: Ich bin einige Monate nach Ellas Geburt mit meinem Freund für zwei Nächte an die Ostsee gefahren. Wir haben uns eine kleine Auszeit nur für uns gegönnt, während Ella bei meiner Mutter in besten Händen war. Sie liebt die Zeit mit ihrer Oma. Da hieß es dann, ich würde meine Tochter „abschieben“, dass „gute Mütter ihre Babys mit in den Urlaub nehmen“ und „warum ich denn ein Kind hätte, wenn ich es nur weg organisieren würde“.

Quelle: instagram.com

Ein anderes Thema ist der Dauerbrenner Stillen: Das hat bei mir leider nicht so geklappt, wie ich es mir gewünscht hätte. Darüber habe ich offen auf YouTube berichtet, worauf es hieß, ich würde es nur nicht richtig versuchen. Oder beim Fläschchen zubereiten, was im Restaurant auch mal einen Moment dauern kann, wurde Ella schon etwas nörgelig und dann wurde mir zugeraunt „Wenn sie stillen würden, hätte das Kind jetzt keinen Hunger!“ Heute weiß ich mich gegen solche Sprüche zu wehren oder lasse sie einfach ins eine Ohr rein und durchs andere wieder raus gehen – aber besonders als junge Mütter haben mich Kommentare dieser Art getroffen und verunsichert.“

Was glaubst du, woher der oft raue Ton unter Müttern kommt?
Ich glaube, dass es generell eher ein weibliches Problem ist. Schon bevor wir Mütter werden, sind wir sehr kritisch untereinander, aber auch uns selbst gegenüber. Ständig wird verglichen… Da könnten wir uns wirklich mal eine Scheibe von den Männern abschneiden, die sind da oft viel entspannter. (…) Mütter sollten stark auf ihr Bauchgefühl hören, sich nicht aus dem Konzept bringen lassen und ihren individuellen Weg gehen.

Quelle: instagram.com

Hast du Tipps für Mamas, wie man mit Ratschlägen oder Kritik umgeht? 
Ich denke, die Mischung macht es. Ein dickes Fell kann auf jeden Fall nicht schaden – aber das muss man sich auch erstmal über die Zeit zulegen! Im Zweifel rate ich daher, sich eine Antwort zurecht zu legen, damit man auf einen doofen Spruch auch reagieren kann und nicht sofort aus dem Konzept gebracht wird. Zum Beispiel: „Danke für den Tipp, aber das hilft mir jetzt gerade wirklich nicht weiter!“. Ansonsten versuchen, das Gesagte nicht persönlich zu nehmen, vielleicht hatte das Gegenüber selber einen schlechten Tag?

Du hast mal gesagt, das man am besten mit gutem Beispiel voran geht und mit anderen Müttern so umgeht, wie man es sich selber wünschen würde.
Es sind oft die kleinen Dinge, die im Alltag schon einen großen Unterschied machen: einfach mal andere Mütter anlächeln, sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und sich immer wieder klar machen, dass es eben mehr als einen Weg gibt – und jede Mutter ganz individuell weiß, was das Beste für ihr Kind ist. Ich bin davon überzeugt, dass wenn wir selber mit mehr Toleranz und Freundlichkeit durchs Leben gehen, uns auch mehr davon begegnen wird.

 

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