Mittwoch, 18. September 2019 22:10 Uhr

Julian Reim über seinen berühmten Vater und „graue Gefühle“

Foto: Sony Music

Fast neun Jahre ist es nun bereits her, dass der damals 13-Jährige Julian seinem Vater Matthias Reim (61) bei einem Auftritt in der „Willkommen bei Carmen Nebel“-Show überraschend zur Seite stand. Dort präsentierte er sein musikalisches Talent erstmals öffentlich.

Nun ist Julian Reim 22 Jahre alt und bereit seine eigene Karriere zu starten. Mit „Grau“ schickt er seinen ersten Song ins Rennen, der ihn nach ganz oben bringen soll. klatsch-tratsch.de sprach mit dem sympathischen Newcomer.

Wovon handelte deine aktuelle Single „Grau“?
Der Song ist eine sehr persönliche Nummer. Ich habe „Grau“ zu einer Zeit geschrieben, in der es mir nicht so gut ging. Zu dieser Zeit hatte ich Beziehungsprobleme. 3 Uhr Nachts wach –  sich Sorgen machen. Das kann dabei buchstäblich als Metapher begriffen werden. Grau – man ist einfach in einer Stimmung gefangen und kommt da nicht mehr raus. Man hat das Gefühl die negativen Gedanken nehmen überhand. Man macht sich Sorgen, man hat Angst. In dieser Zeit ist man so in dieser Blase gefangen, dass selbst die schönsten Sachen an Farbe verlieren. Alles wird schwarz und grau. Natürlich gibt es aber noch die Hoffnung. So singe ich im Song auch: „Ich will mit dir den Himmel sehen. Im Sternenlicht.“ Es ist quasi ein Hilferuf an die Person, die einem aus dieser Situation heraushelfen könnte.

Das klingt ganz schön düster. Was machst, wenn es dir mal nicht so gut geht oder du einfach schlechte Laune hast?
Wenn es mir nicht so gut geht, dann rufe ich entweder meinen besten Freund an, mit dem ich über alles sprechen kann. Der heitert mich immer auf und bringt mich in gute Laune. Oder ich schaue mir Sitcoms wie „Modern Family“ an.

Julian Reim über seinen berühmten Vater und "graue Gefühle"

Foto: Sony Music

Was konntest du von deinem Vater lernen? Hat er dir irgendwelche Karriere-Tipps gegeben?
Ich konnte bei meinem Vater sehen, dass man als Musiker sehr erfolgreich sein kann. Das ist ja nicht selbstverständlich. Wenn man Musiker werden möchte, dann scheint das immer ein recht entfernter Traum zu sein und man kennt die ganzen anderen Künstler nur aus dem Fernsehen. Die erscheinen einem wie Götter auf einem Thron. Durch meinen Vater konnte ich aber sehen, dass das kein Traum, sondern sehr realistisch ist. Man kann seinen Traum durchaus leben.

Den besten Tipp, den er mir gegeben hat: Behandele jeden so, wie du selbst behandelt werden willst. Sei immer nett, denn man bekommt im Leben alles zurück. Karma!

Hast du das Gefühl, dass es deiner Karriere hilft einen so berühmten Vater zu haben?
Um ehrlich zu sein hat es gute wie schlechte Seiten. Ich kann nicht abstreiten, dass mir dadurch Türen geöffnet wurden. Zum einen: Mit einem wohlhabenden Vater, der selbst leidenschaftlicher Musiker ist, war es nicht allzu schwer an Instrumente und ein Studio zu kommen. Ich musste auch nicht lange diskutieren, wenn ich beispielsweise neues Equipment für meine Musik gebraucht habe. Er ist Musiker und wusste immer sofort wovon ich spreche. Zum anderen durch meinen Namen und die Tatsache, dass ich die meisten im Geschäft schon vorher kannte, hat man mir eher zugehört. Dennoch muss ich mich auch beweisen, wie jeder andere und musste jetzt auch recht lange warten bis meine ersten drei Singles angenommen wurden. Ich musste viel arbeiten und viel überarbeiten.

Quelle: instagram.com

Fühlst du dich durch deinen Nachnamen auch unter Druck gesetzt?
Nein, nicht so, wie man es vielleicht erwarten würde. Ich mache mein eigenes Ding und mache meine eigene Musik. Ich mache ja nicht das selbe, wie mein Vater. Natürlich kommen mit diesem Namen aber auch Erwartungshaltungen auf. Ich habe aber das Vertrauen in mich und meine Musik und gehe davon aus, dass Julian Reim irgendwann auch ein eigenständiger Name wird.

Was hast du für 2019 noch geplant?
Insgesamt sollen drei Singles veröffentlicht werden. Mit „Grau“ ist schon die erste davon jetzt da. Ob die anderen zwei noch in diesem Jahr kommen steht noch in den Sternen. Wenn die aber Anklang finden, dann steht einem Album im nächsten Jahr nichts im Wege.

Mittlerweile geht der Trend dahin, dass Sänger nicht nur singen, sondern auch Influcener werden, in irgendwelchen TV-Formaten mitwirken etc. Siehst du dich da auch?
Klar, kommen TV-Anfragen rein und ich merke, dass ich von einigen jetzt als „Person öffentlichen Lebens“ wahrgenommen werde. (lacht) Ich persönlich möchte aber eigentlich nur Musik machen. Ich stehe dem auch irgendwie etwas kritisch entgegen, dass jeder Sänger heutzutage auch Meister der sozialen Medien und der Selbstdarstellung sein muss. Das gehört aber wohl dazu. Ich bin gerade dabei herauszufinden, dass das ein ganz guter Weg ist mit seinen Fans und Hörern in Kontakt zu treten. Man muss dabei aber authentisch bleiben.

Quelle: instagram.com

Deine letzten Worte: Was sollte die Menschheit über dich wissen?
Meine Vergangenheit stand zwar unter einem guten Stern, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht auch viele Schicksalsschläge erleben musste. Geheime, wie auch welche die in der Presse standen. Ich bin ein eigenständiger Mensch und ein eigenständiger Musiker. Ich verstehe mich gut mit meiner Familie und wir unterstützen uns total, aber ich habe meine eigene Stimme und meine eigene Musik. Ich freue mich total euch allen zu zeigen, was da demnächst noch um die Ecke von mir kommt.

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