Montag, 18. November 2019 18:50 Uhr

Matthias Reim über seine Ex Michelle, Trash-TV und Capital Bra

Foto: imago images / Joachim Sielski

Knapp 30 Jahre ist es jetzt her, dass Schlager-Rocker Matthias Reim (61) mit seinem Hit „Verdammt, ich lieb dich“ deutsche Musikgeschichte schrieb. Und noch heute ist der Blondschopf mit der Reibeisenstimme einer der wichtigsten Künstler in der Schlagerwelt. klatsch-tratsch.de traf den sympathischen Sänger zum Talk.

Quelle: instagram.com

Dein neues Album „MR20“ ist draußen. Was sollten wir darüber wissen?
Darüber sollte man wissen, dass sich die Quadratur des Kreises wieder geschlossen hat und dass ich in diesen neun Monaten, in denen ich an dem Album gearbeitet habe, alles aus meinem Leben herausgefeuert habe. Ich habe hier wieder die gesamte Macht übernommen, wie vor 30 Jahren bei „Verdammt! Ich lieb dich“. „Eiskalt“ ist jetzt schon ein Hit und Songs wie „Deep Purple und Let Zeppelin“ werden legendär. Der Reim erzählt wieder seine Geschichten wie früher. Ich freue mich sehr darüber, dass mir das gelungen ist.

Auf deinem Album ist ein Song namens“Kopf oder Zahl“. Was würdest du jetzt spontan wählen? Kopf oder Zahl?
Zahl.

Ein weiterer Song auf „MR20“ ist „Nicht verdient“ gemeinsam mit deiner Ex Michelle. Gibt es da eine Story dahinter?
Nein, es gibt eigentlich gar nicht viel dahinter. Wir haben vor vielen Jahren den Song „Du Idiot“ zusammen gemacht. Als es rauskam war es damals gar nicht so ein Hit, sondern wurde dann über die Jahre zum Kulthit. Irgendwann rief mich Michelle an und meinte sie würde mir einen Song schicken, den wir zusammen machen sollten. Ich meinte ich hätte keinen Bock auf Duette. Ich hab ihn mir dann angehört und dachte den müssen wir wirklich zusammen machen, da er so geil zu einem Ex-Paar wie uns passt.

Über uns wird ja immer so gerne spekuliert und da dachten wir dann geben wir denen Mal wieder so richtig Stoff. Wir haben es aufgenommen und dann wurde das Ding auch echt zum Hit. Das Video wurde so 30 Mio Mal geklickt. Die Menschen auf der Tour und bei den live Konzerten haben da immer so einen Spaß mit und natürlich um eben mitzuspekulieren. Die Zusammenarbeit hat uns echt Spaß gemacht und auch sehr geholfen, um eine gewisse Aufmerksamkeit zu bekommen und um schmunzelnd zu sagen: „Nein, wir sind nicht wieder zusammen.“

Dein Sohn Julian macht jetzt auch Musik. Welchen Rat hast du für ihn?
Ich gebe ihm gerne Ratschläge. Das Wichtigste, was ich ihn gesagt habe ist: „mach dein Ding und kümmere dich nicht darum was dein Vater groß gemacht hat. Mach dein Herz auf, sind und schreibe deine Songs. Du schreibst hervorragende Songs.“ Sein Song „Grau“ ist eine Riesennummer, finde ich. Man hört dass das sein Style ist. Und mein Rat an ihn: zeig mir deine Verträge, bevor du sie unterschreibst.

Gibt es einen Fehler, den du gemacht hast, den bloß nicht wiederholen soll?
Nein, in die Situation kommt er dann nicht, wenn er meinen Ratschlag befolgt. (Lacht)

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Was schätzt du: Wie oft hast du in deinem Leben „Verdammt‘ ich lieb dich“ gesungen?
Keine Ahnung. 10-15.000 mal. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich das echt gerne tue. Das ist einfach ein generationsübergreifender Hit. Der kommt kommt überall sehr gut an. Wenn der Song kommt, dann liegen sich 3 bis 90-Jährige – und alles dazwischen – in den Armen und feiern. Immer wenn ich da rausgehe und mit „Ich ziehe durch die Straßen“ anfange, bekomme selbst ich eine Gänsehaut und denke: Was für eine geile Nummer! Sie hat einfach viel bewegt und mein ganzes Leben geprägt.

Gab es einen Moment, wo du keinen Bock hattest den Song zu singen?
Nein, der Song war für mich nie ein Problem. Nur einmal, als ich mein zweites Album machte und die neuen Songs meiner Mutter vorspielte, stand sie in der Küche und meinte: „Ein ‚verdammt ich lieb dich‘ ist das nicht!“Da wusste ich, dass ich ein Problem habe. (lacht)

Wie würdest du deinen Kleidungsstil beschreiben? Wie viele Lederjacken hast du eigentlich?
Bestimmt 15 und die sind alles sehr geil. Ich bin ein Jacken-Sammler. Jacken sind das geilste Kleidungsstück, das ein Mann haben kann. Bei meinem Kleidungsstil verdrehen meine Kinder und sogar meine Lebensgefährtin die Augen. Die sagen immer zu mir: „Kannst du nicht mal deine engen Hosen ausziehen und dich endlich normal kleiden – wie andere auch?“

Ich versuche das ja auch manchmal, aber muss mich dann nach einer halben Stunde wieder umziehen, weil ich mich dann nicht wohlfühle. Ich habe mit 12 meine erste Levis bekommen und gefühlt habe ich sie nie wieder ausgezogen. Ich war so stolz darauf und meine Mutter musste sie bestimmt 17 mal flicken, bevor sie dann komplett auseinandergefallen ist. Die Dinger waren ja teuer und meine Eltern hatten nicht viel Geld. Das ist bei mir irgendwie so hängen geblieben.

