17.05.2020 15:06 Uhr

Max Giesinger: „Ich kann heulen wie ein Schlosshund“

imago images / Marja

Max Giesinger begeistert in der neuen Staffel der Vox-Erfolgsshow „Sing meinen Song“ das Publikum. Mit seiner Teilnahme geht für den sympathischen Sänger ein großer Traum in Erfüllung, wie er im Gespräch mit klatsch-tratsch.de verrät.

Max Giesinger: "Ich kann heulen wie ein Schlosshund"

Foto: Simon Stöckl

Was war dein erster Gedanke, als du die Anfrage erhalten hast?
Also ich habe mich natürlich mega geehrt gefühlt, da überhaupt eine Anfrage zu bekommen. Ehrlich gesagt,wollte ich schon seit Jahren dabei sein. Da war die Freude schon sehr, sehr groß als dann die Anfrage tatsächlich kam, weil ich finde, für einen Musiker ist es mit das schönste Format, bei dem man mitmachen kann. Man muss keine Rolle spielen oder sonst irgendwas machen, sondern man ist einfach nur man selbst. Man hat die Kameras irgendwie nach fünf Minuten vergessen, weil die echt alle super versteckt sind und dann lässt man sich da echt fallen und öffnet sich auch für die anderen Teilnehmer.

Das sagen ja auch ganz viele Leute, dass das irgendwie ein sehr intensives Ergebnis ist, nicht zu vergleichen mit anderen Sendungen und dass das so wie eine Klassenfahrt ist, dass der Cast da auch immer so zusammenschweißt.
Das ist der ganze Vibe, der da irgendwie in Südafrika vorherrscht. Irgendwie hat es so eine Magie. Alle sind so ein bisschen kuscheliger. Man wird irgendwie auch zu einem emotionaleren Menschen in der Zeit. Ich weiß nicht, aber man liegt sich quasi echt die ganze Zeit im Arm. Auch wenn ich es davor nicht wahrhaben wollte, dass das wirklich so ist. Aber es ist tatsächlich so vor Ort. Man ist schneller am Heulen. Das hängt, glaube ich, auch damit zusammen, dass man sich einfach die krassen Stories davor erzählt.

Max Giesinger: "Ich kann heulen wie ein Schlosshund"

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

Aber es ist auf jeden Fall ein Vibe, den ich bisher in keinem anderen Fernsehformat wahrgenommen habe. Man wollte auch gar nicht, dass es aufhört. Auch wenn unser Tagesprogramm schon ganz krass voll ist. Von morgens bis abends ist da Action angesagt. Man kommt nicht wirklich zum Pause machen, aber trotzdem ist es sehr intensiv und schön.

Man sagt ja immer über die Sendung: „Mein Gott, die singen und weinen nur die ganze Zeit.“ Bist du selbst nah am Wasser gebaut?
Bei mir kommt es ganz drauf an. Wenn ich irgendeinen Film sehe, der total traurig ist, da kann ich heulen wie ein Schlosshund. Und wenn ich den richtigen Song im richtigen Moment höre, kann mich das auch so berühren, dass ich echt flennen muss. Daher wusste ich noch nicht ganz, wie es vor laufender Kamera wird oder auch vor Leuten, die man ja vermeintlich noch nicht so gut kennt. Aber es hat nicht lang gedauert und mir sind die Tränen gekommen.

Max Giesinger: "Ich kann heulen wie ein Schlosshund"

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

Was war dein erster Gedanke über die anderen Künstler?
Ich kannte Nico Santos und Lea schon vor der Sendung ganz gut. Paddy Kelly kannte ich nur über Gigs. Jetzt würde ich sagen, dass ich mit jedem Künstler auf einer ganz anderen Ebene bin. Es ist wie früher in der Schulzeit. Wenn man sich nach drei Jahren wieder trifft, dann ist immer noch alles cool. Ich glaube solche Freundschaften sind da entstanden. Wir haben eine sehr coole Connection miteinander. Ilse DeLang hat mich sehr, sehr überrascht. Sie ist ja in ihrem Heimatland ein Superstar. Sie hat in der Sendung echt ganz tolle Sachen gemacht. MoTrip als Rapper ist ja eh für alle so ein Überraschungsei. Er hat brutal abgeliefert. Er ist so ein richtiger Poet. Da sind schon echt ganz schöne Magic-Moments entstanden.

Wer hat dich denn am meisten überrascht?
Also MoTrip hat mich am meisten überrascht, weil man von einem Rapper halt so ein typisches Eigenschaftenprofil erwartet. Quasi so ein Klischee-Rapper: Ein bisschen prollig oder was weiß ich. So eine Hau-Drauf-Mentalität hat er aber überhaupt nicht. Er ist super eloquenter, reflektierter Typ, der extrem viel in der Birne hat. Der hat mich total überrascht.

