Sonntag, 29. September 2019 22:27 Uhr

Lindsey Stirling über Depressionen, Schicksalsschläge und schräge Fans

Foto: imago images / Future Image

Electronic-Violinistin Lindsey Stirling (32) hält mit ihrem eigenwilligen Mix, den sie selbst als „Violine-trifft-Electronic-Sounds“ bezeichnet und der live mit Tanz und Show aufpoliert wird, seit 2012 die Musikwelt in Atem.

Nun meldet sie sich mit ihrem mittlerweile fünften Album „Artemis“ zurück und kommt im Herbst für sechs Shows nach Deutschland. klatsch-tratsch.de trag sich mit der sympathischen Violinistin zum Talk.

Lindsey Stirling über Depressionen, Schicksalsschläge und schräge Fans

Foto: BMG

Die letzten Jahre waren sehr hart für dich, da du innerhalb kurzer Zeit den Tod deines Vaters und deines besten Freundes verkraften musstest. Was rätst du Leuten, die durch ähnlich schwere Zeiten gehen?
Nachdem ich den Tod meines Vaters und meines besten Freunden erleben musste, hatte ich das Gefühl als wäre ein Teil von mir verloren. Es fühlte sich so an, als würde mich ein Schatten komplett verdecken. Ich dachte ich müsste mich damit abfinden und dachte dass das wohl ab jetzt das Leben ist. Dass das wohl das neue Ich ist und dass ich mich an an sie gewöhnen müsse. Auch wenn mir nicht gefiel zu wem ich wurde.

Ich kam aber wieder zurück und realisierte, dass ich durch ein Tal der Trauer und Depression ging. Das ist echt hart. Ich musste diesen Weg gehen, um am anderen Ende als bessere und stärkere Person wieder herauszukommen. So wie der Mond wieder aufgeht, kam ich wieder zurück. Jetzt bin ich in einer Situation in der ich wieder Spaß und Freude empfinde. Ich strahle innerlich jetzt heller als früher. Deshalb gefällt mir das Symbol des Mondes so sehr, da ich mich so gut damit identifizieren kann.

Mein Ratschlag für Menschen, die gerade durch eine harte Zeit gehen. Man darf einfach nicht die Hoffnung und die Geduld aufgeben, denn es gibt Freude, am anderen Ende des Tunnels. Man darf nie den Glauben an sich selbst verlieren. Ich habe in der Zeit auch begonnen Tagebuch zu schreiben, um meinen Kopf freizubekommen. Darin soll man die schönen und guten Dinge im Leben festhalten. Auch wenn es schwer ist. Man darf einfach nicht aufgeben.

Lindsey Stirling über Depressionen, Schicksalsschläge und schräge Fans

Foto: Dennis Agyemang

Was war dein seltsamstes Erlebnis mit einem Fan?
Es gab mal einen Fan, der uns mit seinem Auto während einer ganzen Europa-Tour mit dem Auto hinterher gefahren ist. Die schräge Sache daran war, dass er mein Gesicht überdimensional groß auf die Motorhaube gemalt hat. Überall wo wir waren, war auch dieses Auto. Und dabei ist er noch nicht mal zu meinen Shows gekommen. Der war vielleicht auf einem Konzert. Wir haben ihn dann auch jeden Abend getroffen. Er kam ständig mit etwas anderem, was er signiert haben wollte.

Hast du einen Brauch, den du vor jedem Konzert machst?
Ja, ich fahre – wenn möglich – in jeder Stadt in der ich auftrete Fahrrad. Wenn ich da Zeit habe, dann fahre ich durch die Gegend und schaue mir die Stadt an. Außerdem probiere ich in jedem Land in dem ich bin die dortige Schokolade. Vor jeder Show haben wir auch einen Spruch und ein Gebet, das wir vor jedem Auftritt zusammen aufsagen.

Quelle: instagram.com

Was schaust du momentan bei Netflix?
Ich bin ein großer „Stranger Things„-Fan. Als die letzte Staffel rauskam, habe ich sie sofort innerhalb eines Wochenendes durchgeschaut. Ich liebe außerdem Rom-Coms und habe jetzt auch „To All the Boys I’ve Loved Before“ durchgeschaut. Das war so ein süßer Film.

Du selbst hast ja auch schon einige Schauspielerfahrungen …
Ja, ich hatte schon ein paar kleinere Auftritte, aber ich selbst bin jetzt nicht die beste Schauspielerin. Ich bin ganz ok.

Ist da schon irgendwas geplant in nächster Zeit?
Nein, momentan nicht, aber vielleicht irgendwann. Mir macht die Schauspielerei schon Spaß, aber ich müsste noch etwas besser werden. Dann würde ich auch mehr in diesem Bereich machen.

Was sind deine restlichen Pläne für 2019?
Das restliche Jahr werde ich größtenteils im Tourbus verbringen. Nach der Europa-Tour geht es zurück in die USA auf Weihnachts-Tour. Ich liebe das Touren und habe es schon ganz doll vermisst. Ich freue mich schon total auf Weihnachten. Wir haben Zuhause sehr viele Weihnachtstraditionen und meine Schwestern werden da sein. Darauf freue ich mich schon wie ein kleines Kind.

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