Ich gehe auch immer mit Jeans auf die Bühne – Ich kann das gar nicht anders. Ich habe einmal versucht ein Konzert in einem Anzug zu spielen. Das war gar nicht ich, der auf der Bühne stand …Ich brauche meine Jeans und mein Muskelshirt. Stellt mir mein Bier hin und lasst mich mein Ding machen! Dann kann ich es.

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Du hast es ja eben selbst angesprochen: Auf deinen Konzerten tummelt sich alles zwischen 3 und 90 Jahren. Fliegen bei deinen Shows noch BH’s?
Nein, höchstens manchmal als Gag. Die Leute, die kommen, die hören mir wirklich zu. Vor 10 Jahren sind noch die BH’s geflogen. Da haben wir aber auch eher mehr Partymusik gemacht. Mittlerweile machen wir ein richtiges Konzert.

Erinnerst du dich noch an dein abgefahrensten Fan-Erlebnis?
Ich hatte sehr viele Erlebnisse – angenehme wie unangenehme. Die Schönen haben natürlich überwogen. Es gab eine Zeit, da habe ich dauernd Post aus einer psychiatrischen Anstalt bekommen und irgendwann schrieb mir der behandelnde Arzt ob es denn stimme, dass diese Frau drei Kinder von mir hat und mit mir in Amerika gelebt hätte. Ich konnte zu dem Arzt auch nur sagen: „Ich habe keine Ahnung wovon sie reden.“

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Man hat dich noch nie in einem Trash-TV-Format gesehen wie dem Dschungelcamp oder dem „Sommerhaus der Stars„. Angebote wirst du sicher auch bekommen haben. Gab es Momente, in denen du kurz darüber nachgedacht hast?
Nein, noch nicht mal in den Zeiten in denen ich pleite war. A) Muss ich danach in den Spiegel gucken können und B) Bin ich kein Entertainer für Shows dieses Kaliber. Ich bin Musiker und ich nehme mich sehr ernst. Ich kann feiern und mit Florian Silbereisen jeden Blödsinn mitmachen, aber ich bin absolut nicht zu kaufen. Selbst in Zeiten, in denen ich Geld brauchte. Jetzt brauche ich keins mehr. Es wäre Hochverrat an meinem Werk. Das, was ich geschaffen habe und den Respekt, den ich mir verdient habe, will ich nicht beschädigen. Deshalb würde ich nie in den Dschungel gehen – und die bezahlen horrende Summen. No Way.

Man hat ja eine Vorstellung, wie es hinter den Kulissen im Rock-Biz abläuft. Wie muss man sich das Geschehen im Backstagebereich bei einem Schlagerfestival vorstellen?
Ich war bei allen Festivals – sogar beim Wacken war ich Backstage. Es geht überall gleich gechillt zu. Je nach dem was die Leute brauchen, um sich für ihren Auftritt zurecht zu machen. Es kommt ja alles in die Nase – Bei Festivals sowieso. Ansonsten ist es sehr still, entspannt und eigentlich sehr langweilig. Es ist nicht so, dass 15 Groupies nackt an der Stange hängen und wir uns mit denen amüsieren. Meistens springt da noch eines unserer Kinder herum und fragt: „Papa, darf ich noch einen Pudding?“ Das völlig normale Leben …

Deutsche Musik ist momentan so erfolgreich wie nie. Vor allem Deutschrap dominiert die Charts. Was hältst du davon und könntest du dir eine Zusammenarbeit mit einem Rapper vorstellen?
Selbstverständlich. Das finde ich riesig. Ich habe selbst sogar einen Song auf meinem Album namens „Karma“ mit Eko Fresh geschrieben und seine Frau rappt ihn. Frau Fresh rappt und er hat den Text geschrieben. Wir telefonieren auch noch ab und zu. Da gibt es bei mir gar keine Berührungsängste. Ich fand es auch sehr geil als Capital Bra aus dem Auto „Verdammt ich lieb dich“ gesungen hat. Das ist auch ein Gefühl. Die Typen geben sich vielleicht anders, aber am Ende des Tages sind die genauso nett und lieb wie Hardrocker. Auf der Bühne sind sie solche Bären und hinter Bühne fragen sie: „Darf ich noch ne Milch?“

Könntest Du dir denn vorstellen mit Capital Bra zusammenzuarbeiten? 
Natürlich. Den finde ich riesig! Ich habe ihn nur das „Verdammt ich lieb dich“ machen sehen und musste voll lachen. Ich fand das so geil, dass er auch keine Berührungsängste hat. Für ihn ist das völlig normal. Ich habe da auch keine Berührungsängste.

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