Max Giesinger: "Ich kann heulen wie ein Schlosshund"

Giesinger und MoTrip. Foto: Christoph Köstlin

Er hat einen geilen Humor, achtet extrem auf seine Gesundheit. Jeder Zentimeter ist durchtrainiert und er schaut genau drauf, was er tagsüber so mampft. Da hatte ich fast schon ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich mir die Teller da reihenweise vollgeschaufelt habe.

Was war denn dein persönlicher Gänsehautmoment?
Mein persönlicher Gänsehautmoment war als MoTrip „80 Millionen“ von mir gecovert hat. Das war echt heftig. Er hat da seine Geschichte von der Flucht aus dem Libanon erzählt und hat es quasi auf das Thema gemünzt und das hat mich schon sehr, sehr berührt.

Du hast ja mit MoTrip einen Song gemacht. Das war aber schon vor der Sendung, oder?
Der Song ist vor zwei Jahren entstanden. Da dachte ich mir schon, dass Motrip super passen würde. Dann habe ich ihn quasi vor „Sing meinen Song“ angeschrieben, er hat es dann aber erst auf dem Schirm gehabt, als wir uns bei einem Kennlern-Sing-mein-Song-Abend mich dann bei Instagram accepted hat und er meine Nachricht gelesen hat.

Könntest du dir eine Zusammenarbeit mit einem anderen Act aus der Show vorstellen?
Ja, ich habe auch mega Spaß an englischen Songs. Ich könnte mir mal ein Feature mit Nico vorstellen. Irgendeine geile Ami-Pop-Nummer oder mit Ilse De Lange eine Country-Nummer. Denkbar wäre auch ein Duett mit Lea. Also eigentlich ist fast mit jedem Künstler ein Duett vorstellbar.

Was war denn deine persönlich größte Herausforderung in der Sendung?
Ich musste mich schon sehr überwinden, den Rap darzubieten. Ich hatte mich dazu entschlossen, meine Komfortzone mal ein bisschen zu verlassen und zu rappen. Das war erst mal nicht easy die Lines live vor einem Profirapper abzufeuern. Das hat mich echt eine menge Überwindung gekostet, aber ich glaube es hat schlussendlich doch ganz gut geklappt. Man hört, dass ich kein Profirapper bin, aber dafür, dass ich es sonst gar nicht mache, fand ich es ganz okay. Hat auch sehr viel Spaß gemacht. Es lohnt sich manchmal, die Komfortzone zu verlassen.

Könntest du dir noch mal vorstellen, noch mal irgendwann zu rappen?
Ja, also da muss ich schon echt viel Zeit investieren und ich weiß nicht, ob die Leute da draußen das unbedingt hören wollen. Ich habe mal mit zwei Buddies während unserer Tour einen Spaß-Track gemacht, wo ich so ein bisschen in diesem Capital-Bra-Style singe. Aber das ist etwas anderes, weil da brauchst du nicht so einen schnellen Flow. Das ist ja fast schon langsamer Gesang oder Sprechgesang. Sowas könnte ich mir vorstellen, aber vielleicht wäre hier das Motto „Schuster bleib bei deinen Leisten“ angesagt. Ich glaube, niemand braucht jetzt eine Rap-Platte von Max Giesinger.

Quelle: instagram.com

Wenn du für die nächste Staffel noch jemand nominieren könntest, wen würdest du in der Show sehen?
Also allein schon aus Loyalitätsgründen würde ich Michael Schulte nominieren. Das ist einer meiner besten Freunde, mit dem ich schon ganz viele musikalische Abenteuer erlebt habe. Wir haben schon in gemeinsamen WGs gewohnt. Der ist ein supergeiler Sänger und ich glaube, der würde es sehr gut machen. Ich fände es mal geil, wenn ein Rock-Urgestein dort mitmachen würde, oder so eine richtige Legende, wie Herbert Grönemeyer. Aber ich glaube, da wäre der Gute nicht am Start.

In den letzten Tagen wird in der Sendung ja immer ziemlich hart gefeiert. Gab es da irgendwelche lustigen Geschichten oder Anekdoten?
Also es ist jetzt nichts Superkrasses passiert. Bei der letzten Party hat Nico Santos allein auf dem Dancefloor – bestimmt eine Stunde – getanzt. Er war danach so durchgeschwitzt, dass er noch mal ins Hotel zurück musste, um sich nochmal abzuduschen. Er war dann eine halbe Stunde weg, ist dann wiedergekommen, weil er so Party gemacht hat. Er hat das einfach im Blut. Das ist ein talentierter Dancer und alle südafrikanischen Mitarbeiter sind komplett durchgedreht und haben das gefilmt. Das war ganz lustig. Aber sonst gibt es jetzt keine Dark Secrets, die ich dir jetzt gerade offenbaren könnte.

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