19.04.2020 21:43 Uhr

Jonas Blue über Corona, schräge Fans und Shawn Mendes

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Auch Star-DJ und Hit-Produzent Jonas Blue („Fast Cars“) sitzt wegen der weltweiten Corona-Pandemie bei sich Zuhause fest.

Klatsch-tratsch.de sprach mit dem 30-jährigen Briten über sein neues Leben in Selbstquarantäne, musikalische Pläne und schräge Fan-Erlebnisse.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Jonas Blue (@jonasblue) am Mär 17, 2020 um 8:20 PDT

Hast du eine bestimmte Beziehung zu Deutschland?
Ja, zum einen ist meine Ex-Freundin eine Deutsche. Zum anderen war ich über die Jahre schon häufig für Auftritte hier.

Wie geht es die aktuell mit dieser Quarantäne-Situation?
Um ehrlich zu sein macht es für mich keinen großen Unterschied, da ich sowieso immer viel Zuhause bin. Ich kann jetzt halt nur nicht auf Tour gehen. Also ich mache das gleiche wie immer: Zuhause im Studio an neuer Musik arbeiten. Ich habe mich quasi schon immer selbst isoliert.

Also nutzt du die Zeit jetzt besonders um kreativ zu sein?
Ja, absolut. Das muss ich machen. Ich kann nicht nur rumsitzen und nichts tun. Jetzt mache ich einfach Musik fertig, die so vermutlich nicht fertigstellen könnte, wenn ich sonst unterwegs wäre.

Was rätst zu den Leuten, denen es schwer fällt plötzlich so viel alleine zu sein?
Was ich bei meinen Freunden so sehe, die jetzt auf einmal nicht mehr so raus ins Gym können, dass sie jetzt halt online Fitness-Kurse machen, um in Bewegung zu bleiben. Das halte ich für sehr wichtig. Bücher lesen, Podcast und Musik hören. Man sollte einfach mit dem Geist in Bewegung bleiben. Klar, man kann auch vor Netflix rumhängen, aber das ist dann halt auch irgendwann genug. Man sollte seine Zeit nutzen und den Geist gesund halten.

Machst du denn aktuell viel Sport Zuhause?
Ja, ich habe das Glück Zuhause auch ein Fitnessstudio zu haben. Dort trainiere ich dann immer zwischen meinen Studiosessions.

Apropos die Quarantäne-Zeit nutzen: Hast du das Gefühl, dass du dadurch, dass gerade alle Zuhause sind, jetzt vermehrt die Möglichkeit hast mit deinen Lieblings-Acts zu arbeiten, weil die ja jetzt auch alle Zeit haben?
Ja, ich kollabiere mit einigen anderen DJs und dadurch habe ich gerade die Gelegenheit die Sachen mit denen endlich fertig zu stellen. Das ist zeitlich sehr hilfreich. Abgesehen davon habe ich sehr viele eigene Projekte, die ich erst einmal fertigstellen will.

Für deine neuste Single hast du mit Paloma Faith zusammengearbeitet. Wie kam diese Kollaboration zustande?
Das war echt schräg. Letztes Jahr war ich in Ibiza meinen 30. feiern und dort habe ich ein Song-Demo via e-Mail zugeschickt bekommen. Den haben meine Freunde MNEK und Boy Matthews haben den geschrieben und gesungen hat ihn Paloma Faith.

Als ich den Song das erste Mal gehört habe war ich sofort hin und weg und wollte unbedingt Teil davon sein. Da wir alle viel unterwegs waren haben wir sechs Monate daran gearbeitet. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es ist auch für mich ein sehr frischer Sound, der schon sehr anders ist, wie das, was ich sonst mache.

Deine neue Single heißt „Mistake“. Was war dein bisher größter Fehler?
Ich habe mal meinen Laptop in einem Taxi liegen lassen. Da waren meine ganzen Songs drauf. Ich habe ihn zwar wieder bekommen, aber das war echt ein dummer Missgeschick. Ein anderer Fehler war, als ich in Paris von der Bühne gesprungen bin und ungünstig aufgekommen bin. Mein Bein ist mega angeschwollen und hat weh getan. Ich denke jeder macht so seine Fehler im Leben.

