23.04.2020 19:04 Uhr

Patricia Kelly nutzt die Corona-Zeit zum Schminken lernen

Sandra Ludewig

Die Corona-Pandemie hält die ganze Welt im Atem: Auch gefragte Künstler wie Patricia Kelly (50) sind unmittelbar betroffen und finden sich durch die Folgen von Covid-19 zuhause in der Selbst-Quarantäne wieder.

Mit klatsch-tratsch.de hat die sympathische Sängerin über ihr neues, entschleunigte Leben gesprochen und die Folgen, die damit einhergehen.

Quelle: instagram.com

Krank oder gesund?
Gott sei Dank gesund. Ich bin die letzten drei Wochen mit meiner Familie komplett zuhause geblieben.

Was ist in Deinem Alltag jetzt anders?
In meinem Beruf muss ich normalerweise ja viel unterwegs sein und das ist im Moment nicht mehr möglich. Eigentlich sollte ich jetzt meine CD promoten, aber viele TV-Auftritte wurden für alle Künstler abgesagt. Ich versuche jetzt von zuhause via Skype Interviews zu geben, aber das ist natürlich nicht das Gleiche. Auch wenn das nicht so gut ist wie live, will ich für mein Team ein Zeichen setzen. Wir haben zwei Jahre an diesem Projekt, meinem neuen Album „One More Year“ gearbeitet und wir kämpfen weiter dafür.

Anders ist, dass ich jetzt von zuhause arbeite. Mein Mann macht Homeoffice und wir verbringen jetzt viel mehr Zeit miteinander als Familie, was sehr schön ist. Manchmal nervt man sich natürlich gegenseitig, aber allgemein ist es eine schöne Zeit und es erinnert mich ein bisschen an die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Man ist zuhause und draußen ist es still.

Wie schätzt Du die Situation für Kunst und Kultur ein?
Das ist sehr schwer abzuschätzen. Tatsächlich leben wir Künstler heute nicht mehr von CD-Verkäufen. Man kann nicht vom Streaming leben. Unser tägliches Brot verdienen wir über die Konzerte. Aktuell sind die verständlicherweise verboten. Wir wissen nicht, wie es weiter geht, die Situation ist schon sehr unsicher und in Künstlerkreisen wird viel darüber gesprochen, was nun passiert. Das musste ich erst mal verdauen und die ersten zwei Wochen waren wie ein Schock. Aber ich bin Überlebenskünstler, als Kelly sowieso. Wir haben früher schon auf der Straße gespielt. Wenn man singen kann, wird man immer gebraucht. Die Menschen brauchen nicht nur Toilettenpapier und Brot, sie brauchen auch Musik und Kunst. Das ist für die Seele genauso wichtig.

Ich muss an eine Geschichte von Rainer-Maria Rilke denken. Er war damals in Paris, lief durch die Straßen und jeden Tag saß dort eine Bettlerin und nie gab er ihr etwas. Seine Freundin fragte immer, warum er der armen Frau nichts gibt, während sie etwas Geld gab. Eines Tages gab er ihr eine Rose. Danach kam die Frau nicht mehr und seine Freundin wunderte sich, warum und wovon sie jetzt leben würde. „Sie lebt von der Rose“ war seine Antwort. Und ich glaube, das ist es. Musik und Kunst ist keine Luxusware. Ich bin zuversichtlich, dass wir Künstler in irgendeiner Form von der Gesellschaft gebraucht werden und einen Beitrag leisten können. Und ich möchte einen wichtigen Beitrag leisten. Ich bin ab Oktober auf Tour und sehr optimistisch. Dort werden wir es krachen lassen – dann erst recht!

Quelle: instagram.com

Wie können Künstler in Krisen ihre Reichweite (Social Media etc.) sinnvoll nutzen. Wie nutzt Du gerade deine Reichweite?
Als Künstler habe wir in der Tat eine große Reichweite und auch Einfluss. Ich habe vom ersten Moment an gesagt, bleibt zuhause und versucht damit meinen Beitrag zu leisten. Ich habe angefangen Live-Streams zu machen, um die Leute zuhause zu unterhalten und sie abzulenken, damit sie nicht nur in dunklen Nachrichten versinken.

Gibt es Dinge die Du schon immer mal machen wollten und für die jetzt Zeit bleibt?
Ich habe tatsächlich den Keller entrümpelt. Ich bin sicher nicht die einzige, die die Zeit jetzt dafür nutzt. Dafür habe ich normalerweise keine Zeit. Ansonsten bin ich aber sehr beschäftigt, habe neue Songs komponiert. Außerdem habe ich versucht meine CD zu promoten. Über Skype und Telefon. Bisher hatte ich noch keine Zeit einen Film anzusehen. Nachrichten habe ich aber täglich verfolgt. Abends habe ich mich dann aufs Sofa vor den Kamin gelegt. Da kann ich super abschalten.

Quelle: instagram.com

Noch genügend Nudeln und Klopapier im Haus?
Ja, wir hatten tatsächlich schon frühzeitig vorgesorgt, als es die ersten Fälle in Deutschland gab. Noch bevor die Hamsterkäufer losgezogen sind. Wir waren zu dem Zeitpunkt noch auf Mallorca und hatten Sorge, dass wir zurückkommen und nichts mehr bekommen. Also haben wir online bestellt. Allerdings haben wir nicht übertrieben, sondern Vorräte aufgestockt, die man sowieso haben sollte.

Was ist das letzte Foto, das Du mit dem Handy gemacht hast?
Ein Foto von meiner Maskenbildnerin, die mich ja im Moment auch nicht mehr schminken darf, wenn ich unterwegs bin. Ich war nie ein Make Up-Artist, habe mich als junges Mädchen nie geschminkt und bin jetzt gezwungen das zu lernen. Ich habe ein Foto während unserer letzten Skype-Session gemacht, wie sie die Augen schminkt. Jetzt mit meinen 50 Jahren fange ich noch an das zu lernen. It is never too late!

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