Du hast mir in einem Interview – recht am Anfang deiner Karriere – erzählt, dass du neue Songs immer deiner kleinen Schwester und ihren Freundinnen vorspielst, um sie auf Hit-Tauglichkeit zu testen. Machst du das immer noch?
Ja, ich habe Leute, denen ich meine Songs in einem frühen Stadion vorspiele – zum Beispiel nach der Session. Es geht aber nicht darum zu hören was sie sagen, sondern ich schaue mir ihre Reaktionen, ihre Körpersprache dabei an. Daraus kann ich dann meine Schlüsse ziehen, denn sie sind die ehrlichsten Personen. Da, wo ich gerade in meiner Karriere stehe, erzählen einem dann immer alle, dass alles unglaublich gut ist, auch wenn das manchmal nicht der Fall ist. Vielleicht verrennt man sich ja in etwas furchtbares oder etwas, das nicht so gut wie der Song davor ist. Es ist also wichtig Leute um sich zu haben, die einen erden und das Beste für einen wollen.  Meine Schwester ist so eine Person.

Ich habe gelesen, dass du planst mit Shawn Mendes zu arbeiten. Gibt es da schon etwas konkretes? 
Nein, ich werde in fast allen Interviews gefragt mit wem ich gerne zusammenarbeiten möchte und ich habe immer gesagt, dass ich gerne mit Shawn arbeiten würde. Wir haben zwar schon ein paar Mal darüber gesprochen, aber bisher hatten wir noch nicht die Möglichkeit etwas zu machen. Wir müssen mal schauen, ob es irgendwann mal bei uns beiden passt.

Du hast in Las Vegas in einem Hotel ein ganzes Stockwerk für eine Party gemietet. Was war denn da los?
Wir waren in Vegas für das „Electric Daisy Carnival“-Festival. Wir hatten eine riesige Party und ich glaube, ich habe ganze zwei Tage nicht geschlafen. Es war großartig!

Du hängst ja ständig mit den ganzen anderen Superstar DJs herum. Wer sind deiner Meinung nach auch privat die größten Partyanimals?
Ich würde sagen die Chainsmokers sind ganz vorne mit dabei. Mit Andrew und Alex bin ich schon seit ein paar Jahren befreundet und wann immer ich in LA bin verbringen wir immer eine verrückte Zeit. Ich erinnere mich noch vor ein paar Jahren gab es einen Abend, an dem die durchgehend Tequila-Shots getrunken haben. Ich hatte nicht richtig gegessen und bin zu ihnen nach LA geflogen. Wir waren in dieser Bar in West-LA und ich war irgendwann so betrunken, ich hatte Blackouts und habe die Jungs dann auch noch verloren. Die sind echt schlimm. (lacht)

Jonas Blue über Corona, schräge Fans und Shawn Mendes

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Deine privaten Aftershow-Partys sind berüchtigt. Was ist das Besondere an denen?
Ich habe die Eigenschaft, dass ich sehr lange wach bleiben kann. Das heißt ich kann sehr lange feiern. Ich kenne diesen müden Punkt nicht, an dem andere sagen würden: „Ok, ich gehe jetzt schlafen. Ich bin müde“. Außerdem mache ich echt gute Partys. Musikalisch sind die auch echt gut. 

Hast du einen bestimmten Drink, der für dich zu einer guten Party gehört?
Nun, ich bin Brite. Ich trinke alles.

Was war dein seltsamstes Erlebnis mit einem Fan?
Listigerweise war das mit einem deutschen Fan. Vor vier Jahren habe ich – ich glaube es war in Essen – aufgelegt und das war auch das gleiche Jahr in dem ich das zweite Mal bei Tomorrowland aufgetreten bin. Jedenfalls habe ich davor in diesem deutschen Club gespielt und hatte eine gute Zeit. Während ich aufgelegt habe war da dieser Typ der die ganze Zeit nach mir gerufen und mit dem Finger auf mich gezeigt hat. Ich dachte mir nur: „Junge, was ist los? Warum zeigst du ständig auf mich?“

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Jonas Blue (@jonasblue) am Nov 21, 2019 um 2:26 PST

Ich habe mein Set beendet und plötzlich stand dieser Typ neben mir am DJ-Podest. Keine Ahnung wie er da reinkam. Er riss sich das Shirt vom Körper, er war super verschwitzt und meinte: „Ich versuche dich schon die letzten Stunden darum zu bitten meine Brust zu signieren! Ich verspreche dir wir sehen uns auf dem Tomorrowland und ich werde mich bis dahin nicht waschen bis wir uns dort treffen. Dann zeige ich dir, dass ich das Autogramm noch immer habe.“

Und hast du ihn dann beim Festival getroffen?
Nein, zum Glück nicht. (lacht)

Was sind deine Pläne für das restliche Jahr?
Ich kann es nicht erwarten, bis ich wieder ganz normal unterwegs sein und wieder auftreten kann.